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Bass, Bikinis und Seifenblasen

28.05.2012 | 16:42 Uhr
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Bass, Bikinis und Seifenblasen
DJ Kotze beim Musikfestival Revierpark Wischlingen. Rund 8.000 Besucher kamen laut Veranstalter. Foto: Samuel Acker

Wischlingen. Bässe wummern durch die warme Frühlingsluft. Auf einer Wiese stehen hunderte Menschen, wiegen sich zum pulsierenden Sound der Housemusik. Rauchschwaden steigen auf, Trillerpfeifen ertönen. Am Sonntag (27. Mai) verwandelte das „Pollerwiesen-Festival“ den Revierpark in eine große Partyzone.

Rund 8 000 Besucher kamen laut Veranstalter Patrick Peiki in den sonnigen Park, um zu den Spielarten elektronischer Tanzmusik zu feiern. Die „Pollerwiesen“-Reihe, die Peiki mit Partner Oliver Hoffmann leitet, kommt aus Köln. „Wir freuen uns, jetzt auch in Dortmund zu sein“, sagt Peiki. „Die Leute hier wissen, wie man feiert.“

Hauch von Strandparty

Die meisten Gäste haben sich gut auf die warmen Temperaturen und schweißtreibenden Rhythmen eingestellt: Bei den Damen Miniröcke, kurze Tops oder Bikini, viele Herren tragen unten Shorts und oben nichts. An der „Dutch-Invasion-Bühne“ am See kommt ein Hauch von Strandgefühl auf. Den Sound für Caipirinha und Hüftschwung liefern hier holländische Plattenmeister. „Bumm, tschakk, bumm bumm tschakk“, dröhnt das Schlagzeug aus den Boxen. Der Beat treibt die Tänzer an.

Housemusik mit jazzigem Saxophon und Soul-Gesang gibt es an der zweiten Bühne mit DJ Monkey Maffia. Der Menge gefällt’s, immer wieder gibt es Applaus. Auch, weil der Einsatz des „Affen“ (engl. „Monkey“) am Musikpult stimmt: Der DJ wirbelt seine Lockenmähne zum Takt und mischt die Songs mit flinkem Drehen der Regler neu.

Die jungen Gäste tanzen eng, durch die Sonnenbrillen wird heftig geflirtet. Überall auf dem Gelände liegen knutschende Pärchen im Gras oder am Sand. Leider liegt auf dem Boden auch viel Abfall. Die wenigen Mülleimer des Geländes quellen nach kurzer Zeit über. Viele Besucher ärgern sich zudem, dass lange vor Ende das Bier knapp wird.

Auf der Hauptbühne legt derweil Moonbootica auf. Das Hamburger Duo bietet eine raue Mischung aus House, Electro und HipHop. Unterstützt von einer bunten LED-Show. „Bei solchen Festivals spürt man eine irre Euphorie“, sagt Moonbootica-DJ Oliver Kowalski. Möchte man da nicht vom engen DJ-Pult raus in die Masse? „Niemals! Den Takt anzugeben beim Feiern – das will ich nicht missen“, sagt Kowalski.

Kalte Dusche

Dann brandet Jubel auf. Fritz Kalkbrenner, Berliner Techno-Gigant, entert die Bühne. Er verbindet Elektronik mit Melodik: Eine Flamenco-Gitarre mischt sich mit wehmütigen Synthesizer-Klängen und melancholischem Männer-Gesang. Vanessa Slomian aus Gelsenkirchen lässt dazu Seifenblasen in die Luft steigen. „Die Künstler und das Gelände sind super!“, sagt die 17-Jährige. Dann duckt sie sich schnell weg: Organisator Peiki spritzt die tanzwütige Menge mit einem Schlauch ab.

Abgekühlt ist die Stimmung bei Julia Brüne. „Für die 20 Euro Eintritt hätte ich mir ein abwechslungsreicheres Programm gewünscht“, meint sie. Jessica Tsangarakis dagegen. „Ich gehe seit zwölf Jahren auf die Pollerwiesen-Veranstaltungen, und das hier toppt alles.: Viel Platz, viel Grün, viel Liebe in der Luft.“

Von Samuel Acker

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