Huckarde - ein starkes Stück Stadt
05.09.2010 | 15:46 Uhr 2010-09-05T15:46:00+0200
Huckarde.Im Jahre 860 taucht Huckarde erstmals urkundlich auf. Und so feiern die Stadtväter in diesen Tagen das 1150-jährige Bestehen des Vorortes. Doch so ganz genau lässt es sich bis heute nicht bestimmen, wie alt der Dortmunder Stadtteil denn nun wirklich ist. Das ließ Bezirksverwaltungschef und Moderator Frank Führer am Freitag Abend (3. September) bei der Auftaktveranstaltung einer bunten Jubiläumswoche im gut gefüllten Festsaal der Alten Schmiede anklingen.
„Dass Huckarde älter ist als die Stadt Dortmund, das wollte ich gar nicht glauben“, sagte Ullrich Sierau. Der Stadtbezirk, lobte Dortmunds Oberbürgermeister, sei erfolgreich durch den Strukturwandel gekommen. Sierau stellte in seiner Festrede besonders den Bürger heraus. Viele Menschen, unterstrich Dortmunds Stadtoberhaupt, hätten in den einzelnen Ortsteilen in all den Jahren sehr engagiert gearbeitet. Sie lebten ein Stück Heimat. Das kenne man in der Metropole Ruhr nicht mehr überall. Hier werde noch gemeinsam in die Hände gespuckt. Die Leute vor Ort seien herzlich und liebenswert. Und unter dem donnernden Applaus der rund 150 Gäste aus allen gesellschaftlich relevanten Bereichen betonte Sierau: „Die Stadt ist den Menschen zu Dank verpflichtet. Huckarde ist ein ganz starkes Stück Dortmund.“
Rennbahn überrascht
Ein wichtiger Mann für diesen Stadtbezirk und für die Menschen, die hier lebten, ergänzte Sierau, sei auch Huckardes Bezirksbürgermeister Harald Hudy. Der OB wörtlich: „Ich freue mich, das ich dir wieder gegenübersitzen kann.“ Hudy musste sich einer Operation unterziehen, fiel drei Monate aus. Seinen bekannten Humor hat er indes nicht verloren. Endlich auf der Bühne angekommen, sagte Hudy: „Es dauert heute ein bisschen länger. Ich bin noch ein wenig behindert und komme mit Gehhilfe.“ Hudy verwies in seinem Grußwort auf eine 79 Seiten starke Hochglanzbroschüre, die rechtzeitig zur 1150-Jahrfeier Huckardes fertiggestellt wurde. „Man ist erstaunt, was so alles in dieser Broschüre zu finden ist. Ich wusste beispielsweise nicht, dass es in Huckarde früher eine Rennbahn gegeben hat.“
In diesem Zusammenhang stellte der Bezirksbürgermeister die rund eineinhalbjährige Fleißarbeit der Macher heraus, die für dieses Heft verantwortlich sind: Allen voran die Lokalhistoriker Dr. Günter Spranke und Peter G. Henning. Sein Dank galt zudem dem früheren SPD-Fraktionschef Walter Emmerich, der sich in einem Wortbeitrag mit der Huckarder Parteiengeschichte beschäftigt hat sowie dem Vorsitzenden der Interessengemeinschaft Huckarder Vereine (IHV), Dieter Eichmann. Der hatte sich die Gestaltung der Broschüre auf die Fahne geschrieben. Hudy erinnerte überdies an die finanziellen Schwierigkeiten zu Beginn der Planungen. „Die Festwoche“, räumte er ein, „stand auf der Kippe. Umso mehr danken wir den Sponsoren. Ohne deren Mittel hätten wir uns an die Veranstaltungen nicht herangetraut.“
Doch das ist Schnee von gestern. Der Stadtteil Huckarde feiert. Viele Events stehen in dieser Woche an. Eingebettet in die Festivitäten ist der SC 1885 Huckarde-Rahm. Der Traditionsclub schaut zurück auf 125 Jahre Vereinsgeschichte. Anerkennende Worte kamen von Sierau, der dem Vorstand und den vielen Ehrenamtlichen gute Arbeit attestierte. In der altehrwürdigen Schmiede überreichte der OB dem SC-Vorsitzenden Dieter Stroband eine Urkunde: „Ich hoffe, Sie fühlen sich auch in Zukunft weiter bestärkt und ermutigt, ihre höchst erfolgreiche Vereinsarbeit fortzusetzen.“ Glückwünsche und Präsente überreichte auch Manfred Hagedorn vom Westfälischen Turnerbund (WTB). SC-Chef Stroband nahm die Auszeichnungen dankbar an: „Jeder ist bei uns willkommen“ - und: „In unserer Volleyballabteilung gibt es sogar eine türkische Mädchenmannschaft.“
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