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LÜTGENDORTMUND

Leerstände bleiben ein großes Problem

27.07.2012 | 18:51 Uhr
Leerstände bleiben ein großes Problem

Lütgendortmund.   Die Diskussionen um den Einzelhandel und Geschäftsleerstände im Stadtbezirk gehen weiter.

Bereits im Mai dieses Jahres hatte Werner Hofmann verkündigt, seinen Posten als Chef des Lütgendortmunder Gewerbevereins „Aktiv im Ort“ 2013 zur Verfügung zu stellen. Die Hände legt er bis dahin aber nicht in den Schoß. Im Gegenteil: Der Mann packt an. Besonders wenn es um Leerstände im Ortskern geht. „Nein“, winkt Hofmann ab, „Panik haben wir nicht. Aber Handlungsbedarf. Und den dringend.“

Hofmann beobachtet die Fluktuation im Einzelhandel in seinem Städtchen seit Jahren mit großer Akribie. Das Problem im Ortskern, so seine Einschätzung, bestehe darin, dass einerseits Gewerbeflächen frei seien. Aber andererseits leider keine geeigneten Areale zur Verfügung stünden: „Den üblichen Filialisten, die in jeder Stadt anzutreffen sind“, konkretisiert der Vorsitzende der Lütgendortmunder Kaufmannschaft, „sind die Flächen einfach zu klein und die Fensterfront nicht breit genug.“ So sei es höchst bedauerlich, dass Verhandlungen mit ihnen nicht den gewünschten Erfolg gezeitigt hätten. Aber irgendwie seien die Entscheidungen auch nachvollziehbar. Die größeren Ketten, weiß Hofmann nun aus Erfahrung, kämen halt nicht nach Lütgendortmund. Die benötigten entsprechende Räumlichkeiten, so um die 400 Quadratmeter. Derartige Größenordnungen aber könne man nicht offerieren. Darüber hinaus gebe es weitere Probleme mit der Anlieferung, zumal viele Ladenlokale keinen ebenerdigen Zugang hätten.

Abgesprungen sei kürzlich ein Geschäftsmann, der sich für den vakanten Schlecker-Laden im Ortskern interessiert habe. Hofmann: „Der wollte mit einem Reformhaus kommen. Später sagte er ab mit der Begründung, die Konkurrenz im Ort sei zu groß.“

Werner Hofmann will schlagkräftiges Team

Zehn Jahre steht Immobilienmakler Werner Hofmann nun schon auf der Kommandobrücke der Lütgendortmunder Kaufmannschaft „Aktiv im Ort“.

Bei den Vorstandswahlen im nächsten Jahr steht der 62-Jährige als Vorsitzender nicht mehr zur Verfügung.

Hofmann will die Leitung dann in jüngere Hände geben. Wichtig ist ihm gegenwärtig, ein schlagkräftiges Vorstandsteam weiter aufzubauen.

Trotz aller negativer Nachrichten: Hofmann und sein Mitarbeiterstab um Vize Uli Neidl lassen sich von den Absagen nicht entmutigen. Und schlagen andere Wege ein. So haben sich die Vorstandsmitglieder jüngst umliegende Vorortzentren und Nachbarstädte angeschaut, um auszuloten, ob es interessante Angebote von kleineren Einzelhandelsgeschäften gibt. Die Bemühungen waren nicht umsonst. Hofmann: „Tatsächlich gab es einige ermutigende Einzelhandels-Konzepte, die gut in unseren Ortskern passen würden.“ Eine weitere Möglichkeit, ergänzte der Geschäftsmann, sei das sogenannte Franchise-Konzept: Auch hier stünden Entwürfe im Raum, die für Lütgendortmund geeignet seien.

Nach der Sommerpause will der Gewerbeverein an einer Broschüre für mögliche Investoren arbeiten. Mit im Boot sind die TU Dortmund, die Industrie- und Handelskammer (IHK), die Wirtschaftsförderung und die Volksbank - unterstützt mit Mitteln aus dem Stadtbezirks-Marketing. „Ich verspreche mir eine ganze Menge von diesem Projekt“, erklärt Werner Hofmann. Dort sollen potenzielle Investoren mit allerlei Informationen rund um die Leerstände in Lütgendortmund versorgt werden. Beispielsweise wie hoch die Quadratmeterzahl der jeweiligen Ladenlokale ist. Angaben soll es auch zu den Preisen geben.

Und was ist mit dem Warenangebot? Das, so Gewerbevereins-Vize Uli Neidl, stimme. „Nicht aber der Mix. Auch da sehen wir noch Handlungsbedarf.“

Norbert Jacobs



Kommentare
29.07.2012
13:27
Leerstände bleiben ein großes Problem
von dercastroper | #5

Sollte der ewige Nörgler R.WAWZINIAK doch tendenziell richtig liegen mit seiner Meinung?
Es ist bemerkenswert, auffällig, dass die Presse die Rundschau vertreten durch Herrn Jakobs, den Job der Mehrheitsfraktion in der BV. Lütgendortmund macht!
Sind die Journalisten/ ist die Presse näher am Puls der Bürger?
Dieser Eindruck, der sich verfestigt, die Mehrheitsfraktion hat den Kontakt zu ihren Wählern verloren.
Auffällig ist die - und bleibt - die Sprachlosigkeit der Sozialdemokraten im Stadtbezirk.
An den Stammtischen in Bövinghausen wird öfter die Frage gestellt, warum die andere Stadtbezirke besser aufgestellt sind. In diesem Zusammenhang fällt dann auch immer die Aussage, was leistet Herr Prüsse als Ratsvertreter für den Stadtbezirk. ?
Übernimmt die Presse den Job der BV Lü/Ma. Sind Journalisten, die besseren Interessenvertreter mit ihrer Berichterstattung für den Bürger?
Nie war sie so wertvoll wie HEUTE! - DIE PRESSE !
Wer Lebensqualität in seinen kommunalpolitischen Vorstellungen a

28.07.2012
14:51
Leerstände bleiben ein großes Problem
von biggy.c | #4

Der Artikel, die Aussagen des Gewerbevereins bringen die Sachprobleme dem Leser deutlich nahe.
Auch die aufgezeigten Möglichkeiten gehen in die richtige Richtung.
Was aber nicht beleuchtet wurde sind die Umstände, sozialer Querschnitt der Bevölkerung, Kaufkraft der Menschen im Stadtbezirk.
Es gibt eine Wechselwirkung zwischen Nachfrage und Warenangebot.
Die entscheidete Frage muss aber beantwortet werden: Warum sind die Stadtbezirke Hörde und Hombruch besser aufgestellt.
Ein Blogger, der sich selber Borsigplatz nennt, drückte es wie folgt aus:
Ohne Knete keine Fete. Ein Hartz IV-Empfänger, ein Arbeitnehmer, mit staatlicher Unterstützung, braucht keinen Feinkostladen vor seiner Haustür.
Er hatte auch eine schöne Erklärung für des Zeichen SPD = Super Pleiten - Darsteller

28.07.2012
14:45
Leerstände bleiben ein großes Problem
von biggy.c | #3

Der Artikel, die Aussagen des Gewerbevereins bringen die Sachprobleme dem Leser deutlich nahe.
Auch die aufgezeigten Möglichkeiten gehen in die richtige Richtung.
Was aber nicht beleuchtet wurde sind die Umstände, sozialer Querschnitt der Bevölkerung, Kaufkraft der Menschen im Stadtbezirk.
Es gibt eine Wechselwirkung zwischen Nachfrage und Warenangebot.
Die entscheidete Frage muss aber beantwortet werden: Warum sind die Stadtbezirke Hörde und Hombruch besser aufgestellt.
Ein Blogger, der sich selber Borsigplatz nennt, drückte es wie folgt aus:
Ohne Knete keine Fete. Ein Hartz IV-Empfänger, ein Arbeitnehmer, mit staatlicher Unterstützung, braucht keinen Feinkostladen vor seiner Haustür.
Er hatte auch eine schöne Erklärung für des Zeichen SPD = Super Pleiten - Darsteller.

28.07.2012
14:25
Leerstände bleiben ein großes Problem
von r.wawziniak | #2

Vorab ein Lob an die Presse, an den Journalisten und die WR, das sie sich dem Thema ausführlich widmet.
Was auffällig ist, das sich alle Parteien, auch der Gewerbeverein, mit inhaltlichen Aussagen zu Wort gemeldet haben.
Was für eine Peinlichkeit, die Sozialdemokraten sind im Stadtbezirk abgetaucht.
Wo bleibt die politische Stellungsnahme des Bezirksbürgermeister, des Fraktionssprechers der SPD in der BV.
Zum Schluß die Anmerkung; Was trägt die Ratsvertreterin Schnittker zur Verbesserung im Stadtbezirk bei?
Die sozialdemokratischen Spitzenkräfte im Stadtbezirk haben keine Meinung zu einem Problem das unter den Nägeln brennt.
Wo bleibt die politische Führungsrolle der Partei im Stadtbezirk?
Sind Sozialdemokraten, ihre Mandatsträger nur Könige der Sprechblasen?

27.07.2012
21:57
Leerstände bleiben ein großes Problem
von drengler2 | #1

... Und dabei beginnt die grosse Krise doch erst richtig! Das Geld wird immer knapper und durch immer mehr Steuern, Abgaben, Gebühren und Kosten bleibt der Masse zu wenig zum Konsum, der genug Umsatz erzeugen könnte, um Ladengeschäfte zu erhalten.

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