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Jugendfreizeitstätte...

Hier darf jeder Schwächen zeigen

05.04.2010 | 14:36 Uhr

Westerfilde. Ganze 76 Quadratmeter groß ist der Jugendtreff im Quartier zwischen Speckestraße und Gerlachweg in Westerfilde. Discoanlage, Billardtisch oder Kicker? Fehlanzeige. Das unverzichtbare Inventar einer Jugendfreizeitstätte sucht man hier vergebens – ganz bewusst.

Dafür gibt es für Mädchen und Jungen ab 14 Jahren eine vertrauensvolle, enge und intensive Beziehungsarbeit, die an positive familienähnliche Strukturen erinnert. Rund dreieinhalb Jahre nach der Eröffnung im Oktober 2006 zieht das Dortmunder Jugendamt eine positive Zwischenbilanz. „Bei einer Tasse Kaffee oder einem Becher Tee haben die Jugendlichen die ruhige und familiäre Atmosphäre des Treffs schätzen gelernt”, freut sich Sonja Carstens, Fachreferentin für Kinder- und Jugendförderung im Stadtbezirk Mengede. Beratende und unterstützende Hilfen bei Alltags- und Schulproblemen sowie Hinweise und Informationen bei der Ausbildungs- und Arbeitsstellensuche werden intensiv nachgefragt und gerne angenommen. In Einzelfällen lässt sich das sogar an konkreten Verbesserungen messen. So holte ein 18-jähriger Jugendlicher mit Migrationshintergrund erfolgreich seine mittlere Reife an einem Berufskolleg nach. Ein 17-Jähriger schaffte den Sprung von der 10. in die 11. Klasse. Ein weiterer Besucher trainiert seine Kräfte und erlebt die damit verbundenen Grenzen mittlerweile in einem Sportverein. „Neben Chillen, Klönen, aktiver Freizeitgestaltung und der Durchführung von Kooperationsaktionen und -projekten mit der städtischen Jugendfreizeitstätte Westerfilde liegt der Schwerpunkt bei den Hilfs-, Beratungs- und Bildungsangeboten im nieder-schwelligen Bereich”, erläutert Sonja Carstens.

Fragen der Lebensplanung und der sozialen Kompetenz sowie interkulturelle Themen werden in Einzel- und Gruppengesprächen thematisiert und diskutiert. „Wir behandeln alle Bereiche sehr sensibel. Daher fühlen sich die Jugendlichen verstanden und ernst genommen”, betont die Sozialpädagogin des Jugendamtes. Nach außen hin starke männliche Jugendliche mit Migrationgeschichte dürfen Schwächen und Gefühle zeigen. „Sie sind sich dabei der Atmosphäre vertrauensvollen Miteinanders bewusst, die durch die pädagogischen Kräfte vorgelebt wird”, berichtet Sonja Carstens. Der Treff befindet sich in einer ursprünglich leer stehenden Wohnung im direkten Lebensumfeld der Jugendlichen. „Gleichzeitig wurde mit der Einrichtung eines kleinräumig orientierten, niederschwelligen Jugendtreffs eine geforderte Maßnahme aus der sozialräumlichen Jugendhilfeplanung umgesetzt”, so die Fachreferentin.

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