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Neuer Glanz für Siedlung mit Geschichte

24.01.2013 | 18:00 Uhr
Neuer Glanz für Siedlung mit Geschichte
Früher und heute: Magda Schildt und Frank Spilker vor der modernisierten Hausfassade der Wambeler Siedlung „An der Gosekule“.Foto: Knut Vahlensieck

Wambel.  Der Spar- und Bauverein Dortmund investiert ca. 9,5 Mio. Euro in die Wohnsiedlung „An der Gosekuhle“ in Wambel. Was das für die Leute vor Ort bedeutet, berichtet Magda Schildt. Als Anwohnerin der ersten Stunde hat sie einiges zu erzählen.

Neuer Anstrich, neue Fenster und Balkone für die oberen Etagen sowie ein direkter Zugang zu den Gärten im Erdgeschoss: Blickt man heutzutage auf die Hausfassaden „An der Gosekuhle“ oder „Am Haselhof“, so erstrahlen die Häuser in neuem Glanz. In mehreren Modernisierungsabschnitten wurden die Gebäude, erbaut in den 1930er Jahren, in der Siedlung auf den neuesten Stand gebracht.

Eine klimafreundliche Dämmung und die Neugestaltung des Wohnumfeldes hat sich der Spar- und Bauverein Dortmund ebenfalls noch vorgenommen, rund 9,5 Millionen Euro will er insgesamt investieren. Weitere Häuser in dem Viertel folgen bis Ende 2015.

Diese Veränderungen kann jeder in der Wambeler Siedlung sehen. Doch über die Geschichte der Nachbarschaft, der Menschen und des Viertels weiß kaum jemand besser Bescheid als Magda Schildt.

Aus dem Matsch zum Wohnraum

Im Gartenvorstadtviertel ist Schildt eine Bewohnerin der ersten Stunde. Ihre Familie lebt seit 1923 in Dortmund-Wambel. Aus Erzählungen weiß Schildt, wie die Anfänge der Siedlung ihre Familie prägten: „Zu Beginn waren die Straßen hier gar nicht begehbar, die Leute mussten immer durch den Matsch laufen. Weiden und unbebaute Flächen bestimmten die Umgebung, Wohnhäuser waren noch rar.“ In der Nachbarschaft kannte sich jeder, berichtet Magda Schildt: „Das Miteinander war damals sehr groß.“

Auf alten Schwarzweißbildern zeigt Magda Schildt ihr Viertel. Jeden auf den Fotos kennt sie. „Die Familie hat hier oben gewohnt, das dort war der Junge aus dem Nachbarhaus“, schwelgt die fast 84-Jährige in Erinnerungen.

Die Familie von Magda Schildt, die in Dortmund geboren wurde, lebte in mehreren Wohnungen in dem Viertel, sie zogen oft um. 1944 holte der Krieg auch den Ortsteil Wambel ein. Ein Großteil der Häuser wurde zerstört, es blieb wenig Platz zum Leben: „Mit einer anderen Familie zogen wir in dieser Zeit zusammen in eine Wohnung“, erinnert sich die Rentnerin. Jeweils zwei Zimmer hatten die beiden Familien. Vieles wurde nach dem Krieg in Eigenleistung wieder aufgebaut. Diese schwierige Zeit hat die Bewohner zusammengeschweißt.

Rückkehr nach dem Krieg

Magda Schildt hat bei Hoesch gelernt und bis zur Geburt der Kinder dort gearbeitet, mit ehemaligen Kolleginnen hat sie sogar heute noch Kontakt.

Ihren Mann kannte Magda Schildt bereits als Kind, er war nämlich ein Nachbar. Nach dem Krieg war er bis 1948 in Gefangenschaft. Als er freikam, war es sein großer Wunsch, wieder in die Siedlung zurückzukehren: „Wir müssen zurück“, sagte ihr Mann damals, und so zogen sie schließlich 1963 in ihr jetziges Domizil „An der Gosekuhle“. Was sie nie bereut hat. „Das hier ist mein zu Hause, nirgendwo anders habe ich mich bisher so wohlgefühlt wie hier“, erzählt Schildt mit strahlenden Augen.

Die Kriegsschäden sind in der Wohnung teilweise noch zu erkennen. Hier und da sind kleine Risse in dem alten Gemäuer erkennbar, doch die äußere Modernisierung habe die Wohnqualität sehr verbessert: „Die Heizkosten haben sich erheblich reduziert, im Winter brauche ich meine Heizung nicht mehr voll aufdrehen und trotzdem ist es warm“, freut sich die Bewohnerin.

Wohnqualität verbessert

Ein paar Häuser weiter lebt Frank Spilker. Er wohnt mit seiner Familie seit 1995 in der Siedlung. „Früher mussten wir durch den Keller, um in den Garten zu gelangen, seit der Modernisierung haben wir einen Zugang direkt ins Grüne“, sagt er.

Für ihn und seine Familie soll es ein Wohnort für immer sein: „Es war schon vorher schön, hier zu wohnen. Und jetzt ist es nach der Modernisierung genauso“, meint Frank Spilker und hofft, dass er in Zukunft auch so viel zu erzählen hat wie Magda Schildt.

Von Axel Schürgels



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