Bürger warnen vor Elektrosmog

Vorsicht, Hochspannung: Die Bürgerinitiativen im Dortmunder Westen und Süden lassen vorweihnachtlich die Lampen leuchten, aber ganz ohne Stecker.
Vorsicht, Hochspannung: Die Bürgerinitiativen im Dortmunder Westen und Süden lassen vorweihnachtlich die Lampen leuchten, aber ganz ohne Stecker.
Foto: privat
Was wir bereits wissen
Der Plan der Stadt, am Steinsweg in Oespel neues Bauland auszuweisen (Bebauungsplan Lü 148n) stößt weiter auf Widerstand. Der Grund: der Elektrosmog durch die dortige Hochspannungsüberlandleitung.

Oespel..  Die Bürgerinitiative (BI) „Pro Oespeler Lebensraum“ gibt ihren Widerstand gegen eine weitere Bebauung am Steinsweg in Oespel nicht auf. Sie setzt jetzt, nachdem der städtische Umwelt- und Planungsausschuss sein Ok gegeben hat und damit der Rat im zweiten Quartal 2013 die Satzung für das Neubaugebiet beschließen kann, auf die Aufklärung über die Gefahren durch Elektrosmog.

An der Spitze der Bewegung steht Judith Zimmermann, die nicht müde wird, auf mögliche Gefahren hinzuweisen, die von der 380 Kilovolt-Hochspannungsleitung ausgingen; die Überlandleitung führt durch das Neubaugebiet Lü 148n – oder aus Sicht der Bebauungsgegner formuliert: Die Fläche, die zur weiteren Wohnbebauung freigegeben werden soll, liegt „mit einem großen Bereich im 360-Meter-Abstands-Korridor zur Hochspannungsleitung, die der EU-Parlamentsausschuss für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz zum Schutz und zur Vorsorge vor magnetischen Feldern bei einer 380-Kilovolt-Freilandeitung vorgeschlagen hat“, stellt die Frontfrau der Initiative fest. Außerhalb des 360 Meter-Abstands liege die magnetische Feldstärke bei bzw. unter 0,25 Mikrotesla, die der EU-Ausschuss als Grenzwert vorgeschlagen habe; in der Einheit Tesla wird die magnetische Flussdichte gemessen.

Bedenken auf 160 Seiten

Anders als der EU-Ausschuss setzte die Stadt Dortmund auf einen Erlass des Landes Nordrhein-Westfalen, der lediglich einen Abstand von 40 Metern zwischen einer Wohnbebauung und einer 380-Kilovolt-Überlandleitung vorsieht; daraus ergebe sich ein Vorsorgewert von 10 Mikrotesla.

„Ein Wert, der viel zu hoch ist!“, kritisiert Judith Zimmermann: „Ab einem Strahlenwert von 0,2 Mikrotesla ist mit einer Gefährdung der Gesundheit zu rechnen.“ Eine mögliche Folge: eine Erkrankung an Leukämie.

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Zahlreiche Studien belegten die Gefährdung der Gesundheit durch magnetische Felder. Deshalb sei es fahrlässig, die Abstände zu der Hochspannungsleitung zu unterschreiten – zumal als Zielgruppe für die neuen Häuser „junge Familien mit kleinen Kindern“ angesprochen werden sollen.

160 Seiten stark ist ein Papier, in dem die Initiative ihre Bedenken zusammengefasst hat; das müsse die Stadt „noch abarbeiten“. „Wenn wir den Klageweg beschreiten, gibt es genug Ansätze“, sagt Judith Zimmermann selbstbewusst.

Sollte der Stadtrat mit SPD- und CDU-Zustimmung eine Satzung für das Neubaugebiet beschließen, setzt die BI wohl nicht nur auf eine Klage als Gegenmittel, sondern eben auch auf Aufklärung: um so die Grundstücks(ver)käufe auszubremsen – oder zu verhindern.