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Union-Haus erstrahlt in neuem Glanz

25.01.2013 | 16:16 Uhr
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Union-Haus erstrahlt in neuem Glanz
Gerhard Regula baut das geschichtsträchtiges Union-Haus in Derne um.Foto: Ralf Rottmann

Derne.   Was für ein besonderes Haus er da gekauft und saniert hat, war Gerhard Regula gar nicht klar. Doch das ehemalige Union-Haus an der Altenderner Straße steckt voller Emotionen und schöner Erinnerungen.

Was für ein besonderes Haus er da gekauft hat, war Gerhard Regula gar nicht klar. Doch als der Scharnhorster Bezirksbürgermeister Rüdiger Schmidt und der Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Derne, Peter Szymkowiak, ihn sprechen wollten, war klar: Das ehemalige Union-Haus an der Altenderner Straße steckt voller Emotionen und schöner Erinnerungen.

„Ich wusste nicht, dass ein so großes Interesse an dem Haus besteht“, sagt Regula fast schon entschuldigend. Als er mit seinem Unternehmen einen neuen Standort suchte, stieß er bei seiner Recherche auf Derne – also eher zufällig. Doch Peter Szymkowiak kennt das Gebäude sehr gut. „Das war in Derne die größte öffentliche Gaststätte mit Saal. Hier hat sehr viel Leben stattgefunden.“

Vereine waren dort zu Hause, es fanden Kaninchenausstellungen und wohl auch Sportveranstaltungen statt. „Wahrscheinlich gab es Boxkämpfe oder auch Turnen“, so der SPD-Politiker, der sein Elektrofachgeschäft gleich nebenan hat. Die Grundfläche des Saales habe das hergegeben. Unbestritten sind dagegen die unzähligen Tanzveranstaltungen, hunderte Ehen müssen sich in der Glanzzeit, den 1950er und 60er Jahren, an der Altenderner Straße angebahnt haben. Allerdings ist der ursprüngliche Saal in den 1970er Jahren abgerissen worden.

Kein Interessent für Gastronomie

Doch Eigentümer Gerhard Regula macht wenig Hoffnung, dass diese alten Zeiten wieder aufleben. „Für eine Gaststätte gibt es derzeit keine Interessenten.“ Dennoch soll das Erdgeschoss gewerblich genutzt werden, Verhandlungen liefen bereits vielversprechend. Auch in den anderen Stockwerken tut sich was.

Das Union-Haus an der Ecke Altenderner Straße / Im Schellenkai.Foto: Ralf Rottmann

Insgesamt acht Wohnungen will Regula in dem Gebäude an der Kreuzung Altenderner Straße/Im Schellenkai einrichten. 170 Quadratmeter im ersten Obergeschoss sind bereits nahezu fertig und vermietet. „Das waren vorher zwei kleinere Wohnungen.“ Jetzt ist es eine über das gesamte Geschoss, „das hat sich so angeboten“. Und von dem vielen Autos, Bussen und Lastwagen hört man nichts. „Das sind 40-Dezibel-Fenster wie in der Nähe vom Flughafen.“ Gerhard Regula gibt zu, dass ihn der Verkehr zunächst abgeschreckt habe. Doch so lässt es sich sehr gut aushalten.

Weitere Mietwohnungen entstehen nun neben dem Eckgebäude, das aus dem 19. Jahrhundert stammt. Übrigens hatte hier in den 1930er Jahren auch der Zahnarzt Dr. Brand seine Praxis, wie ein Derner Heimatforscher schreibt. An der Straße Im Schellenkai schließt sich ein wesentlich neueres Haus nahtlos an, das nach dem Zweiten Weltkrieg entstand. Und auch die Halle, die früher einmal ein Aldi-Markt war, will der Eigentümer vermieten. Interessenten gebe es ebenfalls. Der Discounter ist bereits vor Jahren in das neue Zentrum mit Blick auf den Gneisenau-Förderturm gezogen.

Peter Szymkowiak macht keinen Hehl daraus, dass die örtliche Politik den neuen Hausbesitzer und seine Pläne „gut aufgenommen“ habe. Vorher gehörte der Komplex dem Handelsriesen aus Mülheim an der Ruhr. „Wir haben bestimmt 150 Mal mit Aldi telefoniert wegen diesem Schandfleck.“ Es habe auch zahlreiche Verhandlungen gegeben, die allerdings alle in Leere liefen.

Das mit dem „Schandfleck“ unterschreibt Gerhard Regula gerne. Fünf Jahre lange habe das Gebäude leergestanden, verfiel immer mehr. „Das Dach war kaputt, das Regenwasser lief bis nach unten“ nennt er ein Beispiel. Klar habe Regula auch über einen Abriss nachgedacht. Doch „auch das kostet heute viel Geld“. Ein Jahr lang habe nun die Sanierung gedauert. Rückblickend findet der Eigentümer: „Ich habe Mut gehabt, das Gebäude wieder in Ordnung zu bringen.“

Und so bleibt das alt-ehrwürdige Gebäude den Dernern erhalten – auch wenn die goldenen Zeiten als Gaststätte und Treffpunkt Geschichte sind.

Von Wolfgang Maas

Kommentare
25.01.2013
17:59
Union-Haus erstrahlt in neuem Glanz
von xxyz | #1

Eigentlich hat Derne als Tor zum Münsterland mit einer guten Autobahn-/ÖPNV-Verbindung gutes Potenzial.

Wenn man dann über die Altenderner Strasse fährt, sieht es schon sehr nach einem Slum aus und die Pläne für das Gewerbe auf Gneisenau zeigen, wie Potenzial nicht ausgeschöpft wird. Ein Parkplatz und ein Baumarkt werden nicht für eine positive Entwicklung trotz des enormen Flächenverbrauchs sorgen.

Vielleicht markiert das Haus ja einen Neuanfang. Hoffentlich starten die Politiker/Wirtschaftsförderer mit und stellen sich der Herausforderung, statt nur Fläche zu versiegeln.

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