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Geriatrische Tagesklinik

Viel Bewegung ist das A und O

05.08.2012 | 15:22 Uhr
Viel Bewegung ist das A und O
Training in der Tagesklinik. Foto: Jochen Linz

Kurl. Fit werden, ja – Krankenhaus, nein danke? Kein Problem! Wer auch im fortgeschrittenen Alter nach einem operativen Eingriff oder einer Erkrankung möglichst schnell wieder auf die Beine kommen möchte, kann sich seine verloren gegangene Selbstständigkeit mit Hilfe von Experten in geriatrischen Tageskliniken neu erarbeiten.

Der Vorteil einer solchen Einrichtung: Abends geht es zurück nach Hause. Wo das möglich ist? Zum Beispiel im St.-Elisabeth-Krankenhaus, das sich auf Altersmedizin spezialisiert hat. Hier werden Patienten tagsüber mit einem trainingsintensiven Programm mobilisiert und am Abend zurück in die Heimat gebracht. Ein Streifzug durch die Gänge der geriatrischen Tagesklinik mit Chefarzt Dr. Johannes Wunderlich zeigt: Das Konzept kommt an.

Straffes Tagesprogramm

In den Fluren der teilstationären Geriatrie herrscht reges Treiben. Grüppchen laufen von Tür zu Tür, es wird geschwatzt, gelacht und trainiert. Bewegung ist das A und O. Denn wer hier durch die Gänge streift, hat beispielsweise aufgrund von Schlaganfällen, Osteoporose oder Prothesen-Anpassungen mit körperlichen Einschränkungen zu kämpfen – und muss aktiviert werden. „Wir trainieren hier Alltagstätigkeiten“, erklärt Wunderlich. Und weiter: „Es gibt ein straffes Tagesprogramm für das die Patienten fit sein müssen“. Bettlägerigkeit ist ein Ausschlusskriterium.

Zurzeit verfügt die geriatrische Tagesklinik des St.-Elisabeth-Krankenhauses über 15 Plätze. Pro Aufenthaltstag fallen Kosten in Höhe von 160 Euro an, die die Krankenkassen übernehmen. „Die Patienten bekommen hier das gleiche Programm wie in unserer vollzeitstationären Geriatrie – nur dass sie abends heimkehren und zu Hause schlafen können“, schildert Wunderlich. Die Patienten bleiben also auch während der zwei- bis dreiwöchigen Therapie in ihrem gewohnten sozialen Umfeld, das punktet.

Wer sich für einen Aufenthalt in der Tageseinrichtung entscheidet, wird von Kopf bis Fuß umsorgt. Morgens holt ein Fahrdienst die Patienten von zu Hause ab und bringt sie am späten Nachmittag wieder bis zur Wohnungstür zurück. In der Tagesklinik angekommen beginnt der Tag mit einem gemeinschaftlichen Frühstück – in Buffetform, fast wie im Hotel. Gestärkt mit Müsli, Brötchen und Co beginnt das therapeutische Training zusammen mit Krankengymnasten, Ergotherapeuten oder Logopäden.

Wer sich nach dem Mittagessen nach einer Verschnaufpause sehnt, kann sich in den Liegesesseln eines extra eingerichteten Ruheraumes erholen. Für die Lieblingsserie am Nachmittag steht ein Fernsehgerät bereit. „Die Patienten können hier weitgehend für sich selbst sorgen“, sagt Wunderlich. Und genau das ist letztlich das Ziel.

Von Hannah Biermann



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