Funkmast in der Nähe eines Kindergarten aufgerüstet

Die Hoffnung der Anwohner im Oespeler Ortskern währte nur kurz. Ganz schnell mussten sie erkennen, dass die Kranarbeiten an der Borussiastraße keinesfalls den Abbau der ungeliebten Mobilfunkanlage einläutete. Denn genau das Gegenteil war der Fall.

Oespel.. Der Sendemast wird modernisiert und gleich um drei Antennen erweitert. Seit neun Jahren thront er mittlerweile auf dem Dach des Wohnhauses an der Borussiastraße 2. Schon 2004 ging nach der Installation der Vodafone-Anlage ein Aufschrei durch den Ort. Denn keine 100 Meter entfernt befinden sich der evangelische Kindergarten und der Schulhof der Förderschule "An der Froschlake"
Puffer von 100 Metern
Schon damals hatten Umweltamt und Bürgerinitiativen mit Hinweis auf den "Dortmunder Weg" Vodafone dazu aufgefordert, diesen Standort aufzugeben. Denn die Vereinbarung zwischen der Stadt und den Mobilfunkbetreibern besagt, dass möglichst ein Puffer von mindestens 100 Metern zu empfindlichen Nutzungen wie Schulen, Kindergärten oder Krankenhäusern eingehalten werden soll. Besonders ärgerlich ist in den Augen von Judith Zimmermann, Sprecherin der Initiative "Pro Oespeler Lebensraum", dass falsche Koordinaten-Angaben überhaupt erst zur Genehmigung dieses Standorts geführt hätten.
Erweiterung von drei auf sechs Antennen

Neun Jahre später wird die unerfreuliche Geschichte nun also weitergeschrieben: Die Bundesnetzagentur genehmigt Vodafone mit einer Standortbescheinigung die Erweiterung von drei auf sechs Antennen. Die Stadt sei über das Vorhaben frühzeitig informiert worden, betont eine Vodafone-Sprecherin und sieht auch sonst keine Versäumnisse beim Mobilfunkbetreiber: "Die Bürgerschaft zu informieren ist nicht unsere Sache", stellte sie klar.
Das werde er bei Bedarf gerne nachholen, erklärte Dr. Wilhelm Grote, Leiter des Umweltamts. Über die aktuellen Entwicklungen sei er sehr unglücklich, aber leider habe die Kommune keine rechtliche Handhabe. Der "Dortmunder Weg", so Grote, sei eine freiwillige Vereinbarung und würde glücklicherweise in den meisten Fällen eingehalten. So habe man die Mehrzahl der Bürger, die vom Mobilfunk betroffen sind, auf "der sicheren Seite". Leider gebe es aber auch Ausnahmen wie in Oespel, für die man bislang keine Problemlösung gefunden habe.