„Reale Politik ist keine Träumerei”
06.04.2010 | 16:55 Uhr 2010-04-06T16:55:00+0200Brackel. „Linke”-Politiker Utz Kowalewski kritisiert die geplante Lärmschutzwand am Hellweg Höhe Tedi und hält den Efeu-Bewuchs für „eine neue Stilblüte” der verfehlten Wirtschaftsförderung. Ein Dialog mit SPD-Politiker Karl-Heinz Czierpka über die geplante „grüne Wand”.
Halten Sie die Begrünung der Lärmschutzwand mit Efeu für sinnvoll?
Herr Kowalewski hat erst durch Nachfrage herausgefunden, was alle anderen schon wussten: Die Lärmschutzwand am Hellweg wird mit Efeu bepflanzt. Was daran schlecht ist, bleibt sein Geheimnis.
Efeu, zumal wenn es nach einigen Jahren Früchte trägt, ist ökologisch wertvoll, zieht viele Insekten an und bietet damit der heimischen Vogelwelt Nahrung und durch das dichte Geäst geschützte Nistplätze.
Generell schlägt der Politiker Der Linken in die selbe Kerbe wie andere Kritiker: Der Standort am Hellweg ist falsch.
Zu der Aussage, die Tedi-Ansiedlung sei eine „klassische Fehlentscheidung” gewesen, bleibt nur zu sagen, dass reale Politik eben etwas anderes ist als Träumereien aus dem Handbuch für angehende Politiker.
Tedi selbst hätte liebend gerne auf dem Gelände der Westfalenhütte gesiedelt, die Betriebsabläufe wären dadurch einfach geworden. Nur: Dort ist die Erschließung noch nicht soweit und Tedi saß die Zeit im Nacken, daher gab es keine Alternative, es sei denn, man hätte die Firma ziehen lassen. Und damit wären Dortmund Gewerbesteuereinnahmen in siebenstelliger Höhe sowie viele Arbeitsplätze verloren gegangen.
Gerade am Hellweg wirbt Die Linke für mehr Arbeitsplätze - ein Widerspruch, den ich nicht auflösen kann.
Auf die Dortmunder Bürger kommen erhebliche Kosten für die Ansiedlung zu. Was sagen Sie dazu?
Tedi investiert in Brackel Millionen und wird hier dauerhaft ansässig - völlig normal, dass Dortmund eine solche Ansiedlung durch eine entsprechende Infrastruktur fördert, wie jede Kommune.
Wenn Herr Kowalewski denkt, die Herrichtung der Brache Westfalenhütte wäre für die Stadt zum Nulltarif zu haben, sollte er sich auch hier kundig machen.
Hören wir endlich auf, diejenigen mies zu machen und schlecht zu reden, die Arbeitsplätze schaffen und sichern, zumal für die Anwohner die Lärmschutzwand ein großer Schritt zum Schutz vor dem alltäglichen Geräuschpegel des Hellwegs ist, Tag und Nacht.
Spätestens mit Errichtung des 2. Straßenbahngleises am Hellweg hätten wir ohnehin über Lärmschutz nachdenken müssen und die neue Fleischerei von REWE ist ohne diese Wand auch nicht möglich. Das ist die Realität und der hat die Politik gerecht zu werden.
17:05
Der Pseudolinke Utz Kowalewski tönt von Arbeit, von der man leben kann. Ihm scheint entgangen zu sein, daß Tedi hauptsächlich fernöstlichen Trash anbietet, der von chinesischen Arbeitnehmern unter unsagbaren Bedingungen und zu Niedriglöhnen zusammengeschustert wird.
Damit haben seine chinesischen Genossen halbwegs verstanden, was dem Pseudolinken Utz noch weitgehend abgeht, nämlich, dass der Zweck des Wirtschaftens der Gewinn und der Zins darstellt. Nur die Pseudolinken europäischer Provinienz versuchen seit ihrem Bestehen permanent Zins und Gewinn abzuschaffen.
Utz und Konsorten versprechen den Menschen eine höhere Geschwindigkeit für ihr Auto, wenn man nur den Motor ausbaut. Diese Heilen der Tuberkulose durch Entfernen der Lunge hat seit 1917 einhundert Millionen Menschen das Leben gekostet und täglich werden es mehr.
Vor diesem Hintergrund dürfte es klar sein, das nicht nur in Brackel die politische Haltung gegenüber den Pseudolinken nicht anders als unversöhnlich sein kann.
00:05
Ja, Ja, unsere Spezialdemokraten und der Niedriglohnsektor,
einfach nur zum kotzen!
03:45
das scheint ja hier nur billige wahlkampfhilfe für die spd zu sein. frei nach dem tedi motto: alles ab €1...
00:09
@#2
Ähnlichwertige Gewerbeflächen mit bereits vorhandener und sofort nutzbarer Infrastruktur und Möglichkeiten zur Expansion? Die da wären?
Wie wärs mit dem Weißen Feld direkt an allen wichtigen Fernverbindungen im Westen/Süden? Da ist - für viel investiertes Stadtgeld - immer noch nix, also expandierbar bis zum Geht-nicht-mehr.
Und vielleicht verwechseln Sie die Firmenphilosophie eines Billigheimers ja auch mit z.B. der eines Versicherungskonzerns, wenn Sie das Buzzword Europazentrale lesen. Es geht dort um kostengünstigsten zentralen Warenumschlag, nicht um einen Wasserkopf.
23:55
Ähnlichwertige Gewerbeflächen mit bereits vorhandener und sofort nutzbarer Infrastruktur und Möglichkeiten zur Expansion? Die da wären?
Und natürlich ist allgemein hin bekannt, dass in Europzentralen eigentlich grundsätzlich nur Gelegenheitsjobs ein europaweites Filialnetz steuern...
Da hat wieder eine die große Kelle genommen bei der Verteilung...
21:26
Dort ist die Erschließung noch nicht soweit und Tedi saß die Zeit im Nacken
Ach, watt ne schöne Geschichte, Herr Czierpka, mir kommen gleich die Tränen...
Dass Tedi damals in Hamm-Rhynern auf Widerstand stieß und Dortmund in einer politischen Nacht-/Nebelaktion alle ähnlichen Bedenken und normale Informationspflichten zu verhindern wusste, damit dieser Schnapp hier siedelt, passte wohl nicht mehr in Ihren Redefluss. Auch das damalige Vorhandensein ähnlichwertiger Gewerbeflächen mit noch besserer Verkehrsanbindung, nur leider in anderen Stadtteilen, fällt wohl unter Realpolitik ist: Mir zuerst das Meiste!
Wenn es hier wenigstens um *sichere Arbeitsplätze* und nicht um billigste Gelegenheits-Jobs handeln würde, könnte man Ihrer Ego-Eloge evt. noch etwas Inhalt abgewinnen.