Anwohner in Dortmund beschweren sich über Wildpinkler am Sportplatz

Seit der Eröffnung des Kunstrasenplatzes an der Evastraße klappt es bei Hellweg Lütgendortmund wieder mit der Jugendarbeit. Damit es auch mit den Nachbarn klappt, wurden jetzt ein paar neue Regeln für die Platznutzung vereinbart. Foto: Stefan Schütze
Seit der Eröffnung des Kunstrasenplatzes an der Evastraße klappt es bei Hellweg Lütgendortmund wieder mit der Jugendarbeit. Damit es auch mit den Nachbarn klappt, wurden jetzt ein paar neue Regeln für die Platznutzung vereinbart. Foto: Stefan Schütze
Foto: Stephan Schütze
Was wir bereits wissen
Am Sportplatz Evastraße in Dortmund kriselt es zwischen den Fußballvereinen und Anwohnern - Wildpinkler stellen sich offenbar sonntags an die Gartenzäune der Umgebung. Und auch sonst gibt es immer wieder Beschwerden. Doch jetzt gelten neue Regeln.

Dortmund.. Seit 2013 rollt an der Evastraße in Dortmund wieder der Ball. Davor musste der Platz wegen eines schadhaften Untergrunds immer wieder gesperrt werden. Mit fatalen Folgen für Hellweg Lütgendortmund. Dem Verein liefen die Mitglieder davon, die Jugendarbeit lag brach. Mit Eröffnung des Kunstrasenplatzes ging es wieder bergauf. Allerdings häuften sich auch die Beschwerden.

Was ihn störe, seien gar nicht mal die Bälle, die in seinen Garten fliegen, beschwerte sich jetzt ein Anwohner bei der Bezirksvertretung. "Aber wenn Zuschauer sonntags an meinen Gartenzaun pinkeln, geht das zu weit."

Lärmphasen länger als erlaubt

Auch der Lärm ist ein Problem. Weil inzwischen mit Urania Lütgendortmund ein zweiter Sportverein die Kunstrasenanlage nutzt, gibt es mehr Trainingsstunden und somit längere Lärmphasen. Auch außerhalb der erlaubten Nutzungszeiten, berichten die Anwohner.

Sonntagsruhe Inzwischen haben die Sport- und Freizeitbetriebe sich mit den Vereinen zu einer Gesprächsrunde getroffen. Ergebnis ist ein Regelwerk. So wurde vereinbart, dass die beiden Vereine sich künftig strikt an die Nutzungszeiten des Sportplatzes halten müssen. Das gleiche soll für das Vereinsheim sowie die neuen Dusch- und Umkleidebereiche gelten.

Keine Vereinsfeiern zugelassen

Auch einen regulären Gaststättenbetrieb im Vereinsheim will die Stadt nicht genehmigen. Ebenso untersagt sie private Vereinsfeiern. Das Kleinspielfeld auf der Anlage darf an Wochenenden nicht mehr genutzt werden. Damit das funktioniert, werden verschließbare Tore an den Eingängen installiert.

Die Stadt will auf der Sportanlage Evastraße keine fest installierte Lautsprecheranlage erlauben. Bei genehmigten Sportveranstaltungen dürfen die Vereine für organisatorische Durchsagen wie Mannschaftsaufstellungen eine mobile Anlage nutzen.

Wildpinklern rote Karte zeigen

Zudem wollen die Vereine gemeinsam mit dem Fußballverband prüfen, ob Änderungen bei Spielansetzungen an Sonntagen möglich sind. Letztlich stellte die Stadt Dortmund klar, dass wildes Pinkeln auf der Anlage natürlich verboten sei. Leuten, die sich nicht daran halten, sollen die Vereine die Rote Karte zeigen. Ob das immer gelingt, bleibt allerdings abzuwarten. "Irgendwelche Blödmänner wird es immer geben", warnt Bezirksbürgermeister Heiko Brankamp. "Aber grundsätzlich müssen die Vereinbarungen natürlich eingehalten werden."

So sehen es auch die Anwohner. "Sport muss sein", so ein Beschwerdeführer. "Aber die Vereine müssen auch akzeptieren, dass sie sich in einem Wohngebiet befinden."