Neues Backhaus geplant - Bereicherung oder Bedrohung?

Der Marktplatz - zwischen Oberdorfstraße und Hellweg gelegen - hat eine große Bedeutung für die Brackeler. Der Plan, dort ein Backhaus zu bauen, stößt auf Kritik. Wir erklären, wo die Probleme liegen.

Brackel.. Donnerstags ist Wochenmarkt auf dem Marktplatz. Da kauft man gerne ein und hält nebenbei ein Schwätzchen mit den Markthändlern oder anderen Bürgern. Auch wird der Marktplatz für Veranstaltungen und Feste genutzt. Deshalb wird jede Veränderung mit Argusaugen verfolgt.

So auch der Plan von Ewald Grobe, ein Backhaus an der östlichen Seite des Marktes zu bauen. Es gibt Streit darüber, ob der Neubau den Markt attraktiver macht oder ihm schadet.

Was sagen die Gegner?

Einer von ihnen, Kai Bartz, Inhaber des benachbarten Fahrradgeschäftes, hält die geplante Bebauung für überdimensioniert. Da die meisten Kunden, die das neue Backhaus ansteuern würden, mit dem Auto kommen würden, wäre ein noch größeres Parkchaos auf dem Markt und in der Umgebung zu befürchten.

Einen Verlust von Parkplätzen könne sich Brackel aber nicht leisten. Sonst verliere es an Attraktivität. Eine Verschiebung oder Verkleinerung des Marktbereiches hätte ebenfalls negative Folgen, so Bartz.

Was sagen die Befürworter?

Bauherr Ewald Grobe versichert auf Anfrage, dass kein Quadratmeter des Marktplatzes für sein Bauvorhaben geopfert werde. Das Backhaus am Marktplatz werde deutlich kleiner ausfallen als das an der Flughafenstraße/Ecke Heßlingsweg. Der Neubau werde 13 Meter lang sein und eine Höhe von 6,50 bis 6,75 Metern haben - viel niedriger als der noch stehende Altbau, der 11,50 Meter hoch sei. Der Neubau und der sich anschließende Wintergarten hätten eine Gesamtlänge von rund 23 Metern. Grobe ist der Ansicht, dass die meisten Bürger zu Fuß kämen, und plant sieben Stellplätze im Zuge des Neubaus.

Wie ist der Stand der Dinge?

Kai Bartz ist nicht bereit, seinem neuen Nachbarn ein Stück seiner Fläche zur Verfügung zu stellen. Ewald Grobe hält zwar an dem Projekt Backhaus fest, verschiebt es aber zunächst einmal. Die Baugenehmigung der Stadt steht noch aus.

Wie ist der Konflikt zu lösen?

Möglicherweise mit einem Runden Tisch, bei dem alle Akteure einen Konsens finden. Das jedenfalls ist der Vorschlag von Frank Wahl, dem Vorsitzenden des Brackeler Gewerbevereins.