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Viel zu tun für die Sternsinger

04.01.2013 | 17:42 Uhr
Viel zu tun für die Sternsinger
Die Kinder in St. Meinolfus (Wambel) probten am Freitag, 4. Januar, den Gesang für ihren Einsatz als Sternsinger.Foto: Michael Printz

Wambel. Als Sternsinger Geld für gute Zwecke sammeln – für die Mädchen und Jungen der Gemeinde St. Meinolfus ist das Ehrensache. Und einige stehen sogar eine Stunde früher vor dem Pfarrheim an der Rabenstraße, wenn es ums Einkleiden geht. „Jeder will das schönste Kostüm haben“, weiß Monika Kohl, die seit Jahrzehnten zum Organisatoren-Team des Arbeitskreises 3. Welt gehört. Ob das jedes Jahr so ist? Kohl nickt und natürlich blieben die Kinder nicht vor verschlossener Tür stehen.

Über 70 Gewänder lagern im Pfarrsaal, der Kindergarten hat noch weiter 18 in seinem Fundus. Und die werden auch gebraucht. „Wir sammeln in 23 Gruppen“, sagt Karl-Heinz Poglajen vom Arbeitskreis. Bis zu 100 Kinder können es werden. Nachwuchssorgen? „Haben wir im Moment noch nicht.“ Damit es so bleibt, wurden Zettel in die Briefkästen geworfen, Familien direkt angesprochen. Gestern Nachmittag war der Saal des Pfarrheims folglich gut gefüllt.

Immer auf die Begleiter hören

Doch bei den Sternsingern machte sich bereits eine gewisse Müdigkeit breit. Auch die Eltern müssen sich konzentrieren. Denn Karl-Heinz Poglajen erklärt ihnen den Ablauf, nennt viele Uhrzeiten. Der ein oder andere kann sich da ein Gähnen nicht verkneifen. Egal, als es um die Sicherheit geht, sind alle wieder hellwach. „Hört bitte auf eure Begleiter“, warnt Poglajen eindringlich. „Geht langsam, damit ihr nicht stolpert.“ Und immer die Augen aufhalten. Denn jede Familien soll besucht werden. „Vergesst die Hinterhäuser nicht, nutzt auch die Seiteneingänge.“ Denn sonst gäbe es zu viele traurige Wambeler, die die Sternsinger nicht besuchen. Das wirkt, einige Kinder schütteln den Kopf – das darf nicht passieren.

Als Poglajen die schwarzen Aufkleber mit dem Zeichen der Sternsinger hochhält, schauen ihn über 100 Augenpaare an. „Fragt, ob die Leute Aufkleber wollen oder ob ihr die gesegnete Kreide benutzen dürft.“ Alles klar. Und es besteht ja auch noch die Möglichkeit, mit Kreide auf Blanko-Aufkleber zu schreiben. Da müsse man sich doch irgendwie einigen können.

Lange Schulwege in Brasilien

Still wird es, als Karl-Heinz Poglajen Fotos von einer Schule in Brasilien hochhält. Zu sehen sind Jungen, Mädchen und eine Ordensschwester. „Manche Kinder gehen bis zu 60 Kilometer zur Schule. Dort lernen sie auch zu arbeiten, etwa Hauswirtschaft oder Landwirtschaft.“ Man sieht es den Wambeler Sternsingern an: Diese Information müssen sie erst einmal verarbeiten. Was hängen bleibt: Das Geld wird dringend gebraucht, also volles Engagement.

Dann kommt Bewegung in die Sache. Zwei Lieder üben die Kinder. Beim ersten ist Karl-Heinz Poglajen begeistert. Doch das „Gloria in excelsis deo“ müssen die Sternsinger noch etwas verbessern. Kein Thema, schnell wiegen die Köpfe beim „Gloooria“ mit im Rhythmus. „Super gemacht“ – das Lob kommt sofort und ist ehrlich gemeint, die Eltern applaudieren.

Jetzt ist aber erst einmal Schluss. Eine Mutter tackert noch schnell ein goldene Krone zusammen. „Reicht wohl ein Klammer?“ „Ja“, antwortet Monika Kohl mit ihrer ganzen Erfahrung. Am Wochenende haben die Kinder ja noch viel vor, bei den Messen am Samstag sowie am Sonntag sind sie am Start – mit ihren Sammelbüchsen.

Wolfgang Maas



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