Fahrstühle in zwei Dortmunder Hochhäusern seit Wochen defekt

Der Lift lief zweieinhalb Wochen nicht. Am wurde er endlich repariert. Sein Vetter im Nachbar-Hochhaus in Dortmund-Kley funktioniert hingegen immer noch nicht.
Der Lift lief zweieinhalb Wochen nicht. Am wurde er endlich repariert. Sein Vetter im Nachbar-Hochhaus in Dortmund-Kley funktioniert hingegen immer noch nicht.
Foto: Stephan Schütze
Was wir bereits wissen
Zwei Hochhäuser, zwei kaputte Fahrstühle: Die Bewohner der Häuser 33 und 35 in der Dortmunder Echeloh-Siedlung haben seit zweieinhalb Wochen nichts zu lachen, aber viel zu schleppen. Die Aufzüge gehen nicht. Eine schwerbehinderte Bewohnerin aus dem siebten Stock ist dadurch seitdem in ihrer Wohnung gefangen.

Dortmund.. Bewohner zweier Häuser in der Dortmunder Echeloh-Siedlung müssen seit zweieinhalb Wochen gezwungenermaßen die Treppen benutzen. Zwei Fahrstühle sind kaputt. "Ich wohne in der siebten Etage und bin schwerbehindert", schildert Mieterin Ruth Jaschke ihr Problem. Zweieinhalb Wochen streikt der Lift bereits. Mit ihrem Rollator kann die 68-Jährige deshalb nicht mehr das Haus verlassen. Zunächst halfen die Nachbarn, brachten ihr den Müll runter. "Doch irgendwann ist der Kühlschrank leer gewesen", berichtet die Seniorin. In dieser Woche meldete sich dann der Hausmeister. "Der hat dann am Mittwoch für mich eingekauft."

Auch Silke Brettin findet den Zustand mittlerweile nicht mehr lustig. "Ich leide unter Multipler Sklerose und kann nicht gut bis zu mir in die fünfte Etage laufen", berichtet die 49-Jährige. Nachdem sie Kontakt mit dem Vermieter aufgenommen habe, hätte der ihr die Nummer der Firma gegeben, die die Fahrstühle betreut. "Die haben mir erzählt, dass sie noch auf das Ersatzteil warten. Und das könne noch bis Ende nächster Woche dauern."

"Unterschiedliche Aussagen"

"Tatsächlich gibt es unterschiedliche Aussagen der Hausverwaltung zum Reparaturzeitpunkt", berichtet Dr. Tobias Scholz vom Mieterverein Dortmund. Er kritisiert, dass der Vermieter, Grand-City-Property, den Mietern von sich aus keine Hilfestellung angeboten habe. "Erst nach Drängen des Mietervereins meldete sich der Hausmeister bei Frau Jaschke", so Scholz. "Wir fordern Grand-City-Property auf, die Aufzüge unverzüglich zu reparieren und allen Mietern aktiv Hilfe anzubieten."

Ein Aufzugsausfall berechtige, so der Mieterverein, auch, die Miete zu mindern. "Wir erwarten hier ein Entgegenkommen von Grand-City-Property und das aktive Angebot von pauschalen Mietminderungen." Katrin Petersen, Sprecherin der Grand-City-Property, erklärte auf Anfrage dieser Redaktion, man sei bemüht gewesen, die Fahrstühle unverzüglich reparieren zu lassen. Aber die Beschaffung der Ersatzteile dauere bis zum Ende der Woche.

Im Haus Nr. 33 ging es dann doch noch schneller. Die Wartungsfirma rückte etwas überraschend schon Donnerstagnachmittag an und reparierte den Lift.

Vermieter bietet Hilfe an

Im Haus Nr. 35 läuft er noch nicht. Immerhin: Der Vermieter bietet den Bewohnern, die auf den Lift angewiesen sind, konkrete Hilfe an. Auf Anfrage dieser Redaktion teilte Unternehmenssprecherin Katrin Petersen mit: "Für alle Mieter, die in besonderem Maße auf den Fahrstuhl angewiesen sind, bemühen wir uns um individuelle Lösungen, sobald diese Mieter entsprechend Kontakt zu uns aufnehmen. Diesen zusätzlichen Service bieten wir freiwillig und auf unsere eigenen Kosten. Außerhalb der Mietersprechstunden erreichen die Mieter unser internes Service-Center unter der Telefonnummer rund um die Uhr unter Tel. (030) 609 81 52 10."