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Claudia Brückel

Liebe zur Heimat vom Vater geerbt

22.10.2012 | 22:00 Uhr
Liebe zur Heimat vom Vater geerbt
Claudia Brückel engagiert sich für Deusen. Sie ist die jüngste stellvertretende Bezirksbürgermeisterin in der Geschichte der BV Huckarde.Foto: Michael Printz

Deusen/Huckarde.  Iris Enke-Entrich (SPD) und Claudia Brückel (CDU) könnten vom ihrer politischen Gesinnung unterschiedlicher nicht sein. Dennoch haben sie eines gemeinsam: Sie repräsentieren Huckarde als stellvertretende Bezirksbürgermeisterinnen. Dabei ist Claudia Brückel mit 39 Jahren die jüngste „Vize“ seit Bestehen der BV.

Iris Enke-Entrich (SPD) und Claudia Brückel (CDU) könnten vom Auftreten und ihrer politischen Gesinnung unterschiedlicher nicht sein. Und dennoch haben die beiden Politikerinnen seit der Kommunalwahl eines gemeinsam: Sie repräsentieren den Stadtbezirk Huckarde nunmehr als stellvertretende Bezirksbürgermeisterinnen. Dabei ist Claudia Brückel mit 39 Jahren die jüngste „Vize“ seit Bestehen des Vorort-Parlaments.

Auch von dieser Seite noch einmal herzlichen Glückwunsch zur Wahl, Frau Brückel. Huckarde ist in der Vergangenheit stets mit einem Stellvertreter ausgekommen. Wie erklären Sie - angesichts drastischer Sparmaßnahmen - dem Bürger diese Entscheidung?

Claudia Brückel: Da bin ich die falsche Adresse. Denn die CDU hatte mit den Grünen im Vorfeld geschlossen gegen einen zweiten Stellvertreter gestimmt. Selbst wenn dies bedeutet hätte, dass wir keinen Kandidaten durchbekommen. Was die SPD zu dieser Entscheidung bewogen hat, kann ich nicht sagen, aber da für uns besonders in Huckarde immer der Wunsch nach mehr Transparenz und Mitsprache bestand, nehmen wir es jetzt so an.

Welche Aufgaben nehmen Sie mit diesem Posten in Zukunft wahr?

Primär vertrete ich zusammen mit meiner Kollegin den Bezirksbürgermeister. Wenn dieser verhindert ist, überbringe ich z.B. Bürgern im Stadtbezirk Huckarde die Glückwünsche der Stadt. Gleichzeitig stehen mir aber mit dieser Position Gremien und Veranstaltungen offen, zu denen ich als einfacher Bezirksvertreter keinen Zugang hatte. Da Politik im Sinne des Bürgers immer auch voraussetzt, möglichst gut informiert zu sein und an entsprechenden Stellen mitreden zu können, war mir dieser Aspekt natürlich besonders wichtig.

Ihr verstorbener Vater Horst Brückel – etliche Jahre CDU-Fraktionschef in Huckarde – hat sich legendäre Redeschlachten mit seinem damaligen SPD-Pendant Walter Emmerich geliefert. Hat er Sie für die Politik begeistert?

Unsere Eltern haben uns beigebracht, im Rahmen unserer Möglichkeiten Verantwortung innerhalb der Gesellschaft zu übernehmen. Aber dass ich in der Kommunalpolitik gelandet bin, hat wohl damit zu tun, dass ich besonders viel von meinem Vater mitbekommen habe. Er hat immer kompromisslos leidenschaftliche Politik für die Bürger dieses Stadtbezirks gemacht und sich nie verbiegen lassen. Das und seine Liebe zum Heimatort hat er mir sozusagen vererbt. Und ich versuche, bei meinen Entscheidungen diesen Grundsätzen treu zu bleiben.

Ihre CDU-Fraktionsmannschaft besteht mit Thomas Bernstein, Dirk Wehmeier und Peter Spineux vornehmlich aus Männern. Schwierig, sich in der Herrenriege thematisch durchzusetzen?

Weniger als Frau denn als ­Deusenerin. Aber Spaß beiseite. Überhaupt nicht, denn die Zeit zu dritt hat uns sehr schnell gelehrt, dass es auf jeden ankommt und wir einander zuhören und diskussionsfähig bleiben müssen. Auch zu viert herrscht in unserer Fraktion noch absolute Demokratie. Wir sind stolz darauf, bisher immer einen Konsens gefunden zu haben.

Weil das Budget der Bezirksvertretung immer kleiner ausfällt, fällt es naturgemäß auch immer schwerer, lokale Politik angemessen zu gestalten. Wird das Huckarder Parlament mehr und mehr zu einem Abnicker-Gremium?

Das denke ich nicht. Die Mittel sind angesichts der zu bewältigenden Aufgaben natürlich nicht ideal, um vernünftige Politik zu machen. Umso mehr fühlen wir uns herausgefordert, kreative Lösungen zu erarbeiten. Ein bürgernahes Gremium wie die Bezirksvertretung kann man daher gar nicht hoch genug schätzen. Auch weil wir uns, wie besonders die letzten Monate gezeigt haben, für den Bürger in der Mittlerfunktion gegenüber dem Rat der Stadt sehen.

Das Ergebnis der Kommunalwahl von August hat einmal mehr ­illustriert: Die CDU hat auch in Huckarde weiter an Boden verloren. Mit welchen Themen wollen Sie die Wähler/Bürger in den nächsten Monaten überzeugen?

Natürlich zwingt ein solches Ergebnis zur Selbstkritik. Aber wir haben in der Vergangenheit immer versucht, mit glaubwürdiger, mit ehrlicher Politik zu überzeugen, auch wenn es oft unbequem war. Das ist sicher nicht der populärste Weg, aber wir werden dabei bleiben. Unsere Themen waren und sind immer am Bedarf der Bürger innen und Bürger orientiert; da es uns aber nicht immer gelungen ist, das auch nach Außen zu vermitteln, werden wir daran arbeiten müssen.

Norbert Jacobs



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