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Buriad-Siedlung

Lebensqualität geht verloren

11.02.2011 | 17:28 Uhr
Lebensqualität geht verloren
Armin Jahl begutachtet die Buriad-Siedlung in Nette. Foto: Marcus Simaitis

Nette.Die Bewohner der Buriad-Siedlung in Nette sind unzufrieden mit der Situation vor Ort. Die Deutsche Annington, sagt der örtliche Mieterbeirat, komme mit den Sanierungsmaßnahmen einfach nicht nach.

„Die Fassaden und die Dächer haben es dringend nötig. Fenster müssen ausgetauscht, die Rahmen isoliert und die Heizungsanlage saniert werden. Die Wärme geht einfach verloren. Wenn hier nicht bald etwas geschieht, sinkt unsere Lebensqualität immer mehr“, schimpft Walter Isensee vom Vorstand des Mieterbeirates. Seit 40 Jahren wohnt er in der Buriad-Siedlung: „Eigentlich“, sagt der 66-Jährige, „sind die Wohnungen vom Zuschnitt her gut aufgeteilt. Und eigentlich möchte ich hier auch nicht mehr weg. Die Annington aber darf uns nicht weiter im Regen stehen lassen.“ Hilfe erwartet der Senior nun von der Politik. Armin Jahl, seit Mai 2010 SPD-Abgeordneter im Düsseldorfer Landtag, kennt die Probleme: „Ja, es ist richtig. Seit einigen Jahren häufen sich die Probleme im Wohnungsbestand der Deutschen Annington auch in Nette. In deren Folge verstärken sich die Leerstände in der Hochhaus-Siedlung der 1970er Jahre. Ich spreche hier von der Butzstraße, vom Ritsar- und Adelhartweg.“

Hohe Heizkosten

Jahl, seit rund 30 Jahren für die Genossen in Nette in den unterschiedlichsten Funktionen tätig, befürchtet einen partiellen Verfall der Siedlung. In einem Hochhaus, klagt der SPD-Mann, seien so signifikante Leerstände aufgrund von baulichen Unzulänglichkeiten, dass sich eigentlich nur noch ein Abriss lohne. Jahl erkennt die Probleme in der Buriad-Siedlung und pflichtet dem Mieterbeirat bei: „In den 200 von insgesamt 600 nicht modernisierten Wohnungen entstehen wegen der alten Alu-Fenster hohe Heizkosten. So wurde von einer Mieterin, die eine 45 Quadratmeter große Wohnung vor Ort bezieht, 800 Euro nachgefordert. Aber auch in Teilen des sanierten Bestandes sind die Heizkosten überdurchschnittlich hoch“, weiß Jahl. Auf die Deutsche Annington ist der 63-Jährige daher nicht gut zu sprechen: „Derzeit versuchen sie, mit hohen Mietnachlässen neue Mieter zu gewinnen. Dabei wird ein Gesamtmietpreis - einschließlich Nebenkosten - offeriert.“ Jahl sieht in diesem Zusammenhang „die Alt-Mieter zusätzlich belastet. Das ist in hohem Maße ungerecht.“ Der Appell des Politikers an das Wohnungsunternehmen: Mängel der damaligen Instandsetzungsmaßnahmen beseitigen, Bestand insgesamt modernisieren, Siedlungsstruktur maßvoll verändern und auf eine ausgewogene Mieterstruktur achten.

Norbert Jacobs

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Kommentare
12.02.2011
12:36
Lebensqualität geht verloren
von Eva-Maria | #2

Nach dem Ende des Krieges haben die Dortmunder Sozialdemokraten das Sagen in der Stadt.
6o Jahre Sozialdemokratie bedeutet auch, 6o Jahre sozialdemokratische Stadtplanung.
Wer hat den Bau dieser Siedlung geplant und genehmigt?
Angebot und Nachfrage bestimmen auch den Wohnungsmarkt.
Auch Wohnungsunternehmen, müssen schwarze Zahlen schreiben.
Es wird niemand gezwungen in einer Wohnung zu leben, die ihm nicht gefällt.
Nur Forderungen an die Wohnungsbaugesellschaft zu stellen ist zu wenig.
Was kann - was muss - Politik in der Sache leisten können?
Was kann die Politik als Alternativen anbieten? Welche rechtlichen Möglichkeiten haben der Mieterbeirat und die Politik in der Sache?
Diese Fragen finden sich in einer Broschüre einer alternativen WG in Hamburg.
Diese Fragen zeigen deutlich das Dilemma der Politik. Was der SPD Abgeordnete nicht sagt; Welche Möglichkeiten die Politik ausschöpfen kann! Es wäre schön gewesen, wenn der Abgeordnete gesagt hätte: Lebensqualität kann erhalten werden, verbessert werden, wenn folgende Kriterien erfüllt werden können!
Wenn er der Abgeordnete hinzugefügt hätte;
Meine Möglichkeiten in diesem Rahmen sind folgende! Nur lamentieren ist zu wenig, ist politisch nicht substanziell. Der soziale Wohnungsbau ist bei den Sozialdemokraten auch nicht hoch angesiedelt. In den Thesen, zur kommunalen Wohnungspolitik, beider Volksparteien, findet sich die Formulierung: Der soziale Wohnungsbau in städtischen kommunalen Händen, ist das Gegengewicht, gegen Auswüchse auf dem Wohnungsmarkt, und sichert, den sozialen Ausgleich! Bezahlbarer Wohnraum ist sozialer Ausgleich, ist Sozialpolitik. !

12.02.2011
04:13
Lebensqualität geht verloren
von wilmor | #1

Ein schöner Artikel und eine Nette Werbung darunter. Herzlichen Glückwunsch.

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