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Kokerei Hansa

Kläranlage kommt im Sommer - SPD befürchtet Schadstoffe

22.02.2013 | 17:04 Uhr
Michael Otto und Stephan Conrad zeigen den Sanierungsplan. Die unterschiedlichen Maßnahmen sind farblich gekennzeichnet.
Michael Otto und Stephan Conrad zeigen den Sanierungsplan. Die unterschiedlichen Maßnahmen sind farblich gekennzeichnet.Foto: Nils Heimann

Nette.  Die Koksproduktion auf der Kokerei Hansa ist schon lange eingestellt, doch deren Hinterlassenschaften sind im Erdreich und Grundwasser noch immer messbar. Mit dem Bau einer Reinigungsanlage für Grundwasser im Sommer soll sich das ändern.

Die Belastung betrifft das Erdreich des Areals an der Huckarder Allee, besonders aber auch das Grundwasser, das zum Teil durch kokereispezifische Schadstoffe belastet ist - und derzeit noch ungereinigt in die öffentliche Kanalisation gelangt. Das bedeutet gleichzeitig, dass dieses Wasser erst in der Kläranlage Deusen von Schadstoffen befreit wird.
"Wie viel Wasser das aber überhaupt ist, können wir nicht sagen", erklärt Michael Otto, Diplom-Geologe von der Ruhrkohle AG (RAG-Montan Immobilien), der die derzeit laufende Sanierung auf der ehemaligen Kokerei leitet.
"Dennoch ist das aber natürlich kein Zustand, den wir dauerhaft wollen. Wir werden daher im kommenden Sommer eine eigene Grundwasserreinigungsanlage errichten", sagt Michael Otto.
Geologische Untersuchung
Die soll am südlichen Ende auf dem Gelände der heutigen Stiftung Industriedenkmalpflege entstehen. Und das hat seinen Grund: Denn ausführliche geologische Untersuchungen haben ergeben, dass an der Emscherallee /Ecke Mailoh der niedrigste Punkt des Areals ist und das Grundwasser eben in diese südliche Richtung fließt. Somit werden auch Befürchtungen seitens der Mengeder SPD entschärft, es könnte kontaminiertes Grundwasser auf Mengeder Gebiet ziehen.
Diese Befürchtungen waren nämlich Inhalt einer Anfrage, die die Sozialdemokraten in der vergangenen Sitzung der Bezirksvertretung (BV) an die Verwaltung stellten. Als Begründung hieß es in der SPD-Anfrage, man weise darauf hin, dass das Gebiet Richtung Nette von starken Bergsenkungen geprägt und somit potentiell durch Grundwasserströme bedroht sei.
Drainage parallel zur Emscherallee
Dem steht allerdings das geologische Gutachten der RAG-Montan Immobilien entgegen. "Doch natürlich müssen wir verhindern, dass überhaupt verunreinigtes Grundwasser unkontrolliert das Gelände verlässt", führt Michael Otto weiter aus.

"Dafür entsteht eine Drainage parallel zur Emscherallee von der Busch- bis zur Lindberghstraße, über die das Grundwasser dann zur Reinigungsanlage geleitet wird, bevor es in die öffentliche Kanalisation gelangt."
Die drei Elemente der Sanierung

  • Rückbau:Ein Großteil der Industrieanlagen auf dem Gelände der ehemaligen Kokerei werden zurückgebaut. Der Höhepunkt war die Sprengung eines Maschinenhauses und einer Gaskühlanlage im vergangenen September.
  • Bodensanierung:Kontaminierter Boden wird abgetragen, zu einem Landschaftsbauwerk aufgeschüttet und anschließend versiegelt.
  • Grundwassersanierung:Erfolgt wie im Artikel beschrieben.

Von Nils Heimann

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