Lärmschutz nicht vernachlässigen
12.02.2012 | 16:57 Uhr 2012-02-12T16:57:00+0100
Huckarde. Die Absicht zum Bau der Containeranlage für „Kombinierte Verkehre (KV)“ wirft in vielerlei Hinsicht Fragen auf. „Sicher“, betont Ratsmitglied Stefan Keller (SPD), „ist es vernünftig, wenn die Hafen AG ein solches Vorhaben plant.“ Aber der Lärmschutz dürfe nicht vernachlässigt werden.
Die Absicht zum Bau der Containeranlage für „Kombinierte Verkehre (KV)“ wirft in vielerlei Hinsicht Fragen auf. „Sicher“, betont Ratsmitglied Stefan Keller (SPD), „ist es vernünftig, wenn die Hafen AG ein solches Vorhaben plant. Die Konkurrenzsituation ist gegeben und nur ein wirtschaftlich gesunder Hafen sichert die 5000 Arbeitsplätze, die dringend benötigt sind.“ Auch der städtebauliche Aspekt sei positiv zu bewerten, so werde eine Industriebrache wieder genutzt. „Mit der nun neugeplanten Nutzung als solche können wir sicher gut leben“, bestätigt Keller.
Das „Aber“ folgt jedoch. „Bei sämtlichen Überlegungen kommt das Thema Lärmschutz zu kurz“ meint Keller und betont: „Sicher ist das Bestreben der DSW21 erkennbar, beim passiven Lärmschutz zu helfen, das ist auch lobenswert.“ Jedoch müssen weitere Überlegungen vorgenommen werden, um vom nördlichen Eingang Huckardes an der Buschstraße bis hin zum südlichen Ortsausgang Verbesserungen zu erreichen. „Auch die Verkehrsströme und die damit verbundene Mehrbelastung durch Deusen dürfen nicht unberücksichtigt bleiben.“
Welche Maßnahmen das im Einzelnen sind, könne noch niemand sagen. „Manchmal hilft vielleicht schon das Anheben eines Gullideckels, manchmal müssen eventuell auch weitreichende Maßnahmen angedacht und eingefordert werden“, macht Keller deutlich. Im Ausschuss für Stadtentwicklung hat die SPD-Fraktion daher einen Antrag eingebracht, der die Verwaltung auffordert, genau diese Maßnahmen zu überprüfen. „Hier ist es wichtig, dass rechtzeitig dieses Thema in die Beratungen einbezogen wird“, meint der Ratsvertreter. Weitere Gespräche mit dem Vorhabenträger werden folgen, um das Thema Lärmschutz nicht zu vernachlässigen.
Zum Hintergrund: Wie berichtet soll bereits im Sommer der Startschuss für die Bauarbeiten der so genannten KV-Anlage am ehemaligen Huckarder Hafenbahnhof fallen. An der Westfaliastraße werden diese „Kombinierten Verkehre“ abgewickelt. Laut dem Investor DSW21 brauche man mehr Kapazitäten, um „im hart umkämpften Wettbewerb bestehen zu können“.
Knackpunkt bei den Planungen ist – aus Sicht von Anwohnern und der Politik vor Ort – die Frage, wie viele Lkw zusätzlich täglich durch den Stadtteil fahren. Auch während der jüngsten Sitzung der Bezirksvertretung (BV) Huckarde kamen Zweifel an Lärm- und Verkehrsgutachten auf, es wurde lautstark diskutiert.
18:28
Fakten:
1.)
Nicht die dortmunder Hafen AG plant diese äußerts fragwürdige KV-Anlage, sondern die duisburg facility logistics GmbH im Auftrage der duisburger Hafen AG. Dortmunder können anscheinend so etwas alleine nicht planen!?
2.)
Geplant sind 4 Krangleise mit 2 Krananlagen mit einer Kranbahnlänge von 700 m und einer Spurweite von 40 m. In 24 Stundenbetrieb (tag- und nacht!) sollen Lkw-Züge und umgekehrt be- und entladen werden.
3.)
Endgültige Zufahrt ab 2012 nur über die Lindberghstr.-Franzschlüterstr.
4.)
Schall und Erschütterungsemissionen wurden nach Richtlinein/Tabellen aus 1996-1998-2001 gemessen und ermittelt. Wir haben aber das Jahr 2012!
5.)
In dem Areal sind 80 geschützte Bäume (Ahorn, Esche, Weide, ...) davon werden 69 abgeholzt. 30 Vogelarten mit Revieren und 6 Gäste sind ermittelt worden. Flora und Fauna nicht detailliert ermittelt. Auch keine Angaben zu Amphibien, Reptilien, Fledermäuse, Heuschrecken, Tagfalter...
Irgendwer hat es hier anscheinend sehr eilig, dass die Planung schnell realisiert wird, ohne Rücksicht auf Naturschutz!
6.)
Vier Blindgängerverdachtspunkte (BOMBEN) sind in den Karten vermerkt.
Weitere 10 in/um Deusen. (1x Nette, 2x Mengeder Heide, 1x Ellinghausen).
7.)
Alle Gutachter (Schallschutz, Emissionen, Landschaftspflege...) und Fachbeiträge sind sonderbarer Weise immer aus dem Rheinland, nur einer aus Marten (Zweistelle). Duisburger Hafen liegt auch im nördliche Rheinland!
Ich hatte den Eindruck, dass hier einseitige Gefälligskeitsgutachten im Schnelltempo gefertigt wurden! Falls die geplante Anlage realisiert werden sollte, können alle Bewohner/Anwohner und Immobilieneigentümer bis 500 m zum Emscher Alle, Hülshof und Huckarder Straße lärmmäßig für immer...!
Für Bewohner am Hülshof sind sogar dreifachverglaste Fenster vorgesehen!
Aber was ist mit der verpesteten Luft?
Was sollen mir diese Fakten sagen?
Hafen AG und Duisport sind seit längerem eine Kooperation eingegangen. Man nutzt das Know How aus Duisburg für ein Planfeststellungsverfahren. Gefälligkeit kann nur die Bezirksregierung zeigen, wenn sie die Augen zumachen bzw nachlässig prüfen.
Das KLV-Terminal wird in DEUSEN liegen, weil die Deutsche Bahn für einen Teil ihres Rangierbahnhofsgeländes einen zu hohen Preis forderte.
Nichtsdestotrotz werden KLV-Verkehre per Bahn näher an den Hauptnutzer wie IKEA gebracht. Ist es etwa nützlicher, wenn Hangartner-Auflieger in Wuppertal-Langerfeld umgeladen werden und den Restweg nach Ellinghauen auf der Straße nehmen?
Früher hatte der ganze Dreck, Staub und Lärm Bestandsschutz, niemand hat gemessen und Maßnahmen gefordert. Jetzt gibt es Richtlinien und Abwehrmaßnahmen. Früher hätte man die besonders betroffenen Häuser einfach abgerissen und fertig.
Die Nachtbelastung soll sich auf 6 Vorgänge pro Stunde belaufen, von 6 bis 22.00 sollen es bis 470 Vorgänge sein. Das dürfte nicht die tatsächliche sondern die technisch höchstmögliche Leistung der Anlage und damit der Belastung sein.
Nach der Zeche ist auch die Rangierbelastung aus dem Rangierbahnhof der DB weggefallen.
Die Luftbelastung wird kaum feststellbar sein, da die "Belüftung" des Gebietes und der Hauptfahrwege sehr gut ist und die Zugmaschinen tendenziell immer saubere Motoren eingebaut haben.