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Buriad-Siedlung

Hier wird es nicht ruhig bleiben

25.03.2010 | 17:23 Uhr

Mengede. Der Informationsabend in Sachen „Buriad"-Siedlung endete mit deutlichen Worten: „Wenn sie nichts tun, wird es hier nicht ruhig bleiben - weder von Seiten der Politik, noch von Seiten der Mieter", kündigte Armin Jahl (SPD) den beiden Annington-Vertretern an.

Vorausgegangen war in der Aula der Hauptschule Nette eine erregte Diskussion, zu der die Deutsche Annington Ralf Krämer und Robert Stellmach geschickt hatte - wohl im Glauben, dem Ärger über Modernisierungsrückstände mit Allgemeinplätzen begegnen zu können. „Wir sind interessiert, den Mietleerstand zu reduzieren." Oder: „Wir haben uns um einiges verbessert." Auch: „Ich denke, man kann zu Kompromissen kommen." Und: „Was notwendig ist, wird gemacht." Nur leider: Wie und wann könne man nicht genau sagen. Denn: „Konkrete Zahlen haben wir nicht dabei."

Fakten lieferte derweil Wohnungsamtsleiter Peter Neuhaus: In modernisierten Teilen der Siedlung liege die Leerstandsquote bei 14 Prozent, in nicht modernisierten Beständen bei 26 Prozent (Stand 2008). Neuhaus forderte Annington auf, an einem „Gesamtkonzept" mitzuarbeiten. Ziel: Verbesserungen in den Bereichen Modernisierung, Kundenservice und Wohnumfeld. Was bisher gemacht wurde, sei „Kosmetik". Das Wohnungsamt sei weiter zum Dialog bereit. Im Falle einer Beibehaltung der Sozialbindung könne man auch über eine Förderung durch Landesmittel sprechen.

Rainer Stücker vom Mieterverein Dortmund verwies auf das Problem der Alufenster aus den 70ern, die im Winter für nasskaltes Raumklima und Schimmel sorgen und bei „200 Mietern" noch nicht ausgewechselt worden seien. Mieter hätten das Recht, „20 Prozent Mietminderung" geltend zu machen. Zudem gebe es Hinweise, dass Mieter wegen der Umlage bei Heizkosten „durch Leerstände benachteiligt" seien. Im Publikum war gar von Heizkostennachzahlungen von 1000 Euro die Rede.

Entscheidung im Juni

Auch kursieren Gerüchte, nach denen Bestände als „Saisonwohnungen" an Firmen sowie Kurzzeitmieter vergeben würden, die hier mit Visa arbeiteten - was Krämer und Stellmach bestritten. Und zu Alufenstern, so die Annington, gebe es Gerichtsurteile, die nicht von Mietmängeln ausgingen. Über Maßnahmen in der Buriad-Siedlung werde „hausintern" diskutiert. Eine Entscheidung: eventuell im Juni. Aber: Annington gehöre eben einer englischen Investorengruppe, müsse „Rendite erwirtschaften". Derzeit konzentriere man sich auf Modernisierungen in anderen Städten - etwa Köln. Das sorgte unter den Besuchern für Unmut. Armin Jahl, SPD-Stadtbezirksvorsitzender, warnte die Deutsche Annington davor, bei einem weiteren Gespräch im Sommer erneut vage zu bleiben: „Das werden wir nicht akzeptieren." cc

Christian Chmel

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