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Fernwärme in Scharnhorst

Weniger heizen - gleichviel bezahlen

28.12.2009 | 18:29 Uhr

Scharnhorst. Weniger heizen - aber gleichviel bezahlen?

Kleines Gerät, viel Ersparnis: Harald Wronna, Ernst Kusnierek und Manfred Mertins (von links) hoffen, dass sie durch neue Erfassungstechnik soviel Geld sparen, wie es ihnen ihr Vermieter vor der energetischen Sanierung versprochen hat. Foto: Anja Cord

Manfred Mertins sitzt im T-Shirt in seinem Wohnzimmer. Sein 74 Quadratmeter großes Reich im Haus an der Max-Brod-Straße 29 ist muckelig warm. Aber: „Die Heizung ist aus.” Dank Wärmedämmung an den Außenfassaden, neuer Fenster und saniertem Dach dreht er die Heizung nur noch selten auf. Doch bei der Nebenkostenabrechnung merken er und zahlreiche seiner Nachbarn davon – trotz zusätzlicher Fernwärme – nichts. 2007 wurde saniert, in 2008 hat beispielweise Hans-Günter Groth, Mieter aus Hausnummer 35, „148 Euro gespart. Das sind nur gut 12 Euro im Monat.”

30 Prozent weniger Kosten versprochen

Und wesentlich weniger als die 30 Prozent Ersparnis, die die Ruhr-Lippe Wohnungsgesellschaft als Vermieter vor der Renovierung versprochen hatte. „Dafür zahle ich jetzt aber mehr Grundmiete.” Unterm Strich bleibe also nichts hängen. Eine Rechnung, die auch Nachbar Harald Wronna so aufstellt. Und Manfred Mertins zahlt noch immer so viel wie vor der energetischen Sanierung. Mehr Einheiten habe keiner der Betroffenen nach eigenen Angaben verbraucht. Ähnlich könnte es über 800 weiteren Mietparteien gehen, befürchten sie.

Der Grund dafür hängt für die Nachbarn an den Heizkörpern selbst. Dort messen mit Flüssigkeit gefüllte Röhrchen den Verbrauch. „Die gibt es seit über 40 Jahren”, sagt auch Mieter Ernst Kusnierek. Das Problem: Die Röhrchen registrieren auch Wärme, die gar nicht von der Heizung kommt. Beim Kochen oder Duschen heizt sich ein Raum ebenso durch den Wasserdampf auf. „Also bezahlen wir auch, wenn die Heizung ausgeschaltet ist”, ärgert sich Mertins.

Im Internet hat er sich über genauere Messverfahren informiert. So bietet zum Beispiel eine Firma aus Berlin eine digitale Lösung an. „Die zählt erst ab 28 Grad.” Nach Mertins Ansicht könne so differenzierter aufgelistet werden, wieviel Wärme wirklich von der Heizung kommt. Positiver Nebeneffekt: Die Werte können per Funk abgelesen werden, kein Servicemitarbeiter müsse ins Haus kommen. Gesetzlich verpflichtet sei der Vermieter oder Energielieferant aber nicht, die neue Technik einzubauen. Auch das hat Manfred Mertins recherchiert. Und er hat den Lieferanten, die Fernwärmeversorgung Niederrhein, die die Heizkosten der Siedlung selbst abrechnet, darauf angesprochen. „Sie sind nicht bereit, die neue Technik einzuführen.”

Auf Anfrage der Stadtteil-Zeitung wollte sich der Fernwärmeversorger nicht zu konkreten Zahlen äußern. „Die Abrechnung für 2009 ist noch nicht fertig.” Dass es aber trotz der Sanierung keinerlei Einsparung geben soll, könne man sich nicht vorstellen. Mögliche Betroffene können sich aber dennoch über die Hotline melden oder die Mieterbeiräte einschalten.

Wolfgang Maas

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Kommentare
02.08.2011
14:43
Weniger heizen - gleichviel bezahlen
von MSchaper | #6

Bei mir ist es noch ein wenig krasser.
Bei der vergangenen Abrechnung erhielt ich sogar noch über € 50 zurück, da ich nur drei von sechs Heizungen genutzt habe und auch diese nur sporadisch, Seit dem nutze ich nachweislich nur noch eine Heizung und das auch nur bei extremer Kälte und zwar auf Stufe zwei. Also hatte ich mich schon auf eine höhere Rückzahlung als im letzten Jahr gefreut. Pustekuchen. Obwohl ich extrem weniger geheizt habe wird nun eine Nachforderung in Höhe von ziemlich genau dem Betrag erhoben, welchen ich im letzten Jahr zurück erhalten habe.
Ein Anruf bei der Fernwärme brachte nichts als noch mehr Ärger! Als ich dem Mitarbeiter am Telefon nahelegte, dass ich den Anbieter wechseln werde, liess er mich wissen, dass ich durch meinen Vermieter (LEG) gezwungen sei den Verbrauchervertrag aufrecht zu erhalten, da die LEG einen Vertrag mit dem Versorger abgeschlossen hat. Ich sei auch gezwungen zu bleiben, wenn ich mich betrogen fühlen würde. das einzige was mich aus diesem Vertrag herausbekommen soll, sei eine Kündigung meines Mietverhältnisses.

Da frage ich mich doch ernsthaft, wie dreist und frech geht es eigentliuch noch?

Und einen lieben Dank an die LEG, die sich so einen tollen Versorger als Partner ausgesucht hat.

M.Schaper

12.02.2010
10:19
Weniger heizen - gleichviel bezahlen
von bluppdidupp | #5

Am Heizkostenverteiler wird es wohl kaum liegen, die Dinger werten nur die Differenztemperatur von Raumluft und Heizkörper aus. Es wird nur gezählt wenn der Heizkörper wärmer ist als die Raumluft.
Die digitalen Teile sind sogar teilweise ungenauer und haben eher den Vorteil, dass Geld eingespart werden kann, weil die mit der Auslesung beauftragte Firma schneller fertig wird.
Da mit den Werten dieser Geräte nur der Verteilschlüssel aufgestellt wird, ist es ohnehin relativ egal wie genau oder ungenau die Teile sind, sofern sie bei allen Mietern gleich ungenau sind ;D

Wenn die Abrechnung da ist, kann der Mieter ja gucken wo wieviel eingespart wurde und dann ggf. reagieren.

11.02.2010
23:49
Blockierter Kommentar.
von Moderation | #4

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

30.12.2009
07:01
Weniger heizen - gleichviel bezahlen
von G Lemke | #3

Sagen sie Mal Herr Gößling schämen Sie nicht
die Bewohner unter Druck zu setzen,dass es nur
Beispiel so wie sie es Sagen nur 10% sind an den
Kaltverdunstung,dann stecken sie die !0& auch
noch ein statt sie wider an den Mietern abzugeben.
Die Mieter Zahlen lieber für eine gute Sache etwas
mehr weil sie erkannt haben,dass sie trotz dem
Energie einsparen

29.12.2009
23:33
Weniger heizen - gleichviel bezahlen
von H.Herr Watermann | #2

da ich heute den Presse Bericht in der Zeitung
gelesen habe über die Modernisierung der vier
grossen Wohnungsgesellschaften in Scharnhorst,
und in der unteren Zeile die Anmerkung der
Fernwärme Niederrhein muss ich einfach zu den
Mietern halten,dass Problem ist Bundesweit bekannt leider haben die Lobbyisten in unseren
Staat das Sagen und nicht die Bürger.Die
Bewohner aus Scharnhorst die heute ihren Mut
gezeigt haben mit dieser Ungerechtigkeit an die
Presse zu gehen ist ein Zeichen dafür,dass es
noch Mieter gibt die eine Lobby zum Knacken
bringen.Warum habt ihr so lange mit eure
Überzeugung gewartet,ihr seit im recht gegen
über alle anderen Mietern.Jetzt müssen auch die
Politiker aus Scharnhorst handeln so weit es in
euren Ort welche gibt,Die Fernwärme Niederrhein
ist wach geworden und haben Angst,dass sie von
ihren Kuchen ein Stück abgeben müssen.Ich habe
ein 12 Familien Haus und habe schon vor Jahren
diese neue Möglichkeit erkannt,dass eine gute
Gerechtigkeit gegen über der Mieter immer ein
Vorteil sein kann.Ich kann nur noch dazu Sagen,
bleibt mit eure Forderung gegen über der
Fernwärme am Ball,denn die Verdienen Mio Euro
und haben euch die ganzen Jahren im Regen
stehen lassen

28.12.2009
23:42
Weniger heizen - gleichviel bezahlen
von H.Hesse Scharnhorst | #1

Endlich haben einige Mieter aus Scharnhorst den Mut aufgebracht gegen die Fernwärmeversorgung-
Niederrhein öffentlich über der Presse ihr Monopol
gegen über die Bewohner der vier grossen
Wohnungsgesellschaften anzuprangern,es kann
doch nicht sein,dass im Jahre 2007 die Häuser
Saniert werden.Bis zur Vollendung des 22 Mio
Euro teures Investitionsprojekts allein nur von der
Ruhr-Lippe Wohnungsgesellschaft mbH ist der
Geschäftsführer Herr Friedrich Willhelm Baulig
stolz darüber die Modernisierung in Scharnhorst
zu voll Enden.Auch der heutige SPD
Oberbürgermeister Ullrich Sirau war davon
angetan,dass solch eine Herausforderung in einen
Jahr für die Bewohner erledigt sein soll.Drei Mio
Euro flossen von der Ruhr-Lippe,19 Mio kamen
von der kfw Kreditanstalt für Wiederaufbau damit
sollten Jährlich für 952 Wohneinheiten der
Ruhr-Lippe in Scharnhorst 2,4 Mio Kilogramm
CO2 eingespart werden.Es entspricht eine
Reduzierung um etwa 50% bei korrekten Heiz
und Lüftverhalten kann der jähliche
Energieverbrauch um durchschnittlich 830,000
Kilowattstunden pro Gebäudeeinheit gesenkt werden.Darum muss jetzt auch die Fernwärme
Niederrhein in die Flicht genommen werden ihren
Anteil mit Moderne Technik an den Heizungen zu
Investieren.

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