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Gymnasiast soll 16.000 Euro für Abi-Ball veruntreut haben

28.05.2013 | 11:22 Uhr
Gymnasiast soll 16.000 Euro für Abi-Ball veruntreut haben
Das Schulgelände des Bert-Brecht-Gymnasium in Kirchlinde.Foto: Peter Bandermann

Dortmund.  Die Reifeprüfung ist bestanden, ein schönes Gala-Kleid gekauft, die Vorfreude auf den Abi-Ball riesengroß. Doch dann kam der Schock für die Abiturienten des Bert-Brecht-Gymnasiums in Dortmund: Das Geld für den Abi-Ball in der Westfalenhalle ist weg.

Die Abiturienten des Bert-Brecht-Gymnasiums freuten sich auf ihren Abschlussball. Doch dann der Schreck: Das Geld für die Fete in der Westfalenhalle 3a ist weg. Der Mitschüler, der seit anderthalb Jahren für die Ball-Kasse zuständig war, hat es nicht mehr. Er ist verdächtig, rund 16.000 Euro veruntreut zu haben. 203 Schüler - der erste doppelte Abiturjahrgang - zittern nun um ihren Abi-Ball mit fast 1000 Gästen. Sie wollen retten, was zu retten ist.

Der Schüler, der bislang durch sein politisches Engagement aufgefallen war, galt als besonders vertrauenswürdig. Im Sommer 2011 wurde er deshalb mit der Organisation des Abi-Balls betraut. Seitdem hatten die Schüler angefangen, das Geld für die Ball-Karten in Raten zu überweisen. 90 Euro pro Schüler-Familie.

Die ersten Raten an die Westfalenhallen hatte der Verdächtige auch noch bezahlt, doch als die Hallen jetzt die letzte Rate von 10.000 Euro - unter anderem für Dekoration und den Discjockey - forderten, blieb die Überweisung aus.

Wochenlang keine Antwort

Man habe den Mitschüler wochenlang über Handy und Facebook angeschrieben, verlautet aus Schülerkreisen. Doch es gab keine Antwort. Daraufhin wandten sich die Abiturienten an die Lehrer, die den Schüler aufforderten, zur Schule zu kommen.

Nachdem er den ersten Termin verschlafen hatte, brachte er beim zweiten ein ausgefülltes Überweisungsformular mit - allerdings ohne Datum und Unterschrift. Die Schüler warteten eine Woche, aber das Geld blieb aus.
Einen Tag, bevor sie Anzeige bei der Polizei erstatteten, besuchten sie ihren Mitschüler noch einmal abends zu Hause, gingen mit ihm zur Bank und forderten ihn auf, das Geld abzuheben. Doch am Automaten gibt es keine 16.000 Euro.

Verdächtiger war nicht zum Abitur zugelassen

Als die Schüler dann wenigstens 1000 Euro verlangten, musste der Verdächtige einräumen, dass er das Geld nicht mehr hat. Über die Ursache der Veruntreuung kann man nur spekulieren: Der Schüler war nicht zum Abitur zugelassen.

Die Abiturienten wollen sich aber nicht unterkriegen lassen. Unter dem Motto "Jetzt erst recht" versuchen sie das fehlende Geld noch einmal zusammenzubekommen. Statt einer Freikarte wollen die Schüler jetzt auch für ihre eigene Karte 30 Euro bezahlen, erläuterte Beratungslehrer Kim Schulte-Ortbeck auf Anfrage dieser Zeitung.

Heute startet zudem ein Kuchenverkauf, ein Gesangswettbewerb ist angedacht. Zudem sollen Sponsoren gewonnen werden, die beim Abi-Ball auf Reklametafeln oder mit Faltblättern für sich werben können. Heute gibt es einen Termin mit den Westfalenhallen. Dann wird noch einmal über die Dekoration und das Buffet verhandelt.

Abi-Ball wird privat organisiert

  • Der Abi-Ball ist keine Sache der Schule, sondern wird grundsätzlich von den Schülern privat organisiert und finanziert.
  • Die Schulen sorgen nur in der Regel einige Tage zuvor für die Zeugnisübergabe, gegebenenfalls mit einem kleinen Sektempfang.
  • Weil es in diesem Jahr am Bert-Brecht-Gymnasium diese Schwierigkeiten gibt, haben sich Lehrer bereit erklärt zu helfen. Auch der Förderverein ist einbezogen.

Gaby Kolle

Kommentare
08.08.2013
10:44
Gymnasiast soll 16.000 Euro für Abi-Ball veruntreut haben
von Beatrixx | #17

Nur so nebenbei: Es handelt sich hier übrigens um einen Juso-Funktionär, frage mich gerade, warum das nicht kommuniziert wird. Wäre der junge Mann...
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Gymnasiast soll 16.000 Euro für Abi-Ball veruntreut haben
Gymnasiast soll 16.000 Euro für Abi-Ball veruntreut haben
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http://www.derwesten.de/staedte/dortmund/nord-west/gymnasiast-soll-16-000-euro-veruntreut-haben-id8002223.html
2013-05-28 11:22
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