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Vom Bunker zum Penthouse

27.12.2010 | 16:44 Uhr
Vom Bunker zum Penthouse
Robin Römer hat einen Entwurf zur Nutzung des Bunkers an der Halleschen Straße gestaltet. Foto: Klaus Pollkläsener

Körne.Aus einem Weltkriegsbunker wird ein Penthouse – bisher nur in den Planungen von Robin Römer, einem 22-jährigen Bauzeichner, der sich derzeit zum Bautechniker weiterbildet. Das Projekt ist eine Studienarbeit.

Als historisches Relikt mag der Bunker an der Halleschen Straße interessant sein. Aber genutzt, etwa für Führungen, wird das alte Gemäuer nicht. Der Klotz ist unansehnlich, für Römer „ein Schandfleck in der städtebaulichen Landschaft“. Als ihm Dozent Markus Reiffer an der Westfalenakademie vorschlug, sich im Zuge des Zweitsemesterprojekts Gedanken über einen Umbau zu machen, fand Römer das reizvoll. „Das könnte hier schöner aussehen, wäre eine städtebauliche Aufwertung.“

Umbau als Anreiz
für andere Städte

Und: „Es gibt in der Region viele Bunker, die Brachflächen sind.“ Ein gelungener Bunkerumbau könne Vorbild für andere Planer sein, wäre „ein Anreiz in anderen Städten“. In Berlin und Hamburg sei Ähnliches bereits zu bestaunen. Kurzum: Der junge Bauzeichner, der in einem Architekturbüro arbeitet und sich nebenbei zum Bautechniker fortbildet, legte begeistert los. Jetzt ist die Planung fertig. „Theoretisch“ könne man einen Bauantrag stellen. „Als ein erster Entwurf würde das reichen.“

Ein Blick auf Römers Entwurf samt Grundrissen und diversen Ansichtsperspektiven verrät auch dem Laien, wie das ambitionierte Projekt in der Realität aussehen könnte – wenn aus dem Bunker eine Art Penthouse mit Eigentums- oder Mietwohnungen inklusive Tiefgarage würde. Der neue Bau wäre dann rund 25 Meter hoch – mit Glasfassaden an den oberen Etagen. Das, was heute Bunker ist und bis zehn Meter über Erdoberfläche aufragt, wäre dann allerdings die Garage mit zwei Parkdecks. Oben drauf würden vier Geschosse plus Dachterrasse gesetzt: Ebene eins (E01) wird in der Planung durch zwei Treppen und Glasaufzug erschlossen. Dort würde ein Empfangsbereich mit Bar und Gastronomie entstehen. Im südlichen Teil der Etage wäre noch Platz für drei, je 55 bis 65 qm große Appartements.

In sechs Loft-Wohnungen ginge es dann auf der Ebene 02. Sie wären über eine Treppe und einen Luftraum mit Ebene 03 verbunden. Die Planung ist flexibel gestaltet: Es könnten familiengerechte Wohnungen entstehen, denkbar wären auch WG-Appartements für drei bis vier Personen – auf großzügigen, rund 160 qm Wohnfläche. Zudem könnten bei einer Realisierung auf Ebene 04 rund um das zentrale Treppenhaus weitere Wohnungen entstehen – hier bereits mit „Blick über die Dächer von Dortmund“. Was noch mehr für das Highlight, die große Dachterrasse mit Palmen gilt: „Bewohner könnten Sommertage am Swimmingpool mit Liegefläche oder Abende im Loungebereich genießen. Eine Sonnensegelkonstruktion schützt vor übermäßiger Sonneneinstrahlung“, schwärmt Robin Römer.

Mit bis zu vier Mio. Euro müsste man rechnen

Knackpunkte? Der junge Planer hat den Bunker nicht von innen gesehen. „Die Standsicherheit wäre wohl gewährleistet“, vermutet er. „Das müsste natürlich untersucht werden.“ Selbstverständlich sei einiges trockenzulegen und zu sanieren. Und die Kosten bis zur schlüsselfertigen Übergabe? Mit gut zwei bis vier Millionen Euro müsse man rechnen, schätzt Römer. Ob sich dafür ein Investor begeistern könnte? Falls jetzt tatsächlich jemand per Mail bei robin.roemer@gmx.net anfragt, würde er „sofort loslegen“ mit weiteren Details. Und wenn nicht? Ihm hat das Studienprojekt jedenfalls großen Spaß gemacht.

„War mal eine ganz andere Aufgabe“, sagt der junge Bauzeichner und angehende Techniker.

Christian Chmel

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