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Wie die Bayern an ein Büro in Dortmund-Hörde kamen

22.01.2013 | 00:13 Uhr

Hörde . Eigentlich ist ein Dortmunder Politiker schuld daran, dass ein Lohnsteuerhilfeverein aus dem Freistaat Bayern vor über 40 Jahren nach Hörde kam. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Hans Meis hatte zusammen mit einigen Parteifreunden die Einfügung des § 107a in die Reichsabgabenordnung durchgesetzt, nach der Vereine ausschließlich für ihre Mitglieder Hilfe in Lohnsteuersachen leisten durften. Bis dahin durften nur Steuerberater oder Helfer in Steuersachen in dieser Richtung beratend tätig werden.

Chefin kam vom Finanzamt

Als eine der ersten steuerlichen Bürgerinitiativen in der Bundesrepublik gründete sich im August 1966 die Lohnsteuerhilfe Bayern (LHB) und konnte sich vor Mitgliedern kaum noch retten: Alle wollten Hilfe für den damaligen Lohnsteuerjahresausgleich, der heute längst abgeschafft und durch die Einkommensteuererklärung ersetzt wurde.

Vier Jahre nach der Gründung ist Bayern für die LHB zu klein, vier neue Beratungsstellen außerhalb des Freistaates werden eröffnet. Hörde ist neben Frankfurt, Hamburg und Lübeck eine davon.

Warum gerade Hörde? Weil sich die damals Verantwortlichen viel von der „Schallackermetropole“ versprochen haben. Immerhin konnte Hörde mit zwei großen Stahlwerken und 25 000 dort Beschäftigten aufwarten. „Und außerdem kamen wir mit dem Standort Dortmund an die Wiege der Lohnsteuerhilfe-Vereine“, erinnert sich Jörg Gabes von der LHB-Hauptverwaltung.

Anfangs durfte die LHB, wie alle anderen Lohnsteuerhilfe-Vereine, ausschließlich in Lohnsteuerfragen für ihre Mitglieder tätig werden. Inzwischen sind die Tätigkeiten kraft Gesetzes erweitert worden u.a. auf wiederkehrende Bezüge (Renten), Unterhaltsleistungen, Einkünfte aus Kapitalvermögen und Vermietung und Verpachtung sowie private Veräußerungsgeschäfte. Arbeitnehmersparzulagen und Wohnungsbauprämien, steuerliche Förderung der privaten Altersvorsorge, die Wahl der Steuerklasse, die Berücksichtigung von Kinderbetreuungskosten und haushaltsnahen Beschäftigungsverhältnissen, im Haushalt erbrachte Dienstleistungen kommen hinzu.

Von Beginn an befanden sich die Beratungsräume an der Hörder Bahnhofstraße 11. Vor fast 30 Jahren wechselte Susanne Beshr vom Finanzamt Dortmund-Hörde, wo sie eine Ausbildung im Mittleren Dienst abgeschlossen hatte, hierhin. Seit 21 Jahren ist die heute 51 Jahre alte Steuerexpertin Leiterin der Beratungsstelle. Zusammen mit zwei Mitarbeiterinnen berät sie zur Zeit 1400 Hörder Mitglieder.

Horst-Dieter Czembor



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