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Mit dem „El Juan“ durch Dorstfeld

In diesem Auto steckt eine halbe Küche

22.12.2012 | 15:00 Uhr
In diesem Auto steckt eine halbe Küche
Ausfahrt im Sommer: Angelina und Juliano in ihrem Elektro-Kinderauto, das ihr Großvater Gerd Adam gebaut hat.

Dorstfeld.   Gerd Adam hat für seine beiden Enkel ein Elektro-Kinder-Auto gebaut – jetzt warten die beiden auf trockenes Wetter.

Von wegen Warten aufs Christkind: Angelina und Juliano warten mindestens ebenso auf warmes und trockenes Wetter. Damit sie wieder Gas geben können. Im „El Juan“. Einem Elektro-Kinderauto Marke Eigenbau.

Er ist ein Unikat. Und er sorgt für Aufsehen wie sonst nur Edelkarossen: der „El Juan“. Das silberne Elek-tro-Kinderauto, mit dem Angelina (9) und Juliano (10) in Oberdorstfeld durch die Kleingartenanlage fahren.

Gebaut hat es ihr Großvater: Gerd Adam, Kfz-Mechaniker im Ruhestand – oder eben nicht. Zumindest, wenn es um die Freizeitgestaltung der jüngsten Familienmitglieder geht.

Die Blechkarosse – übrigens rostfrei – glänzt seit dem Spätsommer silbern im Sommersonnenlicht. Und zieht nicht allein deswegen die Blicke der Passanten an. Ein solches Gefährt haben sie noch nie gesehen. Können sie auch nicht: Es gibt nur dieses eine Exemplar.

Entstanden ist das Gefährt aus zwei Elektrorollern aus Fernost. „Die Qualität war minderwertig“, urteilt Gerd Adam über die Ausgangsprodukte. Rund 50 Arbeitsstunden und eine abenteuerliche Zusatzteileliste später war „El Juan“ daraus geworden.

10 km/h-Spitze undmit Rückwärtsgang

„Viel Kleinarbeit“ steckt in dem Kinderauto, berichtet Gerd Adam. Wer über die Liste der verbauten Teile schaut, glaubt das gerne.

Die Motorhaube war einmal eine Edelstahl-Dunstabzugshaube in der Küche, das Heck diente einst als Edelstahlspüle an gleicher Stelle. Der Außenrahmen war eine Gartenschaukel. Die Sitze sind ausrangierte Ledersessel.

Zur Technik: Die Lenkung stammt aus einem Golf der Wolfsburger Autoschmiede, das Lenkrad aus einem Corsa, die Bremse aus einem Fiesta. Der Antrieb: zwei Autobatterien, die für eine Dauerfahrleistung bis zu zwei Stunden sorgen. Höchstgeschwindigkeit: 10 km/h.

Eine Geschichte, wie aus einem Drehbuch

Die Entstehung des Gefährts haben Angelina und Juliano mitverfolgt.

Gerd Adam hat seine beiden Enkelkinder bewusst bei der Konstruktion eingebunden: „Ich wollte ihnen die Arbeitsweise eines Elektromotors erklären“, berichtet der ehemalige Kfz-Mechaniker von seinem pädagogischen Ansatz – eine Geschichte, wie sie aus einer Kinder-Fernsehsendung stammen könnte. „Die Kinder waren fasziniert, wie aus einer Steckdose eine Batterie geladen wird und dadurch dann Bewegung entsteht.“

Selbst einen Rückwärtsgang hat der „El Juan“. Dazu hat Gerd Adam den Antrieb so konstruiert, dass sich der Stromkreis umkehren lässt.

„Die technischen Daten habe ich schon gebetsmühlenartig auswendig gelernt“, berichtete Gerd Adam: Ständig wird er von Spaziergängern auf das Gefährt nach Herkunft und Bauart angesprochen.

Winter über parkt das Elektro-Kinder-Auto in der Garage. So lange es das Wetter zuließ, durften Angelina und Juliano damit ihre Runde drehen, notfalls „Mütze auf und Jacke an“.

Deshalb fiebern die beiden Geschwister nicht nur der Bescherung entgegen – sondern auch wieder einem Wetter für Cabrio-Fahrer.

Carsten Menzel



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