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OESPEL / KLEY

Die letzte Ruhestätte für den besten Freund

02.08.2012 | 15:52 Uhr
Die letzte Ruhestätte für den besten Freund
Loans Grab schmückt ein Glasstein in Diamantform.

Oespel.   Viele Haustiere sind ein Teil der Familie – und das zeigt sich vielfach auch über den Tod hinaus, wie die Gestaltungen der Grabstätten auf dem Tierfriedhof in Oespel erzählen.

Farbenfroh, ja geradezu bunt, ist es hinter dem hohen Zaun. Zahlreiche Plastikwindmühlen rotieren surrend im Wind. Sommersonnenstrahlen bahnen sich einen Weg durch die dichten Blätter der großen, alten Bäume. Ein Ort, der Ruhe ausstrahlt – und Besinnlichkeit: Der Tierfriedhof. In den etwa 900 Grabstellen haben seit 1986 vornehmlich Hunde und Katzen, aber auch Meerschweinchen, Kaninchen oder Vögel ihre letzte Ruhestätte gefunden.

Die zum Teil aufwendig gestalteten, eingefassten Gräber, bepflanzt mit bunt blühenden Blumen und dekoriert mit steinernen Figuren, beweisen das geradezu innige Verhältnis der Besitzer zu ihren vierbeinigen Freunden. Das ist ebenso auf den Grabsteinen zu lesen: „Toby - In unserem Herzen lebst du weiter“, heißt es da. Oder „Schlaf gut, Peppino, unser kleiner Engel“. „Wir vermissen dich“ ist mehrfach hinterlassen. Mit dem Zitat „Ein Hund bleibt dir im Sturme treu, ein Mensch nicht mal im Winde“ gedenkt ein Hundebesitzer seinem „Hunter“, der das Herrchen mit acht Jahren verlassen hat. Oft gibt es ein Foto vom verstorbenen Tier zu sehen. Sämtlich Erinnerungen.

„Die Gräber hier sind oft besser gepflegt als bei Menschen“, sagt Verwalterin Angela Hoppmann (59). Beim Rundgang zeigt sie ein paar besondere Plätze. „Fuzzi“, der kleine Yorkshireterrier, der elf lange Jahre „Mama’s Baby“ war, ruht eingerahmt von teurem Granit. „Den hat die Besitzerin extra aus Frankreich kommen lassen“, weiß Angela Hoppmann. Pekinese „Loan“, der zehn Jahre alt wurde, liegt unter einem überdimensionalen diamant-ähnlich geschliffenen Glasstein. „You are always in my Heart“ heißt es in silber-glitzernder Schrift auf pechschwarzem Grund. „Das sind Japaner, die so ihren Hund immer im Herzen behalten wollen“, erklärt die Verwalterin.

Kreuze sind nicht erlaubt

Neben dem Tierfriedhof in Oespel/Kley bieten seit 2004 die Friedhofsgärtner Dortmund am Hauptfriedhof die Möglichkeit für eine Bestattung.

Zeichen menschlichen Totengedenkens (Kreuze zum Beispiel) sind dort nicht erlaubt.

Wenn ein Tierfreund keine Zeit oder keine Gelegenheit hat, sich um das Grab zu kümmern, übernimmt Gärtner Andreas Beyer gegen Gebühr diese Aufgabe. Dazu ist ein Pflegeauftrag erforderlich.

Kontakt und Infos: www.dortmunder-tierfriedhof.de

Gärtner Andreas Beyer (50) berichtet von einer Frau, die inzwischen „nach Bayern gezogen ist, sich aber zwei Mal im Jahr auf den weiten Weg macht zum Grab ihres Hundes.“

Chipkarte für Besucher

Viele mögen über soviel Tierliebe schmunzeln oder lächeln. Doch manchen ist der Hund, die Katze, das Kleintier sehr ans Herz gewachsen. Vielleicht zum einzigen Freund geworden, der in der Einsamkeit stets treu zur Seite war. „Vornehmlich Ältere aus dem gesamten Ruhrgebiet, Hagen oder dem Sauerland lassen hier bestatten, aber auch jüngere Familien vornehmlich mit Kindern“, erzählt Angela Hoppmann: „Oft muss ich am Telefon die weinenden Besitzer erst einmal trösten und aufbauen.“

Ein Beisetzungstermin ist meist schnell vereinbart. An-dreas Beyer muss dann zügig Hacke und Schüppe schwingen und die vorgesehene Grabstelle ausheben: „Je nach Tierart zwischen 40 x 40 Zentimeter für Hamster, Vögel, Urnen bis hin zu 120 x 80 Zentimeter für sehr große Hunde“. Drei bis zehn Schubkarren Erdaushub werden so voll. Würdevoll die Beisetzung selbst: „Manche kommen sogar in dunkler Trauerkleidung“, erinnert sich Angela Hoppmann.Zwei hölzerne Särge für kleinere Hunde oder Katzen, ausgeschlagen mit weißem Stoff, hält Beyer bereit.

Zwischen 100 und 290 Euro kosten Reihengräber für zwei Mietjahre, anonyme Grabstellen zwischen 78 Euro und 243 Euro. Bei den Reihengräbern sind die Einfassungen enthalten. Zudem bekommt jeder eine Chipkarte, die für den Ein- und Ausgang zum Tierfriedhof zwingend notwendig ist. „Dies dient auch für uns als Vorbeugung vor möglicher Zerstörungswut“, sagt Andreas Beyer.

Von Joachim vom Brocke



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