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Neubaugebiet in Oespel

Bürger warnen vor Elektrosmog

13.12.2012 | 18:38 Uhr
Bürger warnen vor Elektrosmog
Vorsicht, Hochspannung: Die Bürgerinitiativen im Dortmunder Westen und Süden lassen vorweihnachtlich die Lampen leuchten, aber ganz ohne Stecker.Foto: privat

Oespel.   Der Plan der Stadt, am Steinsweg in Oespel neues Bauland auszuweisen (Bebauungsplan Lü 148n) stößt weiter auf Widerstand. Der Grund: der Elektrosmog durch die dortige Hochspannungsüberlandleitung.

Die Bürgerinitiative (BI) „Pro Oespeler Lebensraum“ gibt ihren Widerstand gegen eine weitere Bebauung am Steinsweg in Oespel nicht auf. Sie setzt jetzt, nachdem der städtische Umwelt- und Planungsausschuss sein Ok gegeben hat und damit der Rat im zweiten Quartal 2013 die Satzung für das Neubaugebiet beschließen kann, auf die Aufklärung über die Gefahren durch Elektrosmog.

An der Spitze der Bewegung steht Judith Zimmermann, die nicht müde wird, auf mögliche Gefahren hinzuweisen, die von der 380 Kilovolt-Hochspannungsleitung ausgingen; die Überlandleitung führt durch das Neubaugebiet Lü 148n – oder aus Sicht der Bebauungsgegner formuliert: Die Fläche, die zur weiteren Wohnbebauung freigegeben werden soll, liegt „mit einem großen Bereich im 360-Meter-Abstands-Korridor zur Hochspannungsleitung, die der EU-Parlamentsausschuss für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz zum Schutz und zur Vorsorge vor magnetischen Feldern bei einer 380-Kilovolt-Freilandeitung vorgeschlagen hat“, stellt die Frontfrau der Initiative fest. Außerhalb des 360 Meter-Abstands liege die magnetische Feldstärke bei bzw. unter 0,25 Mikrotesla, die der EU-Ausschuss als Grenzwert vorgeschlagen habe; in der Einheit Tesla wird die magnetische Flussdichte gemessen.

Bedenken auf 160 Seiten

Anders als der EU-Ausschuss setzte die Stadt Dortmund auf einen Erlass des Landes Nordrhein-Westfalen, der lediglich einen Abstand von 40 Metern zwischen einer Wohnbebauung und einer 380-Kilovolt-Überlandleitung vorsieht; daraus ergebe sich ein Vorsorgewert von 10 Mikrotesla.

„Ein Wert, der viel zu hoch ist!“, kritisiert Judith Zimmermann: „Ab einem Strahlenwert von 0,2 Mikrotesla ist mit einer Gefährdung der Gesundheit zu rechnen.“ Eine mögliche Folge: eine Erkrankung an Leukämie.

Leuchten ohne Stecker

Kein Anschluss, aber trotzdem unter Strom: Dass Neonröhren, die unterhalb einer Hochspannungsleitung in die Luft gereckt werden, tatsächlich anfangen zu leuchten, dass wollen die Bürgerinitiative Pro Oespeler Lebensraum und die Interessengemeinschaft „Vorsicht, Hochspannung“ Dortmund-Süd gemeinsam am Montag, 17. Dezember, am Neubaugebiet Steinsweg vorführen – und damit auf den Elektrosmog unter der Hochspannungsleitung hinweisen. Ein vorweihnachtlicher Lichterglanz also – nicht besinnlich, aber zum Nachdenken anregend, so die Initiativen.

Treffpunkt für alle Interessierten und Aktivisten ist um 17.30 Uhr an der Trasse der Hochspannungsleitung in der Verlängerung des Rhönwegs/Nähe Steinsweg im Ortsteil Oespel.

Zusätzlich zu dem Leuchteffekt unter der Überlandleitung „gibt es weitere Informationen über das Thema und auch Glühwein“, verspricht Judith Zimmermann von der BI Oespel und hofft auf regen Zulauf.

Zahlreiche Studien belegten die Gefährdung der Gesundheit durch magnetische Felder. Deshalb sei es fahrlässig, die Abstände zu der Hochspannungsleitung zu unterschreiten – zumal als Zielgruppe für die neuen Häuser „junge Familien mit kleinen Kindern“ angesprochen werden sollen.

160 Seiten stark ist ein Papier, in dem die Initiative ihre Bedenken zusammengefasst hat; das müsse die Stadt „noch abarbeiten“. „Wenn wir den Klageweg beschreiten, gibt es genug Ansätze“, sagt Judith Zimmermann selbstbewusst.

Sollte der Stadtrat mit SPD- und CDU-Zustimmung eine Satzung für das Neubaugebiet beschließen, setzt die BI wohl nicht nur auf eine Klage als Gegenmittel, sondern eben auch auf Aufklärung: um so die Grundstücks(ver)käufe auszubremsen – oder zu verhindern.

Carsten Menzel



Kommentare
16.12.2012
17:40
Bürger warnen vor Elektrosmog
von amicus | #3

Nicht 360 m entfernt, sondern im 180 m - Bereich der jeweils rechts und links von der Mitteltrasse der Leitung liegt.
Das Baugebiet fängt 40 m neben der Mitteltrasse an.
https://dosys01.digistadtdo.de/dosys/gremrech.nsf/%28embAttOrg%29/9D242B7225888C30C1257A9900350526/$FILE/Anlagen_04887-11-E2.pdf?OpenElement

15.12.2012
22:07
Bürger warnen vor Elektrosmog
von Schorlemme | #2

xxyz | #1, die im Artikel genannten bauen nicht UNTER einer Stromleitung, sondern ca, 360 Meter entfernt.

13.12.2012
23:42
Bürger warnen vor Elektrosmog
von xxyz | #1

Wer baut denn heute noch unter einer Hochspannungsleitung?
Der Wertverfall ist doch garantiert.

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