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Rapper aus Dortmund hofft auf Deutschland - „Wir holen den Pokal“

20.06.2012 | 20:00 Uhr
Rapper aus Dortmund hofft auf Deutschland - „Wir holen den Pokal“
Rapper Reece alias Dominic Klaus an seinem Videoschnittplatz mit Kamera.Foto: Knut Vahlensieck

Dortmund.  Als Duo „Druckluft“ kreierte und produzierte Dominic Klaus alias Reece mit seinem kurdischen Kumpel C-Revo den EM-Song „Wir holen den Pokal“ – gegen Rassismus, für ein gemeinsames Deutschland. Der Rapper aus Dortmund-Brackel strebt nach seinem schnell produzierten Videoclip nach Höherem.

Er ist deutscher Rapper, kommt aus Brackel, macht seit 10 Jahren Musik, mittlerweile professionell. Und es brauchte Feierlaune, eine Nacht und einen Tag, um mit seinem kurdischen Kumpel unter neuem Namen einen Song schreiben und produzieren zu können – zur EM, für ein gemeinsames Deutschland, gegen Rassismus. Reece alias Dominic Klaus erfand kurzerhand „Druckluft“ und den Text zu „Wir holen uns den Pokal“.

Herkunft und Hautfarbe egal

„Es war ganz spontan“, sagt Reece, „wir hatte uns an diesem Abend selbst gefeiert – C-Revo hatte sein Album abgeschlossen“. Die Europameisterschaft ist ohnehin präsent, Reece ist Fußballfan, „der Typ von der Südtribüne“. Er guckt seinen Freund an und es brodelt: „Du bist Kurde, ich Deutscher, wir verstehen uns ja auch – lass uns einen Song machen, wo ein Deutscher mit einem Ausländer zusammen singt“. Das war die Grundidee. Und innerhalb einer Stunde stand der Text. Die Musik wurde rockiger, „weil wir einfach Bock drauf hatten“. Zu hören war der Song kurz darauf im Internet – „ein kompletter Schnellschuss“ mit über 1000 Aufrufen innerhalb der ersten 24 Stunden. Am Tag drauf produzierte Reece das Video, mischte und schnitt. Was man sieht, wirkt recht professionell.

„Wir holen uns den Pokal“, und dabei sind Herkunft und Hautfarbe egal, denn „wir sind schwarz rot gold ein Leben lang“, „stehen zusammen“, „geben nicht nach“. Und abgesehen davon „ Wir holen den Pokal – mit bengalischem Feuer“. Die sind auch auf dem Video zu sehen, werden von den beiden Musikern mit der Hand geschwenkt. „Das gehört zum Fußball dazu, es weckt Emotionen“, ist Reece überzeugt. Dass sie in den Stadien verboten sind, findet er schade. Für ihn sind die in letzter Zeit öfter zu Spielunterbrechungen führenden Einsätze der Feuerkeulen nur optische Mittel. Als Gewaltmittel, „wie sie einige Hooligans einsetzen“, lehnt auch er sie komplett ab. Deswegen sind seine verbalen „bengalischen Feuer“ nur die emotionale Hitze, die zu Sieg und Feier führen soll.

Songs mit über 50 000 Klicks

Nicht von ungefähr ist Reece dabei, sich mit seinen Talenten selbstständig zu machen – in der Video- und Audioproduktion. Unter dem Dach der Produktionsfirma 3NITY-media arbeitet er gemeinsam mit Freunden an verschieden Projekten. Darunter auch mit namhaften Rappern. Obwohl die Musik schon seit seinem vierzehnten Lebensjahr im Vordergrund stand, machte er erst an der Geschwister-Scholl-Gesamtschule seinen Realabschluss und später eine Ausbildung als IT-Systemelektroniker. Um dann mit der Musik weiterzumachen. Auch mit seiner eigenen. Songs hat er schon einige gemacht. Zum BVB, über seine Heimatstadt Dortmund. Teilweise mit 50- bis 60 000 Klicks. „Es werden in der Zukunft CDs released“, verspricht Reece, aber er möchte sich bis zum Solodebut musikalisch noch weiter entwickeln. Das braucht Zeit, sieht er ganz realistisch, und ist dabei ganz entspannt: „Ich mache mir da keinen Druck“. Gute Voraussetzung für mehr als einen Schnellschuss.

Antje Mosebach


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