Ein Rundgang durch die ehemalige Kokerei Hansa

Bei der Neujahrsführung hat Gerhard Hendler einen Zeitzeugen der Dortmunder Industriegeschichte wieder zum Leben erweckt: Mehr als 50 Besucher führte der Vorsitzende des Fördervereins zwei Stunden lang durch die ehemalige Kokerei Hansa. Der Höhepunkt: Ein Blick vom 40 Meter hohen Kohlenturm bei sonnigem Winterwetter auf die Dortmunder Skyline. Wir zeigen die schönsten Bilder von der Führung.

Huckarde.. "Täglich wurden 7500 Tonnen Kohle zu 5000 Tonnen Koks verarbeitet", sagt Gerhard Hendler. Das war von 1928 bis 1992. Koks ist ein poröser Brennstoff, den die Industrie bis heute bei der Stahlproduktion in Hochöfen einsetzt. "Nicht jede Kohle ist für die Verkokung geeignet", erklärt der Fördervereinschef.

Nur aus aschearmer Fettkohle kann mit Hilfe von Temperaturen bis zu 1500 Grad und unter Ausschluss von Sauerstoff Koks erzeugt werden. "Dazu wurden früher 16 Tonnen gemahlene Kohle von oben in eine Ofenkammer gefüllt", erläutert der 65-Jährige. 314 davon existieren bis heute - verteilt auf fünf Einheiten, Batterien genannt. Jede davon ist zwölf Meter lang, vier Meter hoch - aber nur 43 Zentimeter schmal.

"Alle aus feuerfestem Stein gemauert." Die notwendige Hitze wurde Gasverbrennung erzeugt. "Damals durchzog eine Gichtgas-Pipeline von 20 Kilometer Länge die Stadt", erinnert Hendler.

Deponie in Deusen

Auch Kokereigas sei für die Produktion genutzt worden - zuletzt auch das Methangas, das durch Fäulnisprozesse auf der früheren Deponie in Deusen entstand. Innerhalb von 18 bis 20 Stunden bildet sich der sogenannte Kokskuchen. "Der brannte lichterloh und musste mit Wasser gelöscht werden", erklärt Gerhard Hendler weiter. Der dafür notwendige Löschturm steht bis heute.