Rettungswache jenseits der Grenze
18.06.2009 | 18:06 Uhr 2009-06-18T18:06:00+0200
Dortmund hat zwölf Stadtbezirke. Wo genau die Grenzen verlaufen, zwischen Brackel und Scharnhorst oder Eving und Scharnhorst? Wer weiß das schon.
Offensichtlich in der Verwaltung dieser Stadt auch nicht jeder. Denn sonst wäre die neue Rettungswache an der Kemminghauser Straße nicht dem Stadtbezirk Eving zugeschlagen worden.
„Das lassen wir uns nicht so einfach nehmen”, sagte Bezirksbürgermeister Heinz Pasterny. Die Bezirksvertretung fordert die Verwaltung auf, schriftlich festzustellen, dass die Rettungswache auf dem Gebiet des Stadtbezirkes Scharnhorst liegt. Außerdem soll die Rettungswache nicht den Namen Rettungswache Eving, sondern den Namen Rettungswache Kirchderne erhalten.
Weil die Bezirksvertretung Scharnhorst bisher vom Genehmigungsverfahren für den Bau der Rettungswache ausgeschlossen war und bisher alle Beschlüsse in der Bezirksvertretung Eving getroffen worden sind, muss jetzt geprüft werden, ob Beschlüsse nachgeholt werden müssen.
Probleme mit den Stadtbezirksgrenzen kennen die Scharnhorster Ortspolitiker auch mit ihren Nachbarn aus Brackel. Für den Bau einer Park & Ride-Anlage am Bahnhof Scharnhorst hatten die Bezirksvertreter sogar Mittel aus ihrem Etat eingestellt. Das dicke Dankeschön aus Brackel kam prompt, denn eigentlich hätten die Brackeler in ihre Kasse greifen müssen.
„Als wir uns für die Verlegung der Bushaltestelle am Haltepunkt Scharnhorst an der Flughafenstraße stark gemacht haben, mussten wir unsere Kollegen aus Brackel bitten, das mit ihrem Antrag in die Wege zu leiten”, erinnert sich der Scharnhorster SPD-Fraktionssprecher Rüdiger Schmidt. „Geld für die bauliche Veränderung haben die Brackeler natürlich nicht zur Verfügung gestellt”, bedauert Schmidt, der sich jetzt für eine Verlegung der gegenüberliegenden Bushaltestelle einsetzt, damit Fahrgägste gefahrloser ein- und aussteigen können.
Ein Vorgang, der jetzt abzuwickeln ist, ohne große parlamentarische und verwaltungstechnische Hürden zu überspringen. Ein kluger Kopf in der Verwaltung hat die Stadtbezirksgrenze um wenige Meter versetzt.
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