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Eine Silbermedaille als Eintrittskarte

13.08.2012 | 18:00 Uhr
Eine Silbermedaille als Eintrittskarte
Das Team um Thorsten Kramer (2 v. r.) bei der Präsentation des Films „Ein Traum für zwei“ in Lütgendortmund.

Lütgendortmund.   Thorsten Kramers großer Traum platzte in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag. Er war weit gekommen, doch am Ende hat es nicht gereicht. Der Dortmunder Jung-Regisseur stand mit seinem Kurzfilm „A dream for two“ im Finale des internationalen „Feel Good Festivals“ in Hollywood, doch am Ende entschied sich die Jury für den Beitrag eines Konkurrenten.

Thorsten Kramers großer Traum platzte in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag. Er war weit gekommen, doch am Ende hat es nicht gereicht. Der Dortmunder Jung-Regisseur stand mit seinem Kurzfilm „A dream for two“ im Finale des internationalen „Feel Good Festivals“ in Hollywood, doch am Ende entschied sich die Jury für den Beitrag eines Konkurrenten. Die Absage aus den USA hat Kramers Optimismus aber nicht gebrochen: „Mit meinem ersten Film bei meinem ersten Festival gleich das Finale zu erreichen, ist ein toller Erfolg.“

Thorsten Kramer, der in Dortmund-Mitte geboren wurde, seit seiner Kindheit aber eine enge Beziehung zu Lütgendortmund pflegt, ist noch immer enthusiastisch. Er spricht von einer „großen Ehre“ von einer „außergewöhnlichen Leistung“ und einer „tollen Auszeichnung“.

Auch wenn sein Film nicht gewonnen hat, „für mich ist das wie eine Silbermedaille.“ Der olympische Duktus verrät Kramers Motto: Dabeisein ist alles. Zumindest wenn „Dabeisein“ bedeutet, dass der eigene Film so gut ankommt, dass amerikanische Magazine positiv darüber berichten, dass endlich auch mal Humorvolles aus dem sonst so ernsten Deutschland komme. Oder wenn ein Filmverleiher aus den Vereinigten Staaten Interesse bei der Vermarktung von „A dream for two“ anmeldet.

Der Regisseur, Schauspieler und Drehbuchautor Kramer hat die Tür zur Filmwelt einen Spalt breit aufgestoßen, nun will er seinen Fuß drinbehalten. Und den nächsten Schritt gehen: Nachdem sein Film in Deutschland bislang nicht zum Zuge kam, könnte er überraschend bald nun doch auf einem deutschen Festival zu sehen sein. „Da läuft jetzt langsam eine große Maschine an“, hofft Kramer auf weitere Resonanz. Und sein Film hat viel Potenzial, das habe ihm die amerikanische Festivaldirektorin Karyn Jones extra noch einmal bestätigt: „A dream for two“ sei ein „Publikumsrenner“ in Hollywood gewesen, der Saal bei der Premiere „brechend voll“.

Doch obwohl Thorsten Kramer noch den Geruch der großen, weiten Filmwelt in der Nase hat, vergisst er nicht, wo seine Heimat ist: „Ich trage Dortmund im Herzen“, sagt er und verspricht: „Auch meine nächsten Filmprojekte werden mit größter Wahrscheinlichkeit in Dortmund spielen.“ Vielleicht sogar in Lütgendortmund, wo er mit Wilhelm Mohrenstecher einen wichtigen Unterstützer vor Ort hat und wo er als kleines Kind bereits über die Bartholomäus-Kirmes geschoben wurde. „Ich bin schließlich auf dem Traditionsrummel in Lütgenbömmel groß geworden“, sagt Kramer, dessen Vater einst Platzmeister der Kirmes war.

Der Sohn sprüht heute vor Ideen und hat sein nächstes Projekt schon ins Auge gefasst – sein neuer Traum: Thorsten Kramer plant einen TV-Mehrteiler über eine Dortmunder Industriellenfamilie. Ein ambitioniertes Ziel, das leicht „mehrere Millionen“ kosten könne. Drei Drehbücher sind schon fertig, das vierte ist es bald. Dann will Kramer wieder Klinken putzen, Investoren und Produktionsfirmen auftreiben, die das Projekt unterstützen.

Leicht wird das nicht, Kramer beziffert seine Chancen auf „fifty-fifty“. Doch momentan scheint für den Jung-Regisseur keine Idee zu absurd, keine Aufgabe zu groß und kein Berg zu hoch. „Ich habe jetzt eine Eintrittskarte in die Filmwelt“, sagt Kramer. Verschenken will er die auf keinen Fall.

Janis Brinkmann

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2012-08-13 18:00
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