Klettern gegen Kinderarmut
17.08.2009 | 17:52 Uhr 2009-08-17T17:52:00+0200
Die Kombination ist ungewöhnlich – doch mit ihrem Gottesdienst in der Kletterhalle Bergwerk nächsten Sonntag will die Evangelische Kirche durch Außergewöhnliches bewusst Aufmerksamkeit erregen. Und so für ein wichtiges Thema sensibilisieren: Kinderarmut.
Der „Kampagnengottesdienst” in der Kletterhalle Bergwerk (Emscherallee 33) steht unter dem Motto „Lasst uns nicht hängen”. Die Aktion wird von der Eliasgemeinde, der Gemeinde Huckarde, der Evangelischen Freikirchlichen Gemeinde und der Schwerpunktpfarrstelle „Junge Familien” der Noahgemeinde veranstaltet – in Kooperation mit Christoph Knieper, Geschäftsführer der Kletterhalle.
„Wenn man genau hinschaut, erlebt man Kinderarmut täglich”, sagt Knieper, der sich sofort zu der Kooperation bereit erklärte – und eine „Kletterperformance” plant, mit der dem Gottesdienst ein außergewöhnliches Rahmenprogramm hinzugefügt werden soll. Anschließend findet ein „Schnupperklettern” statt, das die Veranstalter den Kindern zu vergünstigten Konditionen anbieten werden. Hierfür sind Anmeldungen erforderlich: bei Pfarrer Carsten Griese ( 9 10 87 46). Für Griese, der in der Schwerpunktstelle „Junge Familien” arbeitet, ist Kinderarmut eine tägliche Erfahrung. Die Zentrale der Noah-Gemeinde befindet sich in Nette – damit in einem Stadtteil, der laut Sozialbericht als „Aktionsraum” deklariert ist, ebenso wie Bodelschwingh, Westerfilde und Marten. Den Gottesdienst in der Kletterhalle wolle man mit einer Spendenaktion verbinden, die den Initiativen „Sterntaler” und „Mittagstisch Westerfilde” zugute kommen solle. Dabei sei die Veranstaltung als Bestandteil der vielfältigen Arbeit der Kirche gegen Kinderarmut zu begreifen (z.B. Hausaufgabenhilfe und Ferienangebote). Osthaus hat ähnlich bedrückende Erfahrungen gemacht: „Wenn wir ein Essensangebot machen, ist der Zulauf groß. Bei Konfirmationen haben manche Familien kein Geld für entsprechende Kleidung oder die Unterrichtsmaterialien für ihre Kinder.”
Solchen Zuständen müsse dringend entgegengewirkt werden, erklärt Michael Stache, Superintendent des Kirchenkreises West: „Kinder sind immer das schwächste Glied. Das Thema muss stärker in die Öffentlichkeit.” Dass die Politik sich der Problematik bewusst sei, zeige der Aktionsplan „Soziale Stadt”. Der Kirche gehe es darum, solche Ansätze zu ergänzen. So sei die Veranstaltung des Gottesdienstes im Bergwerk Teil einer Kampagne der Ev. Kirche in Westfalen. Unter dem Motto „Lasst uns nicht hängen” seien zahlreiche Aktionen geplant, für die auch Christoph Biemann („Sendung mit der Maus”) erfreulicherweise die Schirmherrschaft übernommen habe.
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