Kinder lernen spielend Englisch

Besuch in der Dorstfelder Kita: Stadträtin Waltraud Bonekamp informierte sich über die bilingualen Angebote.
Besuch in der Dorstfelder Kita: Stadträtin Waltraud Bonekamp informierte sich über die bilingualen Angebote.
Foto: Linz/PiLi
Was wir bereits wissen
In drei Kindertagesstätten der Fabido gibt es ein bilinguales Sprachangebot: Die Kinder lernen bereits Englisch.

Dorstfeld..  Ruth Duhme liest den Kindern in der Dorstfelder Kita im Friedrich-Henkel-Weg ein Buch vor – auf Englisch. „The rollercoaster goes up, up, up and down“, spricht sie mit den Kindern im Chor und imitiert die Bewegung der Achterbahn. Schon seit sieben Jahren wachsen Kinder in der städtischen Kita mit Deutsch und Englisch auf. Stadträtin Waltraud Bonekamp hat sich über das bilinguale Angebot informiert und will Anliegen der Mitarbeiter in die Landeshauptstadt weitertragen.

Ruth Duhme ist eine von drei Muttersprachlerinnen, die den Kindern Englisch näherbringen. Eine bilinguale Fachkraft, die mit beiden Sprachen aufgewachsen ist, ergänzt das Team. „In jeder Gruppe sind zwei Betreuer, einer spricht nur Englisch, einer nur Deutsch“, erklärt Kita-Leiterin Birgit Waldmann das Prinzip. Das Lernen soll ganz ohne Zwang funktionieren: „Es ist ein alltagsintegriertes Lernen in verschiedenen Bereichen, zum Beispiel im Musik- oder im Kreativbereich.“

Mit allen Sinnen sollen die Kinder die anfangs fremde Sprache erfahren. Waltraud Bonekamp ist überzeugt von dem Konzept: „Sie lernen spielerisch im Lebenszusammenhang, das ist wirklich eine Chance für Kinder in dem Alter.“

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Waldmann will die Ressourcen und die Neugierde der Kinder von Anfang an nutzen. „Sie sollen Sprachen lernen als Normalität ansehen“, sagt sie. „Dafür müssen wir aber auch einen roten Faden spannen über Grundschulen und weiterführende Schulen.“ Nach der Kita-Zeit sprechen die Kinder schon so gut Englisch wie Drittklässler. Das hat eine Studentin der TU Dortmund in ihrer Bachelorarbeit herausgefunden. „Sie können einfache Fragen stellen und beantworten und kleine Geschichten erzählen“, stellt Ruth Duhme fest. In bisher drei Einrichtungen von Fabido, dem städtischen Betrieb, der familienergänzende Bildungseinrichtungen für Kinder in Dortmund betreibt, gibt es ein bilinguales Angebot.

Kritik nach Düsseldorf weiterleiten

Ein zentrales Problem dabei: die Finanzierung. „Eigentlich sind die Personalressourcen für das Angebot nicht da“, bemängelt Waldmann. Das Projekt sei aus einer Eigeninitiative heraus begonnen worden, aber die nötige Freistellung für den zusätzlichen Aufwand fehle. Das liege vor allem am Kinderbildungsgesetz, das für ein Kind der Kita eine bestimmte Pauschale zur Verfügung stelle. Sonderleistungen sind nach der Pauschale allerdings nicht vorgesehen.

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„Das heißt, die Förderung müsste zulasten von anderen Punkten gehen“, kritisiert auch Bonekamp. Die Kritik will sie nach Düsseldorf weiterleiten, denn: „In Dorstfeld ist Pionierarbeit geleistet worden und die Erfahrungen sind so gut, das muss man jetzt noch mehr in die Breite bringen.“