Stiefvater muss wegen Kindesmissbrauchs drei Jahre in Haft

Das Landgericht hat den Stiefvater aus Körne zu drei Jahren Haft verurteilt.
Das Landgericht hat den Stiefvater aus Körne zu drei Jahren Haft verurteilt.
Foto: Dieter Menne
Was wir bereits wissen
Ein 52-Jähriger muss für drei Jahre ins Gefängnis, weil er seine Stieftochter mehrfach missbraucht hat. Lange hatte er die Taten abgestritten.

Dortmund.. Immer, wenn er seine Stieftochter in der Badewanne sexuell missbraucht hatte, sagte er anschließend folgenden Satz: Erzähle keinem was davon, sonst komme ich in den Knast. Genau so ist es am Mittwoch gekommen. Das Landgericht hat den 52-jährigen Mann aus Körne zu drei Jahren Haft verurteilt. Die milde Bestrafung verdankte der Angeklagte letztendlich seinem späten, aber eben nicht zu späten Geständnis. Als der Prozess Anfang Januar begann, da hatte er noch kategorisch abgestritten, sich jemals an seiner Stieftochter vergangen zu haben.

Dann aber, als das Mädchen auf dem Zeugenstuhl saß und mehrere Übergriffe "sehr anschaulich und überzeugend" schilderte, so das Gericht, da gab er doch noch alles zu. "Für die Zeugin war dies sichtbar sehr befreiend", sagte der Vorsitzende Richter Ulf Pennig in der Urteilsbegründung. Alle Verfahrensbeteiligten hätten gesehen, was es für das Kind bedeutete, endlich nicht mehr als Lügnerin dazustehen.

Angeklagter schlug seine Stieftochter

Die Schülerin lebt seit 2011 nicht mehr in der Familie ihrer Mutter und ihres Stiefvaters. Auch die gemeinsame Tochter des Paares ist von den Behörden seit einiger Zeit anderswo untergebracht. Weil es nicht nur zu sexuellen, sondern auch zu gewalttätigen Übergriffen gekommen sein soll. "Der Angeklagte hat mehrmals geschlagen", stellten die Richter fest. Und sie erkannten auch: Es war der Angeklagte, der 2007 in die Familie einheiratete und innerhalb kürzester Zeit dafür sorgte, dass nun alles zerrissen ist.

Die mindestens vier Fälle des sexuellen Missbrauchs ereigneten sich in der Badewanne. Der 52-Jährige lockte das Kind zu ihm ins heiße Wasser. Dorthin, wo es ihm endgültig schutzlos ausgeliefert war. Entschuldigt hat sich der Angeklagte dafür am Mittwoch nicht. Als ihm die Richter noch einmal die Gelegenheit geben wollten, selbst ein paar Worte zu sagen, schüttelte er nur den Kopf: "Nein, danke."