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Der Medicus hilft mit Magenbitter

09.09.2012 | 16:41 Uhr
Der Medicus hilft mit Magenbitter
Katja Schwerwitzki, Thomas Kern und Cindy Pott (von links) beim Spinnen.Foto: Jochen Linz

Huckarde.   Wem in einem Huckarder Supermarkt am Samstagnachmittag ein Ritter samt Rüstung vor den Einkaufswagen gelaufen ist, der hat sich hoffentlich nicht verwundert die Augen gerieben: Rund um die Sankt-Urbanus-Kirche hatten das Stadtbezirksmarketing und die katholische Kirchengemeinde zum Mittelaltermarkt geladen.

Wem in einem Huckarder Supermarkt am Samstagnachmittag ein Ritter samt Rüstung vor den Einkaufswagen gelaufen ist, der hat sich hoffentlich nicht verwundert die Augen gerieben: Rund um die Sankt-Urbanus-Kirche hatten das Stadtbezirksmarketing und die katholische Kirchengemeinde wieder zum alljährlichen Mittelaltermarkt geladen.

Wikinger, Schotten und Templer

Wikinger, Schotten und Templer gaben sich auch gestern noch ein Stelldichein. Eine Feuershow zog die zahlreichen Besucher in den Bann. Schade nur, dass die schöne Sankt-Urbanus-Kirche erst am gestrigen Sonntag komplett für Interessierte geöffnet war – zum Tag des offenen Denkmals.

Das tat der ausgelassenen Stimmung aber keinen Abbruch: Vor der Kirche kämpften Ritter und Knappen mit Schwertern gegeneinander. Der Nachwuchs wetteiferte in der Kunst des Bogenschießens miteinander. Met und Likör flossen in Strömen. „Templer wollen Mönchsbier saufen“ stand in großen Lettern über der mittelalterlichen „Bar“ – unweit des Kircheneingangs. Die Spielleute „Triskehle“ und ihre Kollegen von „Frenskopp“ sorgten für musikalische Unterhaltung mit teilweise alten Instrumenten. Das Publikum klatschte oft begeistert mit.

Christa Ziegler war aus Duisburg angereist, um Wollmäuse, Wichtel und Ketten an den Mann oder die Frau zu bringen. „Die Puppen sind mit Heu gefüllt“, erläuterte ihr Mitarbeiter.

„35 Patienten habe ich schon behandelt“, freute sich Medicus Georg von Meiersfeld, der im richtigen Leben in Dortmund als Chiropraktiker arbeitet und Jürgen Timpe heißt. Öle, Salben und Pulver bot er an. Die Besucher hätten sich auch nach den mittelalterlichen Behandlungsmethoden erkundigt und für moderne Pflanzenheilkunde interessiert. Seine Frau Anette begeisterte Interessierte mit selbst gebackenen Dinkelplätzchen und einem selbst hergestellten Magenbitter aus Kräutern. Nach einer Portion Spanferkel war der genau das, was einige Gourmets brauchten.

Ärzte kannten schon Betäubung

In einer Vitrine zeigten die Timpes rekonstruierte Instrumente, wie sie die Ärzte im Mittelalter eingesetzt haben. „Noch heute sind eigene davon im Einsatz“, erklärte Anette Timpe.

Selbst Betäubungen seien damals vom Medicus vorgenommen worden. „Entsprechende Mittel gab es früher schon.“ Doch habe die Kirche dies dann letztendlich untersagt. So mussten dann beispielsweise Zähne wieder ohne jegliche Narkose gezogen werden – ein ziemlich schmerzhaftes Unterfangen, wie auch wir Heutigen noch ahnen.

Von Sebastian Schulte



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