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Lütgendortmund

Formellas tragischer Fall

30.07.2012 | 18:24 Uhr
Formellas tragischer Fall
In einem Herner Krankenhaus kommt Hubert Formella aus Lütgendortmund langsam wieder zu Kräften.

Lütgendortmund.   Er hat sich vor diesem Moment immer gefürchtet und nun ist dieser Moment da: Hubert Formella liegt mit einem Oberschenkelhalsbruch im Krankenhaus. Noch hilfloser, als es der schwerbehinderte Rentner aus Lütgendortmund schon lange vor seinem Sturz war.

Er hat sich vor diesem Moment immer gefürchtet und nun ist dieser Moment da: Hubert Formella liegt mit einem Oberschenkelhalsbruch im Krankenhaus. Noch hilfloser, als es der schwerbehinderte Rentner aus Lütgendortmund schon lange vor seinem Sturz war.

Formella ist in seiner Garage an der Somborner Straße ausgerutscht, als er gerade „seinen Rollstuhl ins Auto verladen wollte“, wie er sagt. Er sei direkt auf das Bein mit dem amputierten Unterschenkel gefallen und habe da gelegen, „wie eine Schildkröte auf dem Rücken.“ Formella sagt, er habe geschrien vor Schmerzen bis Passanten ihn fanden, einen Rettungswagen riefen und er in ein Herner Krankenhaus gebracht wurde. Dort liegt Hubert Formella nun und er ist wütend – so wütend, dass ihm die Tränen kommen.

Formellas Sturz ist ein tragischer Unfall. Objektiv gesehen läuft die Frage nach der Schuld ins Leere, aus der subjektiven Sicht des Lütgendortmunder gibt es aber eine Schuldige: Die Stadt Dortmund.

Denn nach seiner Auffassung hätte die Stadt ihm längst einen eigenen Behindertenparkplatz vor dem Haus genehmigen müssen. Formalla sagt, dann wäre das alles überhaupt nicht passiert.

Unsere Zeitung hatte Hubert Formella bereits im Februar bei seinen Bemühungen um einen Parkplatz begleitet. Der Schwerbehinderte besitzt jedoch eine Garage, was die Sache verkompliziert: Wer sein Auto auch in einer Garage abstellen kann, hat nach der Straßenverkehrsordnung zunächst kein Recht auf einen eigenen Parkplatz. Formella sah das anders: Die Garage sei zu eng, um darin den dringend benötigten Rollstuhl ins Auto zu verladen. Ein Treffen mit Vertretern des zuständigen Tiefbauamtes verlief zunächst ohne das von Formella gewünschte Ergebnis.

Bei der Frage, wie der Streit zwischen dem Lütgendortmunder und der Stadt dann weiterging, weichen die Darstellungen voneinander ab. Dabei ist diese Frage wichtig, um zu klären, ob der Unfall möglicherweise hätte verhindert werden können.

Bei der Stadt Dortmund äußert Sprecher Thomas Kampmann zunächst sein Bedauern über den Unfall. Der „Fall Formella“ ist dort nach wie vor bekannt und auch die Forderung des Rentners würde „wohlwollend“ betrachtet. Mit Unverständnis reagiert die Stadt aber auf die Vorwürfe, sie habe möglicherweise einen Fehler gemacht: „Wir wollten im Mai zu einem weiteren Termin zusammenkommen“, sagt Kampmann; dieser Termin sei jedoch von Seiten Formellas abgesagt worden, was dieser bestreitet. Zudem habe Formella der Stadt mitgeteilt, dass er von seinen Forderungen nach einem eigenen Parkplatz Abstand nehme. „Wir sind nach wie vor bemüht und gewillt, Behinderten zu ihrem Recht zu verhelfen“, sagt Kampmann auf Anfrage unserer Zeitung.

Darüber hinaus wehrt sich Kampmann gegen die Darstellung, ein rechtzeitig genehmigter Parkplatz hätte den Sturz verhindert: „Wenn der Wagen draußen gestanden hätte, hätte Herr Formella den Rollstuhl auch verladen müssen und hätte ebenso stürzen können.“ Grundsätzlich sei die Stadt aber bereit, die Forderung Formelass nach seinem Parkplatz weiter zu prüfen. Kampmann: „Da ist letzte Wort noch gar nicht gesprochen.“

Janis Brinkmann



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