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Zoff und Abwahlpläne im VdK Brackel

13.10.2012 | 06:00 Uhr
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Zoff und Abwahlpläne im VdK Brackel
Foto: frei

Brackel.   Im VdK gibt es heftigen Streit zwischen dem Vorsitzenden Harry Schulz und den Kassierern: Nachdem Ingrid Happe am 11. August wegen Dissonanzen zurücktrat, prangert der kommissarische Kassierer Bernhard Spata das „despotische Verhalten“ von Schulz an. Der wehrt sich.

„Stunk im Vorstand des VdK-Ortsverbands Brackel“: So überschrieb der kommissarische Kassierer Bernhard Spata eine Mitteilung, in der er gegen den Vorsitzenden Harry Schulz wettert. Der wehrt sich vehement gegen Vorwürfe wie „despotisches Verhalten“.

Auf der Tagesordnung der Mitgliederversammlung des Sozialverbands am 24. Oktober gibt es gleich zwei Abwahlanträge: Auf Wunsch des Vorsitzenden soll der stellvertretende Kassierer wegen Vertrauensmissbrauchs sein Amt nicht weiter ausführen, damit im VdK Brackel wieder „Ruhe“ einkehrt. Zudem habe Ingrid Happe, die am 11. August nach einer Vorstandssitzung als Kassiererin zurücktrat, einen Antrag zur Abwahl des Vorsitzenden eingereicht.

Im VdK-Vorstand ist laut Spata ein offener Unfrieden ausgebrochen, was Schulz auf Nachfrage bestätigte. Für den kommissarischen Kassierer liegt die Ursache im „selbstherrlichen Verhalten des Vorsitzenden, der den Kassierern Handschellen“ anlegen will. Zudem zweifelt Spata an Schulz’ Glaubwürdigkeit, da er nicht gewillt sei, die Richtlinien zur Kassenführung des VdK-Landesverbands umzusetzen. Vorwürfe: „Führen Schwarzer Kassen, unkorrekte und fehlende Kassenbelege, fehlende zweite Unterschrift, usw.“

Kassiererin trat nach Streit ab

Dies habe auch zum Rücktritt Happes als Kassiererin geführt. Zudem wurde ihrem Ehepartner, laut Spata „wegen einer belanglosen Äußerung bei einem Vier-Augengespräch mit dem Vorsitzenden, die Androhung einer Unterlassungserklärung ins Haus geschickt“. Schulz sah dies als rechtmäßig an, da es laut seinem Anwalt um Verleumdung seiner Person ging.

Die Kosten sollte der VdK Brackel übernehmen. „Weil hierüber auf Wunsch des Vorsitzenden nicht öffentlich gesprochen werden sollte, wurde vom Vorsitzenden den anderen Vorstandsmitgliedern während der Sitzung am 11. August unter Androhung von personellen Konsequenzen ein Maulkorb verpasst“, erklärt Spata.

Bei seinen „Kassierern habe sich Schulz drastisch getäuscht“. Obwohl Happe wie Spata von ihm selbst im Frühjahr 2011 zur Wahl vorgeschlagen wurden, habe Schulz seit Monaten alles daran gesetzt, ihnen ihre Posten zu entziehen, nachdem er merkte, dass sie „nicht seine Marionetten sein wollen, dafür aber kritisch und hinterfragend ihre Kassenarbeit“ erledigen.

Personeller Neuanfang

Schulz strebe am 24. Oktober einen Neuanfang im VdK mit ihm an der Spitze an. Happe und Spata beklagen, dass Schulz nicht willens sei, sein Verhalten zu hinterfragen und zu korrigieren.

Schulz nennt all dies „Unverschämtheiten“. Er habe nie die Kassenordnung ignoriert, den VdK nicht betrogen: Nach Fahrten und Tagesausflügen soll er überschüssiges Geld in eine „Schwarze Kasse“ getan haben. Er habe in seinen Unterlagen nachgeschaut: „Ich habe alles ordnungsgemäß hinterlegt.“ Beträge von 85 Euro aus diversen Einnahmen in einer vermeintlichen Nebenkasse seien nicht zu beanstanden, da er dies bei Übergaben erklärt habe.

Auch eine Abrechnungsfirma aus Bottrop, eine von vier Revisoren beim VdK, habe nach dem dritten Quartal 2012 in einem Prüfbericht keine Anmerkung gemacht, was für Schulz „auch für die Arbeit der Kassierer spricht.“

Der Streit entzündete sich einerseits durch Ingrid Happes Aufgabe (laut Schulz sei sie auf Anraten des Kreisverbands zurückgetreten und wolle zum Jahresende aus dem VdK austreten), andererseits durch eine fehlende und von der VdK-Kassenordnung geforderte zweite Unterschrift auf Abrechnungsformularen, was bei der Sparkasse durch 91 Euro für Glückwunschkarten auffiel.

Dies habe Schulz eingefordert, „was die Kassiererin als Misstrauen empfand“.

Steffen Gerber

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