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SC Husen-Kurl in der Abwärtsspirale

25.08.2012 | 08:00 Uhr
SC Husen-Kurl in der Abwärtsspirale
So staubt es auch an der Husener Eichwaldstraße, wenn die Sprinkleranlage nicht funktioniert.Foto: Michael Kleinrensing

Husen/Kurl. Andreas Edelstein ist stinksauer. Bitter enttäuscht von Politikern und Stadtverwaltung wartet der 1. Vorsitzende des SC Husen-Kurl seit Monaten auf eine verbindliche Aussage, wann denn der neue Sportplatz kommt. Sein Verein sei nämlich in der Existenz bedroht. Edelstein will sich gegenüber den Mitgliedern „nicht unglaubwürdig machen“: Sollte der neue Platz nicht spätestens Anfang 2015 fertig sein, gibt er den Vereinsvorsitz ab. „Einen Nachfolger wird’s wohl nicht geben“, sagt er im Gespräch mit unserer Redaktion.

Seit Jahren kann der SC Husen-Kurl aus Lärmschutzgründen nur eingeschränkt spielen und wartet auf einen neuen Platz. Im März 2012 hatte der Verein Jahreshauptversammlung. Damals sei die vorgeschriebene Bürgeranhörung (des Planfeststellungsverfahrens) von der Verwaltung für Juni angekündigt worden. Doch sie fand nicht statt. „Es gab auch keine Information, dass sie nicht stattfinden wird. Erst auf unsere Nachfrage hin wurde der Oktober 2012 als neuer Termin genannt. Der Grund für die Verschiebung sei angeblich: die Wahlwiederholung Ende August solle zunäcsht abgewartet werden.

Edelstein nennt dieses Beispiel, weil es dafür stehe, wie wertvolle Zeit verstreiche, während der Verein ums Überleben kämpfe. „Die Durchführung einer Bürgeranhörung im Zusammenhang mit der Aufstellung eines Bebauungsplans wäre auch in der Zeit bis zur Kommunalwahl möglich gewesen“, einen amtierenden Bezirksbürgermeister müsse es dafür nicht geben. „Der lässt sich ohnehin kaum in Husen-Kurl sehen“, ärgert sich Edelstein. Dagegen besuche Rüdiger Schmidt Alemannia Scharnhorst regelmäßig. Die Rat-lose Zeit sei von der Verwaltung offenbar vorgeschoben, um Zeit zu gewinnen, da in Wirklichkeit kein Geld für den neuen Platz vorhanden sei.

„Der Spielbetrieb passt nichtin die heutige Zeit“

„Alle behaupten, so schnell wie möglich eine Lösung für den SC Husen-Kurl finden zu wollen. Nach aktuellem Stand sei aber frühestens 2014/2015 mit der Eröffnung des Platzes an der Kurler Straße zu rechnen.“ Das Problem mit der Lärmbelästigung am Standort Eichwaldstraße sei aber seit Anfang 2008 bekannt.

Das Ehrenamt bröckelt, das Vereinsleben wackelt - die Jugend bleibt schon aus. Edelstein zur Abwärtsspirale: „Die Familien in Husen und Kurl entscheiden sich gegen uns, weil unser eingeschränkter Spielbetrieb nicht mehr in die heutige Zeit passt.“ Viele Kinder seien heute bis 17 Uhr in der Schule, das Training rutsche weiter nach hinten, der Spielbetrieb an der Eichwaldstraße müsse aber am frühen Abend beendet sein. Vor einigen Jahren gehörten dem SC Husen-Kurl noch 250 bis 300 Kinder und Jugendliche an, aktuell sei die Zahl auf 150 geschrumpft. Edelstein: „Wenn aber der Nachwuchs ausfällt, fehlen dem Verein auch später die Mannschaften. Das Problem setzt sich also quer durchs Vereinsleben fort.“

Die Zeit dränge seit Jahren, ein Durchbruch sei aber nicht in Sicht. „Wir im Vorstand machen uns langsam unglaubwürdig - sowohl vereinsintern als auch nach außen mit Blick auf die Familien. Die sehen ganz genau, dass sich nichts tut. Zum Beispiel, wenn’s kräftig staubt auf unserem Asche-Platz, weil die Sprinkleranlage mal wieder nicht funktioniert und die Kinder von oben bis unten dreckig aussehen.“ Die Politik, egal welche Partei, mache einen großen Bogen um den SC Husen-Kurl. „Allen Informationen muss man hinterherlaufen, mit uns spricht niemand, niemand setzt uns ins Bild.“

Diese Gemengelage sei höchst unerfreulich. Deshalb, so Edelstein, habe er für sich ein Zeitlimit gesetzt: Sollte der neue Platz im Frühjahr 2015 nicht zur Verfügung stehen, mache ein neuer Standort für den Verein auch keinen Sinn mehr. Für diesen Fall stelle ich mein Amt zur Verfügung. Mögliche Nachfolger sehe ich nicht.“

Alexander Ebert



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