Ausbau stärkt Standort Dortmund
24.01.2012 | 18:14 Uhr 2012-01-24T18:14:00+0100
Huckarde. Huckarde.Die Dortmunder Stadtwerke (DSW21) wollen auf dem Gelände des früheren „Hafenbahnhofs“ in Huckarde eine neue sogenannte KV-Anlage, also eine Container-Umladestation für den „Kombinierten Ladungsverkehr“ auf den Weg bringen. Grund: Das Container-Terminal an der Kanalstraße ist bereits mehrere Male erweitert worden, platzt aus allen Nähten. Ein neuerlicher Ausbau scheitert an fehlenden Flächen. DSW21 will nun nach Huckarde, hält den Standort des früheren Bahnhofes Nord für geeignet.
Die Dortmunder Stadtwerke (DSW21) wollen auf dem Gelände des früheren „Hafenbahnhofs“ in Huckarde eine neue sogenannte KV-Anlage, also eine Container-Umladestation für den „Kombinierten Ladungsverkehr“ auf den Weg bringen. Grund: Das Container-Terminal an der Kanalstraße ist bereits mehrere Male erweitert worden, platzt aus allen Nähten. Ein neuerlicher Ausbau scheitert an fehlenden Flächen. DSW21 will nun nach Huckarde, hält den Standort des früheren Bahnhofes Nord für geeignet.
Die KV-Anlage stärke den Wirtschafts- und Logistikstandort Dortmund, weist Kristina Rummeld, Vorstandsreferentin bei DSW21, auf die Bedeutsamkeit dieses baulichen Vorhabens hin. Darüber hinaus entstünden durch den Bau einer KV-Anlage rund 30 neue Arbeitsplätze. Nicht eingerechnet die sich ansiedelnden Zwischenlieferanten.
Neue Arbeitsplätze
Doch nicht überall stößt der geplante Bau des Container-Terminals nördlich der Franziusstraße auf Beifall. Die Bündnisgrünen um ihre Sprecherin Ulla Hawighorst-Rüßler etwa melden große Bedenken an: „Für Huckarde ist diese Wahl verkehrspolitisch eine Katas-trophe, zumal viel Lkw-Verkehr den Ortskern tangieren wird.“ Projekteiterin Rummeld versteht hier die Aufregung nicht: „Ein kombinierter Verkehr bietet durch die Einbeziehung anderer Verkehrsträger ein enormes Entlastungspotential. Ich spreche in diesem Zusammenhang von einer Reduzierung der Schadstoffemissionen sowie einer Entlastung des Straßenverkehrssystems.“ Aus verkehrstechnischer Sicht, beruhigt Rummeld die politischen Gemüter, bestünden keine Bedenken gegen die vorgesehene KV-Anlage. Was heißt eigentlich „Kombinierter Ladungsverkehr“? „KV“ beschreibt eine mehrgliedrige Transportkette, die verschiedene Verkehrsträger wie Schiene, Straße und Wasser verbindet. Die etwa einjährige Planungsphase ist mittlerweile abgeschlossen. Die Kosten für eine solche Anlage betragen rund 25,5 Millionen Euro. Baubeginn: Sommer 2012.
Die CDU im Rat der Stadt sieht den Ausbauplänen zum Container-Terminal am Hafen derweil mit Wohlwollen entgegen. „Wir werden dem Projekt im Februar in der Sitzung des Planungsausschusses grünes Licht geben“, sagten die beiden CDU-Ratsmitglieder Uwe Waßmann und Thomas Pisula. Befürchtungen, zusätzliche Lkw-Verkehre könnten die Huckarder Bürger über Gebühr strapazieren, „konnten in einem Gespräch mit DSW21 und dem Planungsamt der Stadt Dortmund ausgeräumt werden“, sagte der planungspolitische Sprecher der CDU-Fraktion Pisula. Für Uwe Waßmann, wirtschaftspolitischer Sprecher seiner Fraktion, bietet die neue Umladestation neben ökonomischen Vorteilen wie dem Erhalt und der Neuschaffung von Arbeitsplätzen auch ökologische Vorteile: „Der Kombinierte Verkehr nutzt die Stärken unterschiedlicher Verkehrsträger, indem Bahn-, Binnenschiff- und Seeschiffverkehre mit Lkw-Verkehren kombiniert werden. Das schont natürlich die Umwelt und senkt die Kosten für die Wirtschaft.“
21:31
Fakten:
1.)
Es gibt keinen wirklichen kombinierten Verkehr, weil die vorgesehenen schweren Container auf gar keine Fall über die "Wasserstrasse" (Kanal) befördert werden könnten! Der Kanal ist für solche schwere Lasten/Ladungen nicht tief genug ist! Falls der Kanal zufällig doch tief genug gewesen wäre, könnten wiederum die dafür notwendigen großen und breiten Schiffen auf diesem Kanal nur bis zur nächsten Schleuse fahren und dann würden sie dort nicht mehr weiter- bzw. durchkommen.
2.)
Für die Kombination mit der Bahn gibt es andere bessere Lagen (z. B. an der Westfaliasstr.) mit ausgebautem Schienenverkehr und direktem Anschluss zum Zubringer am Hafen!
3.)
Die meisten Jobs, die dort theoretisch entstehen würden/könnten, würden entweder nur "Leiharbeiterjobs" mit Hungerlöhnen sein/werden, oder nur 400 € Jobs, also ohne Beiträge in die Sozialkassen (=Altersarmut)! Also meistens eher Aufstockerarbeitnehmer/Innen, deren Chefs (Ex-Politiker aus den kommunalen Betrieben) sich auf Kosten der Steuerzahler und der Gesellschaft indirekt über die zu niedrig angesetzten Löhne noch mehr bereichern würden!
3.)
Die Massen an zusätzlichen Lkws auf den Hauptstrassen (Emscher Allee, Hülshof, Huckarderstr, Deusenerstr, Lindberghstr, Huckarderstr.) und deren Nähe zu der Wohnbebauung würden viele Menschen krank machen und mit zusätzlichem Lärm belasten! Non-Stop 24 Stundenbetrieb ist vorgesehen!
4.)
Die Häuser und die Grundstücke, die näher als 500 m zu diesen o. g. Hauptstrassen liegen, würden unverkäuflich und nicht mehr vermietbar werden! Abgase und Lkw-Motorengeräusche, Tag- und Nacht! Da wohnt und lebt keiner gerne! Schulweg für Kleinkinder noch unsicherer und noch mehr Unfälle!
5.)
Von den Befürwortern wohnt fast keiner in der Nähe der o. g. Strassen!
Eine Erweiterung des Containerterminals ist nach Aussage der Fachleute unumgänglich, weil die Kapazität der Anlage an der Kanalstraße bereits überschritten ist.
Die zu erwartenden Belastungen für die Huckarder Bürger sind in verkehrstechnischer Sicht verniedlicht oder überhaupt nicht angesprochen worden. War bisher eine zusätzliche Lkw-Belastung der z.T. überlangen Lkw von 100 000 Fahrzeugen pro Jahr genannt worden, ist nun in eine zusätzliches Lkw- Aufkommen von 510 Fahrten pro Tag einschließlich der Leerfahrten errechnet worden. Diese Zahlen stammen aus einer aktuellen Drucksache der Stadt Dortmund, die zwar der Öffentlichkeit zugänglich ist, aber wohlweislich in keinem Infostand zu finden sind. Die Stellungnahme der Grünen entspricht den Tatsachen, die der CDU-Ratsfraktion zeigt wieder, dass hier wirtschaftliche Interessen offensichtlich vorrangig sind ,die Belastungen der Bürger keine Beachtung finden.
Seit Jahren jammern die Verantwortlichen, dass der Knotenpunkt Hülshof/Emscherallee - Parsevalstr./Lindberghstr. überlastet sei. Durch den Bau des Lidl hat sich die Situation noch verschärft.
Nun soll dieser Knotenpunkt zusätzlich 75 % von den 510 Lkw-Fahrten verkraften. Der Rest würde dann aus Richtung Deusen den neuen Terminal erreichen.
Die zusätzliche Belastung der Parsevalstr. bezüglich des Verkehrs aus Richtung Kirchlinde ist wohlweislich überhaupt nicht angesprochen worden, ist die Parsevalstr. durch die Lkw und Müllfahrzeuge , die zum Recyclinghof fahren, jetzt schon überlastet.
Dazu kann nicht außer Acht gelassen werden, dass 2013 die Anbindung der NS9 in Dorstfeld fertiggestellt sein wird. Dann spätestens dürfte das Verkehrschaos am Knotenpunkt Emscherallee / Lindberghstr. perfekt sein.
Es ist nicht nachvollziehbar, dass man erklärt, die zusätzliche Belastung führte nur zu geringen Verkehrszuwächsen und sei durch die Änderung der Signalphasen in den Griff zu bekommen.
Ist der Ausbau der vorhandenen Anlage aus wirtschaftlichen Gründen ohne Weiteres erforderlich, so ist die Planung ohne ein schlüssiges Verkehrskonzept zur Zeit abzulehnen.
Leider hat die Vergangenheit gezeigt, dass die Bedenken , Proteste und Einwände der Bürger – siehe Zerschlagung des Huckarder und Evinger Stadtbezirks , die Errichtung der Voltaikanlage im Naherholungsgebiet Deusenberg usw. - wenig Eindruck auf die Verantwortlichen machen.
Bleibt abzuwarten , inwieweit die Einschnitte in die Lebensqualität der Huckarder Bürger in der Planung berücksichtigt werden.
Willi Stein