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Schwarzangler bereiten Sorge

25.10.2012 | 17:08 Uhr
Schwarzangler bereiten Sorge
Dieser große Fisch lag im Grävingholz zwischen zwei Tümpeln – und war definitiv nicht von einem Reiher gefischt.Foto: Jochen Linz/PiLi

Im Nordosten.   Wo sich Sportfischer und Fischerei-Aufsicht Sorgen machen, sehen Förster und Stadt kaum ein Problem: Schwarzangeln und Wildern im allgemeinen.

Die Gewässer sind fast leer, die Fischerei-Aufsicht kommt nicht mehr nach: Schwarz-Angler im Nordosten machen den Sportfischern Sorge. Lothar Farke vom Angelsportverein Wickede weiß, dass an den Gewässern zunehmend ohne Erlaubnis geangelt wird. Und die Sportfischer wissen sich nicht mehr wirklich zu helfen.

„Uns ist das ein Dorn im Auge“, sagt auch Paul Marx, Vorsitzender des Angelsportvereins Brackel 1969. Denn: Die Tiere sollen doch so wenig wie möglich leiden. „Es geht um Tierschutz, auch schon in der Ausbildung.

Thema unter anderem: Werden zu kleine Fische an Land gezogen, müssen sie wieder ins Wasser gesetzt werden, um zu wachsen – sonst sind die Bestände gefährdet“, unterstreicht Lothar Farke, der selber an der Ausbildung der Sportangler mitwirkt. Und genau daran hapere es bei den Anglern, die ohne hiesigen Erlaubnisschein am Werk sind. „Oft kommen sie aus anderen Ländern. Doch selbst wenn sie dort einen Angelschein hatten, entspricht das nicht hiesigen Standards“, weist Farke auf die Verpflichtung zu einer ordnungsgemäßen Anmeldung in Dortmund hin.

Im Grävingholz liegt Verdacht nahe,dass Angler unerlaubt am Werk sind

Auch im Grävingholz treiben Schwarzfischer möglicherweise ihr Unwesen. „Das Problem haben wir immer mal wieder“, sagt der zuständige Revierförster Axel Dehler. Jüngstes Indiz: An der Rehtränke blieben tote Fische liegen. Einem Fischreiher will Axel Dehler den Fischkadaver nicht zuschreiben. „Dass Reiher Fische liegen lassen, ist ungewöhnlich. Sie fangen den Fisch und schlucken ihn sofort“. Außerdem wurde eine neue Kolonie dieser Vögel nicht beobachtet, einzelne Tiere dagegen seien im Grävingholz keine Seltenheit. So liegt aus Sicht des Fachmannes eher der Verdacht nahe, dass hier Angler schwarz und unerlaubt am Werke waren.

Dieses Problem gebe es öfter in Rahm und neuerdings im Buschei, dort, wo auf dem ehemaligen Militärgelände nun die Brücke gebaut wurde. Gegenmaßnahmen sind schon ergriffen worden, weiß der Förster. Zum Beispiel wurden Wege bereits mit Schranken abgeriegelt, um den Zugang zu erschweren.

Für das Grävingholz ist das Thema „Schwarzangler“ bisher eher ungewöhnlich. Denn das einzige Gewässer dort ist die kleine Rehtränke. Sie liegt zwar mittendrin, aber versteckt zwischen dem Tennisclub und dem Sportplatz – von dem Verbindungsweg aus führt nur ein Trampelpfad zu dem kleinen Gewässer. Fische leben dennoch dort: „Der Laich wird im Entengefieder dorthin getragen und das führt dann schnell zu einer Population“, weiß Dehler.

Schwarzfischen für Stadtkein drängendes Thema

So wie das Schwarzfischen im Grävingholz nicht zu den dauerhaften Problemen gehört, so sieht Sebastian Vetter auch das Thema „Wilderei“ in den städtischen Wäldern derzeit nicht als drängend. „Es kommen zwar immer wieder Gerüchte hoch, aber es gibt keinerlei konkrete Hinweise – wie den Fund toter Tiere – dass im Stadtwald gewildert wird“, sagt Vetter, bei der Stadt zuständig für die eigenen Waldflächen.

Bejagt werde der größte Teil des Stadtwaldes, gerade auch im Bereich Süggelwald/Grävingholz von den städtischen Förstern, ergänzt durch „entgeltliche Jagderlaubnisschein-Inhaber“, d.h. Jäger, die für den Abschuss einzelner Tiere an die Stadt zahlen.

„Wir können zwar nichts ausschließen, aber es gibt jedenfalls keine gesicherten Erkenntnisse“, unterstreicht Vetter.

Bei Verdachtsmoment aberjederzeit die Polizei rufen

An alle, die jedoch glauben, etwas der Wilderei Verdächtiges zu hören oder zu sehen, hat er eine Bitte: „Immer sofort die Polizei rufen“. Die könne dann vor Ort die Situation klären. Wenn zum Beispiel Schüsse gehört werden, ob die dann nicht ganz legal von einem der befugten Jäger abgegeben werden.

Bei der Polizei jedoch laufen zum Thema Wilderei die Telefone jedenfalls nicht heiß. Im gesamten Jahr 2011 waren es im gesamten Stadtgebiet von Dortmund drei Fälle, 2012 sind bisher vier Fälle von Wilderei aktenkundig“, sagt Manfred Radecke von der Polizei-Pressestelle. Und schließt daraus: „Ein echtes Problem ist die Wilderei für die Dortmunder Polizei wirklich nicht“.

Und damit das so bleibt gilt: Augen auf – im Wald und am Wasser, zum Schutz der Tiere.

Katrin Kroemer



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