Dünnes Eis birgt große Gefahren
13.02.2012 | 17:57 Uhr 2012-02-13T17:57:00+0100
Wischlingen. In Wischlingen begibt sich in Gefahr, wer auf dem gefrorenen See im Revierpark Schlittschuh läuft. Doch obwohl zahlreiche Verbotsschilder vor einem Betreten des Eises warnen, ist der See aktuell bei Parkbesuchern jeden Alters sehr beliebt.
Wer sich auf dünnem Eis bewegt, läuft Gefahr einzubrechen. In Wischlingen droht das aus Sicht des örtlichen Revierparks gerade nicht sprichwörtlich, sondern buchstäblich. Denn obwohl zahlreiche Verbotsschilder vor einem Betreten des Eises warnen, ist der See aktuell für Parkbesucher jeden Alters als Schlittschuhbahn sehr beliebt.
Revierpark-Geschäftsführer Bernd Kruse graust es beim Gedanken an die damit verbundenen Gefahren: „Ich kann die Leute nur warnen, die glauben, sie wären auf dem See sicher. Niemand weiß, wie dick das Eis ist und ob es das Gewicht der Leute wirklich trägt.“ Aus Kruses Sicht handelt fahrlässig, wer die Verbotsschilder missachtet und sich trotzdem auf den gefrorenen See begibt.
Warmes Wasser werde regelmäßig in den Wischlinger See eingeleitet, weswegen das Risiko, dort ins eiskalte Wasser einzubrechen, noch höher als anderswo sei. Kruse: „Wer auf dem See Schlittschuh läuft, riskiert Leib und Leben.“ Bräche wirklich ein Besucher durch die Eisdecke, die Feuerwehr bräuchte mindestens fünf Minuten, bis sie zur „Eisrettung“ am Einsatzort wäre. Minuten, die für eine eingebrochene Person „grenzwertig“ sein können, wie Willi Holtkotte von der zuständigen Feuerwache in Marten weiß: „Wenn man einbricht und unter das Eis gerät, ist der Tod durch Ertrinken nahezu gewiss. Andernfalls droht das Erfrieren.“
Deshalb betont Bernd Kruse gegenüber der Stadtteilzeitung, er wolle keine „Spaßbremse“ sein, sondern lediglich ein Bewusstsein für die Gefahren schaffen. Auch im eigenen Interesse: Dem Revierpark obliegt die Verkehrssicherungspflicht für den See. Man habe jedoch keine Möglichkeiten, täglich die Dicke der Eisschicht zu prüfen.
Auch könne Kruse nicht „rund um die Uhr zwei Leute abstellen, die die Besucher vom See fernhalten.“ Man könne lediglich Verbotsschilder aufstellen und an die Vernunft der Gäste appellieren. Zumal in fußläufiger Entfernung eine sichere Alternative verfügbar sei: „Im Revierpark gibt es ja extra unsere Eishalle, in der die Besucher für zwei Euro Schlittschuhlaufen können – mit Musik und auch sicherem Untergrund“, sagt Revierpark-Manager Bernd Kruse.
In den vergangenen Tagen, an denen es zwar klirrend kalt, aber sonnig zugleich war, schien der See aber für viele Besucher die attraktivere Alternative zu sein. Nach Angaben des Revierparks hätten sich täglich bis zu 50 Kinder, Jugendliche und Erwachsene auf das Eis begeben. Da auch in den nächsten Tagen Tauwetter einsetzen soll, sei das Betreten der Eisfläche nun noch gefährlicher als sonst.
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