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KV-Anlage

„Ich trau’ dem Braten nicht“

02.02.2012 | 17:08 Uhr
„Ich trau’ dem Braten nicht“
Der Dortmunder Hafen. Foto: Hans Blossey

Mengede.Zeitweilig musste Bezirksbürgermeister Bruno Wisbar sogar zum Glöckchen greifen, um ein wenig Ordnung in die wortreiche Diskussion zu bringen. Das Thema: das geplante KV-Terminal auf dem Gelände des ehemaligen Huckarder Hafenbahnhofs. Etliche Anwohner befürchten, dass die KV-Anlage nicht nur für Arbeitsplätze sorgen wird, sondern vor allem für deutlich mehr Lärm und Verkehr.

Zu Beginn der Sitzung hatten Vertreter der Stadt und des Investors DSW21 deshalb zwei Gutachten vorgelegt – eben genau zu jener Problematik: Lärm und Verkehr. Das Fazit: Weder das eine noch das andere werde sich durch die Anlage maßgeblich erhöhen.

Doch SPD, CDU und Grüne bezweifeln das. Und zwar so sehr, dass sie am Ende der Sitzung ein Gegengutachten forderten.

Werner Locker, Fraktionsvorsitzender der SPD, betonte, dass „wir ausdrücklich für die neue Anlage sind“. Sie schaffe Arbeitsplätze und verfestige die Dortmunder Industrie. „Doch müssen dafür auch die Grundlagen vernünftig sein.“

Staus befürchtet

Laut dem Verkehrsgutachten, das DSW21 in Auftrag gegeben hat und vom Gutachter „in enger Abstimmung mit der Stadt“ angefertigt wurde, bestehen „aus verkehrstechnischer Sicht (...) keine Bedenken gegen die geplante KV-Anlage“. Werner Locker kann sich das nicht vorstellen. Vor allem der Verkehr, der Richtung A2 durch Mengede fließen wird, bereitet ihm Sorgen. Auch Isabella Knappmann (Grüne), Joachim Farnung (CDU) und Peter Kozlowski (SPD) meldeten Bedenken an: Die Ortseinfahrt Huckarde sei zu eng, dort werde es bestimmt Staus geben, auch seien möglicherweise zu wenig Parkplätze vorhanden, sodass die Lkw im Ort parken müssten. Ebenso sei die Lärmerhöhung – laut Gutachten plus „marginale“ 0,5 dB(A) – nicht hinnehmbar. Peter Kozlowski sagte, er traue „dem Braten nicht“. Die Berechnungen seien „geschönt“.

Rechtsamt soll prüfen

Kristina Rummeld von der DSW21 und Burckhard Kahrmann vom Stadtplanungsamt verteidigten die Gutachten jedoch vehement.

Sie seien keinesfalls geschönt, sondern „glasklar berechnet“. Nach langem Hin und Her und gelegentlichem Glöckchen-Einsatz wurde schließlich entschieden, vom Rechtsamt prüfen zu lassen, ob die Bezirksvertretung ein Gegengutachten beantragen kann – auf Kosten von DSW21.

Mats Schönauer

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Kommentare
03.02.2012
18:27
Dortmunder Norden wird durch LKWs terrorisiert
von xxyz | #2

Eigentlich sind alle Gewerbegebiete so angebunden, dass LKWs die Wohngebiete meiden könnten. Leider finden die LKW-Fahrer die Routen durch die Wohngebiete (Eving, Deusen) deutlich interessanter und der Politik, Stadt, Polizei ist es egal, wenn die Beölkerung gefährdet wird und mit Lärm terrorisiert wird. Denn kontrolliert werden evtl. vorhandene LKW-Verbote nicht.
Es ist also davon auszugehen, dass Mengede und Huckarde ebenso von LKWs überrollt werden. die Gutachter sollten Vergleichzahlen aus Eving nehmen.

02.02.2012
22:49
Man kann Statistiken mit alten Vergleichswerten und unwahren Annahmen schon verschönen und frisieren!
von eksom | #1

Die Werte der Verkehrsgutachten entsprechen nicht den aktuellen Gegebenheit von heute! Es sind Durchschnittszahlen aus der Vergangenheit, die heute nicht mehr gültig sind! 29 Lkw´s pro Stunde mehr (zusätzlich!) zu der jetzigen Verkehrsbelastung sollen heute nicht mehr Lärm und nicht mehr Abgase verursachen? Da lachen die Hühner!

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