Postkasten lässt auf sich warten
13.02.2012 | 18:23 Uhr 2012-02-13T18:23:00+0100
Eving.SPD-Fraktionschef Hans-Jürgen Unterkötter schüttelt mit dem Kopf. „Unverständlich“ sagt er. Und meint den Streit zwischen Tiefbauamt und Deutscher Post um einen Briefkasten, der eigentlich längst vor dem Einkaufspunkt Aldi/Edeka an der Bayrischen Straße stehen sollte. Er steht aber nicht. Das Nachsehen haben die Bürger vor Ort.
Eigentlich sei alles ganz einfach, meint Unterkötter. Die Bürgerinnen und Bürger und somit die Kunden der Deutschen Post wünschen sich einen Briefkasten an dem neuen Einzelhandelskomplex. Darauf habe die Politik bereits im November 2010 reagiert, einen entsprechenden Antrag in die Bezirksvertretung Eving eingebracht, der beschlossen wurde, damit der Briefkasten kommt. Doch er kam bis heute nicht.
Obwohl „die damals von uns prognostizierte und inzwischen eingetretene hohe Kundenfrequenz“ eingetreten sei. Also auch ein guter Standort für einen Briefkasten. Doch: „Seither rennen wir dem Briefkasten hinterher. Auch Vertreter des Seniorenbeirates weisen ständig wieder auf den Missstand hin.“
Unterkötter meint: „Die Fronten zwischen Tiefbauamt und Deutscher Post scheinen sich inzwischen verhärtet zu haben. Die Deutsche Post will dort keinen Briefkasten aufstellen, solange die Stadt nicht schriftlich bestätigt, dauerhaft darauf zu verzichten, für den Platz eine Gebühr zu erheben.“
Der SPD-Fraktionschef in der Evinger Bezirksvertretung: „Liebe Deutsche Post, entweder lohnt sich ein Briefkasten an dem Standort oder er lohnt sich nicht. An ggf. in der Zukunft auftretenden Mietkosten kann es doch heute nicht scheitern. Schlimmstenfalls kann der Briefkasten wieder abmontiert werden. Und liebes Tiefbauamt, kann der Deutschen Post nicht für eine beschränkte Zeit bis zur Amortisation eine Bestätigung gegeben werden, keine Miete zu verlangen.“
In den inzwischen fast eineinhalb Jahren nach dem Beschluss sei davon doch auch noch nicht die Rede gewesen. Spielraum für eine Einigung bestehe somit sehr wohl. Unterkötter: „Weitere Jahre müsse das Ganze nicht dauern. Die Evinger würden es Stadtverwaltung und Deutscher Post danken.“
11:15
Dadurch das die Deutsche Post irgendwo einen weiteren Briefkasten aufstellt steigen doch die Umsätze nicht.
Das Gegenteil ist der Fall. Bis vor ca. 10 Jahren gab es viel zu viele Briefkästen die erhebliche Kosten verursacht haben.
19:47
Das Beispiel zeigt doch wieder, wie notwendig lokale Politiker sind.
Wen interessiert schon die globalisierte Wirtschaft und Zukunftsperspektiven der Bevölkerung. Das ist sowieso zu komplex. Der Kampf um den Briefkasten ist wichtig. Dafür kommt man auch in die Zeitung.
Und dafür lohnt es sich, einen eigenen Bezirk zu finanzieren.
Wenn die Post keinen Briefkasten aufstellt, muss sie sich nicht wundern, wenn keiner mehr schreibt.