Wenn aus Bäumen Brennholz wird
16.02.2010 | 17:02 Uhr 2010-02-16T17:02:00+0100
Kurl. „Sie essen ja auch nicht nur Schnitzel von kranken Schweinen”. Wenn Winfried Hardes, Landesbetrieb Wald und Holz, seinen Job erklärt, wird er manchmal auch plakativ. Waldwirtschaft, auch naturnahe, bedeute nicht, dass ausschließlich kranke Bäume gefällt würden.
Damit ist ein Großteil der Fragen beantwortet, die sich Ingo Lukschütz und andere Kurler seit Wochen stellen: Warum es nämlich im Kurler Busch und nördlich des Salzweges Buchen und Eichen ans Holz geht, „die über jede Standfestigkeit erhaben waren – bis sie gefällt wurden”. Und das eben auch in einem Naturschutzgebiet.
Der Status Naturschutzgebiet schließt forstliche Maßnahmen nicht aus, betont Revierförster Hardes, der sich um den Privatwald der Harpen AG kümmert. Er habe – „mit forstlichem Sachverstand” – die Bäume ausgezeichnet, die gefällt werden dürfen. Das erledigen zum Großteil private oder halb gewerbliche Nutzer, die sich so mit Brennholz eindecken. Die Nachfrage ist übrigens größer als der Bestand. Wer sein Kaminholz allerdings selber sägen will, muss auf jeden Fall einen Motorsägenführerschein vorweisen.
Hardes ist für den angesprochenen Bereich nördlich des Salzweges verantwortlich. Der Wald südlich von Im Ostfeld gehört dagegen der Stadt. Hier hatte eine Altersdurchforstung stattgefunden, die „aber seit vier Wochen abgeschlossen ist”, sagt Revierförster Axel Dehler. Kürzlich seien lediglich noch ein paar Randbäume geschlagen worden. „Hier musste einfach Licht rein”, erklärt er – auch, um der natürlichen Verjüngung des Waldes Platz zu lassen. Der Wald sei seit 20 Jahren nicht mehr durchforstet worden.
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