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Die neue Angst vor rechter Gewalt

13.11.2012 | 17:37 Uhr
Die neue Angst vor rechter Gewalt
Die Rechte hat das Ladenlokal Huckarder Straße 336 gekauft. Noch sind die Rolladen unten.Foto: Susanne Meyer

Huckarde. „  „Sehr sympathisch“ fand der Eigentümer des leerstehenden Ladenlokals an der Huckarder Straße 336 den jungen Fliesenleger, der die Geschäftsräume im April dieses Jahres von ihm kaufen wollte. Man war sich schnell einig; die Räume in dem Mehrfamilienhaus im Huckarder Ortskern, früher Domizil von Elektro Holzem, wechselten für 45 000 Euro den Besitzer.

Sehr sympathisch“ fand der Eigentümer des leerstehenden Ladenlokals an der Huckarder Straße 336 den jungen Fliesenleger, der die Geschäftsräume im April dieses Jahres von ihm kaufen wollte. Man war sich schnell einig; die Räume in dem Mehrfamilienhaus im Huckarder Ortskern, früher Domizil von Elektro Holzem, wechselten für 45 000 Euro den Besitzer. Der neue Inhaber wollte angeblich einen Internethandel dort einrichten. Stattdessen nistet sich jetzt die Partei „Die Rechte“ in dem Ladenlokal ein, das als neue Geschäftsstelle des Kreis- und Landesverbandes der im Mai auf Bundesebene gegründeten Partei genutzt werden soll.

Und Neueigentümer Didi S. ist in der Neonazi-Szene bestens bekannt. Er war einer der führenden Köpfe der verbotenen rechtsextremistischen Organisation „Nationaler Widerstand“, die in Dorstfeld aus ihrem Ladenlokal vertrieben wurde. Bis auf Didi S. findet sich das Führungspersonal in der Vorstandsriege dieser Organisation wieder.

Die Gruppe sei gewaltbereit; ihre Mitglieder würden Bürger und Gegner gleichermaßen unterschwellig und direkt bedrohen, sagen die Bündnisgrünen. Zum Konzept der Rechten gehört auch die Störung von Informations- und Diskusssionsveranstaltungen.

Schon jetzt geht die Angst um bei den Kaufleuten vor Ort. „Sie sind zwar empört, wollen aber nicht öffentlich darüber reden, weil sie Anschläge auf ihre Geschäfte fürchten“, weiß Bezirksbürgermeister Harald Hudy (SPD). Angst haben auch die Besitzer der Eigentumswohnungen über dem Ladenlokal an der Huckarder Straße 336. Hudy recherchiert gerade, ob die Eigentümerversammlung ein Mitspracherecht beim Verkauf eines der Objekte im Haus hat, macht den Betroffenen aber bislang wenig Hoffnung.

Auch der ehemalige Ladenbesitzer, der für die Räume einen Käufer über die LBS gesucht hatte, ist entsetzt über das Täuschungsmanöver. Rückgängig machen kann er den Verkauf aber nicht. „Er hat dem Käufer vertraut und ihn leider nicht überprüft“, bedauert Hudy.

Der Bezirksbürgermeister will sich so bald wie möglich mit Hartmut Anders-Hoepgen, Sonderbeauftragter für den Aktionsplan „Vielfalt, Toleranz und Demokratie“ und weiteren Politikern vor Ort treffen, um das weitere Vorgehen zu planen. „Am besten wäre es, wenn die Partei der Rechten ebenfalls verboten würde“, wünscht sich Hudy.

Ein solches Verbot würde schon im Düsseldorfer Innenministerium geprüft.

Von Susanne Meyer



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