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Lütgendortmund

Das Warten hat ein Ende

06.02.2012 | 18:11 Uhr
Das Warten hat ein Ende
Neue Glocken der Batholomäus-Kirche in Lütgendortmund werden geliefert.

Lütgendortmund.   „Das Warten hat ein Ende“, seufzt Bettina Wirsching und schaut gen Himmel. Was folgt ist kein Stoßgebet der Pfarrerin von Bartholomäus: Ihr Blick geht hinauf entlang der langen Kette eines Krans, an der eine im Sonnenlicht blitzende Bronzeglocke vor stahlblauem Himmel hängt.

„Das Warten hat ein Ende“, seufzt Bettina Wirsching und schaut gen Himmel. Was folgt ist kein Stoßgebet der Pfarrerin von Bartholomäus: Ihr Blick geht hinauf entlang der langen Kette eines Krans, an der eine im Sonnenlicht blitzende Bronzeglocke vor stahlblauem Himmel hängt.

Gestern sind Christus, Bartholomäus, Martin Luther King und Katharina – so heißen die vier neuen Glocken – von der Gießerei Bachert aus Karlsruhe nach Lütgendortmund transportiert worden.

Töne abgestimmt

Gunter Gläser hat sie zunächst an den linken Seite des Kirchenschiffs aufstellen lassen – so wie sich die Kirchengemeinde das gewünscht hat. Der Mitarbeiter der Firma Bachert managt das ganz allein, doch mehrere flinke Hände unterstützen ihn dabei.

Ohne den 120-Tonner-Kran der Firma Wiemann aus Mengede würde jedoch gar nichts gehen: Schließlich bringt Christus, die schwerste Glocke, schon 1,4 Tonnen auf die Waage. Die mit 640 Kilo Leichteste des Bronze-Quartetts heißt Katharina. Alle Vier müssen vom Lastwagen per Kran auf den Kirchhügel transportiert werden: Dazu steht der Kran auf der Limbecker Straße, die deswegen von der Einmündung zur Lütgendortmunder Straße für einige Zeit gesperrt ist. 60 Tonnen wiegt der leuchtend gelbe Kran selbst: „Zwölf Tonnen pro Achse“, erklärt Michael Folgmann, technischer Außendienstler der Firma Wiemann. Bevor der Kran die neuen Glocken auf den Vorplatz der Kirche hievt, verabschiedet sich eine ihrer Vorgänger mit einem kräftigen letzten Schlag. Die drei alten Glocken, allesamt aus Gussstahl, sind 1919 vom Bochumer Verein gefertigt worden. Jetzt haben sie endgültig ausgedient. Ihre Nachfolger werden von Ostersonntag an für die nächsten sechs Jahrhunderte wieder die Gläubigen in die Kirche locken.Claus Peter, Glockensachverständiger der Landeskirche, „hat die Töne der Neuen mit den Glocken umliegender Kirchen abgestimmt“, weiß Pfarrerin Wirsching.Von heute an ziehen die Zimmersleute in die Kirche ein, um auch das Innere des Kirchturms zu erneuern. Die Firma Bachert verwendet dazu Eichenholz. 140.000 Euro hat die Gemeinde in den vergangenen zwölf Jahren gesammelt und gespart, um das Bauvorhaben zu finanzieren. „Der Betrag wurde nicht aus der Kirchensteuer finanziert“, freut sich Presbyter Wilhelm Mohrenstecher.

Sebastian Schulte

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