Mittelalter lebt in Mengede auf
08.06.2009 | 18:18 Uhr 2009-06-08T18:18:00+0200Lässt sich ein echter Ritter vom Regen die Laune verhageln? Mitnichten! Die Stimmung war gut beim 2. mittelalterlichen Gaudium in Mengede. Nur die Besucher, das einfache Fußvolk, kamen bei schlechtem Wetter nicht so zahlreich zum Volksgarten wie im Vorjahr.
Das war schade, denn die Veranstalter, Stadtbezirksmarketing Mengede und Freie Ritterschaft zu Dortmund und Herne, hatten nach der erfolgreichen Premiere draufgesattelt: 15 Heerlager hatten ihre Zelte aufgeschlagen. Das ganze Wochenende waren Spielleute, Gaukler, Wahrsager, Minnesänger und ein Medicus unterwegs.
Ritter begaben sich in die Schlacht um die heilige Remigius-Reliquie. An 40 Ständen präsentierten Handwerker ihre Erzeugnisse, und Händler boten Waren sowie Speis und Trank an - vom byzantinischen Naschwerk bis zum Flammkäs. Ein Ferkel wurde gegrillt, und der Wein floss reichlich.
Woanders gab's Seife und Räucherwerk - die Kräuter rein pflanzlich, „ohne neuzeitliche Alchemie”, wie die Marktfrau versicherte. Zudem: Falknerei, Armbrustschießen und Highland Games. Im Badehaus konnte man sich einseifen lassen. Und manche wollten aus dem Holzzuber gar nicht mehr raus. Die jungen Damen der Bauchtanzgruppe Khamsin ließen derweil die Hüften kreisen.
Insgesamt waren es rund 500 Akteure, die den Volkgarten für drei Tage in eine mittelalterliche Welt verwandelten. Unter ihnen - in voller Montur - auch der Bettelmönch Detlef Huß und die Freifrau Erika Wiedemann-Huß, letztere „zu keinem Gehorsam verpflichtet”. Auch der Stadtvogt Bruno Wisbar sah nach dem Rechten, war jedoch am Samstagabend nicht mehr anzutreffen. Gerüchte besagten, er sei zu einem Ausflug in den Saalbau aufgebrochen, wo an diesem Tag die Schützen gastiert haben sollen.
So übernahm Uwe Plötzke, der „Kurfürst zu Tremonia” und Anführer der 30-köpfigen Freien Ritterschaft zu Dortmund und Herne, das Regiment im Volksgarten. Ohnehin seien, wie er zu verstehen gab, viele Ritter und Händler nur auf sein Geheiß nach Mengede gekommen.
Nach Einbruch der Dunkelheit sollten am Samstag die Höhepunkte des Spektakels stattfinden: Und die Gruppen Trittfest und Frendskopp unterhielten auch wie geplant mit mittelalterlichen Klängen. Nur die große Feuershow auf freiem Feld fiel, da es nun in Strömen goss, ins Wasser. Stattdessen: abgespeckte Version, zumal jetzt kaum noch Fußvolk vor Ort war. Nachmittags sei der Besuch „trotz Regens recht gut gewesen”, so Detlef Huß (Lenkungsgruppe Stadtbezirksmarketing). Hauptsache: „Es war eine feucht-fröhliche Feier”, meinte auch Uwe Plötzke (Freie Ritterschaft).
12:36
...im Saalbau gab was umsonst; da ist der Stadtvogt immer ganz vorne dabei