Amphibienschützer helfen Kröten und Fröschen über die Straße

Wenn es Frühling wird, setzen sie sich in Bewegung. Tausende von Kröten und Fröschen wandern dann an ihre Laichplätze. Dabei legen sie kilometerlange Wege zurück - und machen auch vor vielbefahrenen Straßen nicht Halt. Wir erklären, wie eine Initiative in Oespel die Tiere davor rettet, überfahren zu werden.

Oespel.. Wer kümmert sich um die Amphibien?

Die Arbeitsgemeinschaft für Amphibien- und Reptilienschutz in Dortmund (Agard) ist, zusammen mit dem Naturschutzbund der Stadt, der Retter für Kröten und Frösche. Und auch Molche bringen die ehrenamtlichen Helfer auf die andere Seite der Straße. Agard-Mitglied Jürgen Rysi und seine Nachbarn haben in diesem Jahr bereits 380 Tiere davor gerettet, überfahren zu werden. Die Agard berät und informiert zudem auch Menschen, die sich für Amphibien und Reptilien interessieren.

Woher wandern die Tiere?

Kröten, Frösche und Molche wandern zum Laichen zurück zu dem Gewässer, in dem sie selbst geboren wurden. In Oespel überqueren sie die Straße Am Dorney, um zu dem nahe gelegenen Teich zu gelangen. Dabei legen sie oft mehrere Kilometer zurück. In Oespel verlassen die Kröten sogar Dortmunder Gebiet - der Teich auf der anderen Seite der Straße liegt bereits in Witten-Stockum. "Grenzgänger" nennt Jürgen Rysi die Tiere darum augenzwinkernd.

Was genau tun die Naturschützer?

460 Meter Folie haben Jürgen Rysi und die Helfer vom Naturschutzbund entlang der Dorneystraße gespannt. Dieser sogenannte Krötenzaun hält die Kröten davon ab, einfach auf die Straße zu hüpfen. Bei dem Versuch, das Hindernis zu umgehen, wandern sie am Zaun entlang - und fallen dann in Eimer, die die Helfer auf der Anwanderungsseite in die Erde gelassen haben. Alle zehn Meter steckt so ein Eimer im Boden. "Morgens und abends tragen wir die Eimer dann über die Straße und setzen die Tiere am Teich aus", sagt Jürgen Rysi.

Wie lange dauert das Phänomen der Krötenwanderung?

Die ersten Tiere sind schon vor mehreren Tagen von der einen Straßenseite zur anderen gehüpft. Rysi glaubt, dass das aber bald wieder vorbei ist: "Die Zeit der Krötenwanderung ist fast um. Es ist nachts auch einfach zu kalt für die Kaltblüter." Die weiblichen Tiere, die es nicht rechtzeitig zum Teich schaffen, müssten dann gezwungenermaßen irgendwo auf dem Weg ablaichen.