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Rote Nasen, kalte Finger und viel Müll

21.02.2012 | 13:14 Uhr
Rote Nasen, kalte Finger und viel Müll
Kinder und Naturfreunde sammelten in Kemminghausen viel Müll aus der Landschaft ein. Foto: Michael Printz

Eving.Auf dem Hof Schulte-Uebbing in Eving stehen zwei große Trecker. In den grünen Anhängern liegen dutzenden blaue Säcke, Holzbretter und alte Zementbeutel. Naturschützer, Jäger und Landwirte hatten anderthalb Stunden lang am Süggelwald Müll gesammelt. Eine Hand voll Kinder von der Brechtener Grundschule half mit.

Thomas Quittek vom BUND zeigte sich trotz des miserablen Wetters zufrieden: „Wir haben weniger Müll gesammelt als letztes Jahr. Aber da haben wir auch die Altlasten weggeräumt.“

Bewusstsein schaffen

Die Aktion solle aber nicht nur den Müll beseitigen, sondern auch für ein größeres Bewusstsein bei den Menschen sorgen, so Quittek. „Wir haben im Vorfeld mit Kindern von der Grundschule in Brechten darüber gesprochen“, sagt Dirk Schulte-Uebbing, Landwirt und Kreisjagdberater. Jetzt seien die Kinder gekommen und es sei gut, dass sie mitgeholfen haben. „Wer die Natur nicht kennt, kann sie nicht schützen“, sagt Magnus Benkhofer. Er betreut die rollende Waldschule. Ein Projekt der Kreisjägerschaft. „Wir machen praxisnahen Unterricht mit Schulklassen.“ Außerdem gebe es im Süggelwald am Rande eines Wildgeheges einen Lehrpfad für Kinder , ergänzt Schulte-Uebbing. Bereits 2009 legte die Kreisjägerschaft den Lehrpfad an.

Schlamm verschmierte Stiefel, rote Nasen und eiskalte Finger: Die Kinder sind froh, dass sie nach fast zwei Stunden im Nieselregen endlich ins Warme dürfen. „Kinder, die mit uns Müll gesammelt haben oder mit uns Landwirtschaft kennengelernt haben, erfahren die Natur deutlich besser“, sagt Thomas Quittek. „Aber heute sind wir froh, dass wir nicht erfroren sind.“

Quittek sieht die Verbände der Kreisjägerschaft, Landwirte und BUND nicht als geschlossene Kreise. „Im Gegenteil, wir freuen uns, wenn Leute punktuell oder projektbezogen mithelfen.“ Dafür müsse man nicht Mitglied sein. Mit der Müllsammelaktion wolle man die Naherholungsgebiete erhalten. „Uns geht es um die Natur, aber auch um das jagbare Wild“, sind sich Quittek und Schulte-Uebbing einig. „Wir brauchen die Landwirte als Landschaftspfleger.“

Während sich die Kinder aufwärmen gehen, fährt ein gelber Entsorgungswagen der EDG vor. Er sammelt den Schrott ein: unter anderem einen Haufen Schnapsflaschen, ein Mopedgestell und ein Koffer.

Umweltfrevel

„Viele Menschen fahren mit ihren Autos in den Wald und kippen dort ihren Müll aus“, sagte Sebastian Gutt von der EDG. „Wir unterstützen die Aktion und erhoffen uns noch mehr Beteiligung von den Bürgern.“ Dafür setze sich die EDG mit dem neuen umweltpädagogischen Projekt „Sauberes Dortmund“ ein.

„Wir sehen eine Verbesserung im Süggelwald“, sagt Thomas Quittek.

Er ist zufrieden. Am meisten dürften sich Quittek, Gutt und Co. wohl freuen, wenn sie im nächsten Jahr überhaupt keinen Müll mehr sammeln müssten.

Oliver Körting

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