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Lindenhorster Kirchturm

Trinken für den Turm

17.06.2012 | 16:24 Uhr
Trinken für den Turm
15-prozentige Ausschüttung der Dividende an der Bank von Lindenhorst.

Lindenhorst. Die einzige Bank in Lindenhorst hat ihre jährliche Ausschüttung begangen. Mit 15 Prozent ist sie am Aktienmarkt unschlagbar. Nur gibt es hier kein Bares, sondern die Anteilseigner erhalten für ihre Anlagen Apfelwein. Der Förderverein Lindenhorster Kirchturm schenkte bereits zum dritten Mal die flüssigen Zinsen aus und hat dabei die Sanierung des Kirchturms wieder fest im Blick: Der neue Investor plant bereits hinter den Kulissen.

HS Wohnungsbau

Nachdem im vergangenen Jahr ein Investor wegen der hohen Sanierungskosten von dem Vorhaben zurückgetreten war, hat der Förderverein nun wohl einen neuen Partner gefunden. „Die HS Wohnungsbau ist gerade dabei, sich um den Erwerb des Grundstückes zu kümmern“, berichtet Rainer Lichte, Vorsitzender des Fördervereins.

Die HS Wohnungsbau sitzt nicht weit entfernt im Gewerbegebiet Minister Stein. Geschäftsführer Wilhelm Hülseweg stamme aus Eving und engagiere sich sehr für den Lindenhorster Kirchturm, so Lichte.

Die Firma Freundlieb war zuvor von den gestiegenen Kosten für Sanierung und archäologische Ausgrabung bei Bauarbeiten abgeschreckt worden. „Hülseweg kennt die Voraussetzungen jetzt. Eine Sanierung, wie wir sie uns vorstellen, würde zwischen 400.000 und 500.000 Euro kosten.“ Das Gelände und die Kirche könnte das Wohnungsbauunternehmen, unter der Auflage den Kirchturm zu sanieren, günstig erwerben.

An diesem Tag stehen etwa 20 Gäste am „Schalter“ der Bank, um Anteilsscheine zu erwerben. Zehn Euro kostet ein Wertpapier. Danach heißt es, trinken für den guten Zweck. „Wir wollen so viel wie möglich Eigenmittel sammeln“, sagt Lichte und stößt mit den Unterstützern an.

Der ursprüngliche Plan von Freundlieb soll auch mit dem neuen Investor Hülseweg erhalten bleiben: ein Senioren- und Pflegeheim. Der Kirchturm soll das soziale Zentrum darstellen. Wiltrud Lichte-Spranger, Mitglied im Seniorenbeirat und Ehefrau von Rainer Lichte, sieht in dem Zentrum eine Chance.

Sozialer Mittelpunkt

„Es gibt einen großen Bedarf an seniorengerechten und barrierefreien Wohnungen - langfristig auf jeden Fall auch für ein Seniorenheim.“ Dennoch sieht sie auch ein Problem. Denn der Investor wolle schließlich auch wirtschaftlich arbeiten. „Die meisten altersgerechten Wohnungen sind aber zu teuer.“

Rainer Lichte betont, wie wichtig die Kirche als sozialer Mittelpunkt für Lindenhorst ist. „Menschen kommen eher zum Ausruhen hierher und zusätzlich gibt es kulturelle Veranstaltungen in der Kirche.“

Er spricht immer wieder mit den Leuten, die Anteilsscheine erwerben, und stellt dabei fest, dass viele eine emotionale Bindung zu dem historischen Denkmal haben. „Viele Leute wurde hier getauft oder haben ihre Kinder taufen lassen.“ Auch bei Benefizkonzerten in der baufälligen Kirche kämen häufig dieselben Besucher und Spender.

25 000 Euro gesammelt

Der Förderverein selbst hat inzwischen rund 25 000 Euro zusammen. Die Ausschüttung, wie Lichte die Apfelweinverkostung nennt, spielt dabei eine untergeordnete Rolle.

Durch Benefizkonzerte und besonders durch Großspenden vor zwei Jahren hat sich die Lindenhorster „Bank“ gut gefüllt. „Wir holen jetzt einmal Luft, damit wir gucken können: Was machen wir jetzt für Aktionen?“ Die 25 000 Euro sollen jedenfalls vollständig in die Kirchturmsanierung fließen.

Von Oliver Körting



Kommentare
17.06.2012
22:56
Trinken für den Turm
von xxyz | #1

Es ist schlimm, dass es nicht gelingt, ein historisches Denkmal in Dortmund zu erhalten.
In Berlin werden Schlösser neu aufgebaut, und im Osten wird jeder Haufen Bauschutt aufgebaut.

Leider hat Dortmund wohl keine Lobby. Was machen eigentlich unsere Abgeordneten?
Bei der A2-Lärmreduzierung wird Dortmund ja auch nie berücksichtigt, während andere Städte komplette Autobahntunnel bekommen.

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