"Mädchenmörder von Riemke" steht vor Gericht

Laut Anklage soll der Bochumer Thorsten S. die Tochter seiner ehemaligen Partnerin mit Insulin vergiftet und erstickt haben. Am Freitag enthüllte der Prozess noch weitere bizarre Machenschaften des Angeklagten.

Bochum.. Schwere Vorwürfe, bizarre Enthüllungen: Im Prozess um den "Mädchenmord von Riemke" ist der angeklagte Polizei-Hausmeister am Freitag als Machtmensch, Gewalttäter und Psychopath charakterisiert worden - er soll schon früher mörderische Rachepläne geschmiedet und sogar immer eine Giftspritze im Auto deponiert gehabt haben.
Es war die frühere Verlobte (36) des Angeklagten, die am Freitag am Bochumer Schwurgericht unfassbare Details aus dem Leben des mutmaßlichen Mörders der kleinen Swetlana zu berichten wusste. Neun Monate hatte sie mit Thorsten S. zusammen gelebt, im Januar 2013 folgte die Trennung.

Gewalttaten

Das Verhältnis des 39-Jährigen zu seinem leiblichen Sohn (14) sei geprägt von Gewalt und Bestrafungen gewesen. Auch sie sei von ihm im Streit einmal massiv als Hals gepackt und gewürgt geworden. Gegen seine frühere Ehefrau soll der Angeklagte sogar bizarre Mordpläne geschmiedet haben. Crime-Serien wie "CSI Miami" habe er im TV geradezu in sich aufgesogen. "Er hat danach immer im Internet recherchiert", erinnerte sich die Zeugin. Er habe geplant, seiner Frau "etwas in das Essen zu mischen". Die Zeugin: "Er hat mir mal gesagt, dass es ein Gift gibt, das jemanden langsam tötet, ohne dass man es nachweisen kann." Außerdem habe sie ihn im Keller bei Schießübungen mit dem Luftgewehr erwischt. Gefragt, was das soll, habe von dem Plan berichtet, seiner Ex-Frau wegen ausstehender 37.000 Euro Schulden "ins Knie zu schießen". Im Auto des 39-Jährigen habe sie zudem selbst mal eine aufgezogene Spritze mit weißer Flüssigkeit entdeckt: "Er hat mir gesagt, das wäre Gift."

Lebenslange Haft

Im aktuellen Prozess geht es um den qualvollen Tod der Tochter einer späteren Partnerin des Angeklagten. Laut Mordanklage hat Thorsten S. das leicht behinderte Mädchen aus Riemke mit Insulin vergiftet und erstickt, um mit der neuen Partnerin ungestört nach Holland auswandern zu können. Er bestreitet das. Bei einer Verurteilung wegen Mordes droht lebenslange Haft.
Dass der Polizei-Hausmeister sich im Vorfeld bei ihr mit Insulin bevorratet hat, hat eine Krankenschwester am Freitag zugegeben. Sie habe ihrem Schrebergarten-Nachbarn mehrmals Insulin-Stifte besorgt. "Er hatte mir gesagt, sein Arzt sei im Urlaub", erklärte die Krankenschwester. Heute mache sie sich wegen des mit Insulin vergifteten und erstickten Mädchens schwere Vorwürfe: "Ich muss immer an das arme Kindchen denken."