Montantrödelmarkt auf der Kokerei Hansa

Grubenlampen so weit das Auge reicht, Schlägel und Eisen gedruckt, geschmiedet und gefräst, Mineralien als Schmuck oder Deko. Die 13. Auflage der beliebten Veranstaltung an Himmelfahrt ließ das Herz von Sammlern und ehemaligen Kumpeln aus dem Pütt höher schlagen.

800 Besucher kamen in die Kaue und die Kompressorenhalle des früheren Bergwerks im Dortmunder Nordwesten. 120 von ihnen nutzten die Gelegenheit, bei einer der sechs Führungen verborgene Winkel der Industrienanlage zu erkunden. "Das sonnige Wetter macht sich bemerkbar", freute sich Ursula Schneider am Infopunkt des Industriedenkmals. Mit einer Strichliste zählte sie die eintretenden Gäste.

Ein Blick auf die Kennzeichen auf dem Parkplatz verriet: Der Trödel mit Relikten vergangener Zeiten aus dem Kohle- und Stahlrevier ist kein lokales Ereignis. Aus allen Städten des Ruhrgebiets, aber auch aus Leverkusen, dem Sauer- und Siegerland, aus Niedersachsen und Rheinland-Pfalz kamen die Besucher.

Schnäppchen und Kurioses

Gucken, staunen, feilschen. Manches Schnäppchen fand einen neuen Besitzer: Kleidungsstücke oder Ausrüstungsgegenstände der Grubenleute. Aber auch Kurioses, wie Bergbauszenen in Kokos- und Walnüssen, oder Modeaccessoires, upgecycelt, also aufbereitet, aus alten Textilien.

Geschmack kennt keine Grenzen - etwa wenn ein Händler jüngere Zielgruppen mit Einkaufstaschen oder Aufnähern ansprechen will, die an den Terrorismus der 70er Jahre erinnern: "Montankommando RAG", versehen mit einem roten Stern. Dabei freute sich manch einer der Jüngeren durchaus über eine Grubenlampe oder einen Stempel aus dem Lohnbüro. "Mein Opa war auf dem Pütt. Das gehört einfach zur Familie."